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Stellvertretend für die ganz Schülerschaft freuten sich Vertreter der diesjährigen Berufsfachschule für gastgewerbliche Berufe mit Schulleiter Wolfgang Kurfer (links) über die vom Förderverein finanzierten, elektronischen Geräte.

Modernste Berufsschule Bayerns entsteht in Traunstein

Traunstein – Bevor sich Stadt und Landkreis Traunstein mit dem Prädikat »modernster Berufsschulstandort« schmücken können, wird es zwar noch einige Jahre dauern, die Vorfreude war aber bei der Mitgliederversammlung des Fördervereins der Berufsschule I Traunstein schon deutlich zu spüren.


So berichtete der Vorsitzende Gerhard Kotter im Schulrestaurant an der Wasserburger Straße, dass bereits erste Schritte getan und die Mittel gesichert seien – in diesen unsicheren Zeiten keine Selbstverständlichkeit. Er freue sich aber, dass der Landkreis als Sachaufwandsträger zu seinen Zusagen stehe und der beruflichen Bildung hohen Stellenwert einräume. Kotter würdigte die Lehrer, die mit viel Herzblut und großer Innovationsbereitschaft den Spagat zwischen Tradition und Moderne jeden Tag aufs Neue meisterten.

Schulleiter Wolfgang Kurfer informierte aus dem Schulleben, natürlich auch ganz im Zeichen der Neubauplanungen: »Über die Schulleitung steht das Kollegium in engem Kontakt mit den Architekten und beteiligt sich überaus ambitioniert an den Detailplanungen«. Der Mensch stehe dabei im Mittelpunkt, das neue Gebäude müsse Bedürfnissen von Lehrern und Schülern entgegenkommen. Helle, transparente und offene Lernlandschaften lösten geschlossene, streng abgegrenzte Klassenzimmer ab.

Für die aktuell weit über 2000 Schüler in 101 Klassen werde dies in jedem Fall eine Zeitenwende. Nach offiziellen Prognosen sei die Talsohle bei den Schülerzahlen in der beruflichen Bildung erreicht, es würden wieder mehr Auszubildende erwartet.

In den Bereichen Metall, Elektro/IT, Bau/Holz/Farbe und Nahrung/Gastronomie seien derzeit Schüler aus 40 Nationen, nicht alle mit ausreichenden Deutschkenntnissen. Zwar habe die BS I Personal zur Sprachförderung, doch reichten die Mittel bei Weitem nicht aus, erklärte Kurfer. So müssten die rund 80 Lehrer neben kognitiven Niveauunterschieden auch sprachlich differenzierte Angebote planen. Er könne dennoch 96 Prozent des Unterrichts mit Lehrern abdecken – nach Abzug der Krankheitsfälle und elternzeitbedingter Pausen rund 90 Prozent.

Sorgenkinder seien weiter die Berufe im Nahrungsmittelhandwerk und der Gastronomie, so Kurfer. Neuordnungen der Berufe und Änderungen in der Beschulung wirkten sich negativ auf die Standortsicherung aus.

Allen Widrigkeiten zum Trotz sei aber auch in Zeiten von Corona massiv in die Ausstattung der Schule investiert worden: Alle Klassenzimmer hätten neue Computer, flächendeckendes WLAN wurde eingerichtet und jeder Lehrer habe ein Dienstgerät. So könne sich die Schule mit einigen Klassen am Pilotprojekt »digitale Schule der Zukunft« beteiligen. Zum Abschluss vermeldete Kurfer, dass die Renovierungsarbeiten nach dem Brand in der Garage vor knapp einem Jahr fast fertig seien. Er sei stolz auf ein ganz großartiges Kollegium.

Den Förderverein würdigte er für die stets wohlwollende Begleitung aller Bemühungen der Schule und die großzügige finanzielle Unterstützung vielfältigster Maßnahmen.

Schriftführer Friedrich Adler stellte Schwerpunkte der Mittelverwendung vor. Im Zentrum standen die Erweiterung der digitalen Ausstattung für Schüler, die Bezuschussung von Lehrfahrten sowie Preisgelder für Schüler, die neben sehr guten schulischen Leistungen auch soziales Engagement zeigten. Im Kern werde das auch im nächsten Geschäftsjahr so sein. Ein besonderes Lob ging an Gertraud Wirnshofer, die im Sekretariat als gute Seele des Fördervereins zu einer unverzichtbaren Stütze geworden sei.

Nach Abschluss des offiziellen Teils genossen die Gäste die Vorzüge der eigenen Nahrungsabteilung. Allerlei Köstlichkeiten aus hauseigener Fertigung im schuleigenen Restaurant mit viel Liebe zum Detail präsentiert, hielten manche Besucher länger als ursprünglich geplant – »Sitzenbleiben« kann eben auch ganz andere Gründe haben.

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