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Mit Herzblut, Bravour und Eleganz

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Überzeugten auf ganzer Linie mit ihrem Musical »#ME WE BREAK FREE«: die Schüler der Musicalklasse der Musikschule Traunstein. (Foto: Heel)

Traunstein – Singen, Tanzen, Schauspielern. Das sind die drei Bereiche, die ein Musicaldarsteller beherrschen muss. Entsprechend anstrengend ist der Weg dorthin. Wie beeindruckend weit die Schüler der Musical-Klasse der Städtischen Musikschule Traunstein auf diesem Weg bereits fortgeschritten sind, davon konnte man sich jetzt bei der Aufführung des Musicals »#ME WE BREAK FREE« im Vereinshaus überzeugen.


In einem Internat für Mädchen herrscht noch der Erziehungsstil der 50er Jahre. Internet und Social Media haben hier Hausverbot. Stattdessen heißt es »lernen, beten, kochen, putzen.« Ein Alltag, der zum Widerstand reizt, und so singen (und tanzen) sich die Mädchen ihre Sorgen, Ängste und Träume immer wieder von der Seele, mal leise und verhalten, mal überschwänglich, aber immer mit Herzblut, Bravour und Eleganz. So verleihen sie Songs wie »I need a hero«, »Feelings« oder »You don't own me« eine ganz persönliche Note, während sie mit Elan schwierige Tanz-Choreografien meistern. Bis eines Tages plötzlich zwei Burschen die gewohnte Ordnung auf den Kopf stellen.

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Das war ein famoser Ausklang einer bemerkenswerten Schulproduktion, die weit mehr als eine Talentprobe war. Und sie erfüllte wohl mehr als alle Erwartungen der Beteiligten inklusive des Publikums. Die jugendlichen Akteure zwischen 13 und 21 Jahren waren alle mit extrem viel Energie bei der Sache. Deswegen hat das Stück auch gelebt und gewirkt, natürlich auch dank der hervorragenden Arbeit der Choreographin Veronika Höhn, die außerdem zusammen mit Svetlana Teterja-Pater für die Kostüme verantwortlich war.

Das schlichte, aber effiziente Bühnenbild aus Freitreppe, Bettgestellen und Schulbänken, gestaltet von Svetlana Teterja-Pater, ließ viel Platz für die Tanznummern, die von Thomas Hartmann, dem musikalischen Leiter des Projekts, mit seinem sechsköpfigen Instrumental-Ensemble kongenial untermalt wurden.

Zustande kam das Projekt zum einen durch ein Libretto, das Regisseurin Svetlana Teterja-Pater im Auftrag der Musikschule verfasst hatte, zum anderen durch eine Auswahl der Songs aus Musical und Pop, die die Musical-Klasse im vorigen Schuljahr einstudiert hatten. Diese Songs wurden in die Handlung, die Svetlana Teterja-Pater den 16 Mädchen und zwei Burschen auf den Leib geschrieben hatte, integriert und mit zahlreichen Tanzeinlagen aufgepeppt. Nach der mit viel Beifall bedachten Aufführung würdigte Friederike Duetsch, die die Gesamtleitung innehatte, nochmals alle Mitwirkenden und Sponsoren, deren Unterstützung die Produktion des Stücks erst ermöglicht hätten. Damit verband sie den Wunsch, es möchten sich doch mehr Buben für die Musical-Klasse melden, was die Brandbreite der Projekte erweitern würde. SW