Bildtext einblenden
Einer der Höhepunkte im zu Ende gehenden Jahr 2021 in Traunstein war der Bau des neuen Kindergartens für die Pfarrei St. Oswald. Die »KinderGärtnerei«, die die Stiftung Erzbischöfliches Studienseminar St. Michael unter starker finanzieller Beteiligung der Stadt Traunstein errichtet hat, sei, wie Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer in seiner Weihnachtsansprache im Stadtrat betonte, ein »absolutes Vorzeigeprojekt«. (Foto: Pültz)

Mit Gelassenheit und Nachdenklichkeit aus der Krise

Traunstein – Corona ist für Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (CSU) »nicht nur eine medizinische, sondern inzwischen auch eine mentale Krise«. In seiner Weihnachtsansprache in der letzten Stadtratssitzung des Jahres führte er aus: »Ich glaube, uns hilft, egal auf welcher Seite man steht, ein Stück weit mehr Gelassenheit, etwas mehr Nachdenklichkeit über den eigenen Standpunkt und vielleicht auch der Verzicht auf Pauschalurteile.« Wenn jeder ein stückweit in den Debatten zurückgeht, dann könnten alle zusammen die eingetretene Sprachlosigkeit, die medizinische und mentale Krise überwinden. »Ich bin fest überzeugt, dass uns das gelingt.«


Hümmer betonte im Rückblick auf das zu Ende gehende Jahr 2021, dass der Stadtrat trotz widriger Umstände, bedingt durch Corona, sehr viel geschafft habe. »Wir können stolz auf das Erreichte sein.« Als Beispiel nannte der Oberbürgermeister unter anderem, dass die Stadt nun mit der Sanierung der Schule Kammer nun in den letzten Zügen liege. Der Neubau für den Kindergarten St. Oswald, zustandegekommen unter starker Beteiligung der Stadt, sei ein »absolutes Vorzeigeprojekt« in Traunstein. Weiter erinnerte Hümmer daran, dass der Stadtrat etwa auch Weichen für den Neubau der Kita an der Innstraße und für die Sanierung der Franz-von-Kohlbrenner-Mittelschule gestellt habe. Einstimmig habe der Stadtrat ein Klimaschutzkonzept beschlossen – trotz großer, auch weltanschaulicher Unterschiede. Der Stadtrat sei mittendrin in der Aufstellung eines Radverkehrskonzepts. Und nicht zuletzt habe der Rufbus gerade erst in diesen Tagen einen Neustart hingelegt. »Wir haben mit ‚Hey Traunstein‘ ein digitales Stadtportal am Anfang des Jahres in die Wege geleitet, wir haben inzwischen die PV-Anlage auf dem Rathaus, die auch gute Ergebnisse liefert, wir hatten den Tag der Vereine trotz Corona und Pandemie. Und wir hatten mit dem Kultsommer aus meiner Sicht ein absolut neues Highlight in unserer Stadt.«

Hümmer gab sich »absolut optimistisch, dass wir im nächsten Jahr eine ganze Reihe weiterer Projekte und Themen angehen«. Als Beispiele nannte er die Ausweisung neuer Wohngebiete, den Start der Wohnungsbaugesellschaft, die Verabschiedung des Radverkehrskonzepts sowie Investitionen in die Innenstadt. Und der Oberbürgermeister weiter: »Wir wollen das Thema Jugendzentrum angehen, wir haben den Klimaentscheid – und natürlich werden wir auch so ein Thema wie den Kultsommer fortsetzen.«

Diese Vorhaben klingen laut dem Oberbürgermeister nach Normalität – »aber normal ist ehrlich gesagt gar nichts in diesen Zeiten«. Neben der Bewältigung der laufenden Aufgaben sei der Stadtrat gegenwärtig verpflichtet, »unser Schiff Stadt Traunstein durch äußerst unruhiges Fahrwasser« zu steuern. Hümmer: »Corona betrübt und bedrängt uns auch.« Gerade auch mit Hilfe der Verwaltung im Rathaus habe der Stadtrat das Schiff Traunstein auf Kurs halten können. »Wir haben zu den Städten gehört, die Testzentren in eigener Regie und mit viel Kraft und Einsatz aufgebaut haben« – was insbesondere ohne Maximilian Burghartswieser nicht möglich gewesen wäre. Und Hümmer weiter: »Wir haben unsere Schulen stabil gehalten, wir haben uns eben keine Diskussion über Sinn oder Unsinn von Luftfiltern geleistet, sondern wir haben es einfach gemacht, damit der Unterricht stattfinden kann.«

Der Stadtrat lege einen Stil an den Tag, der »für die Demokratie sehr positiv und beispielgebend ist«. Er sei ein »sehr respektvolles Gremium, zum Teil auch ein humorvolles, und ein Gremium, das gerne, glaube ich, miteinander zusammenarbeitet«. Hümmer lobte auch das Bürgermeisterteam und die Mitarbeiter in der Stadtverwaltung.

Ehe der Rathauschef seine Ansprache am Schluss der letzten Stadtratssitzung des Jahres hielt, hatte sich unmittelbar zuvor auch zweite Bürgermeisterin Burgi Mörtl-Körner (Bündnis 90/Die Grünen) zu Wort gemeldet. Ihre Rede stellte sie unter das Motto »Hoffnung«. So hoffte sie etwa, dass die Stadt ihren Beitrag leiste, um den Klimawandel zu begrenzen. Sie forderte den Stadtrat dazu auf, »geeignete Maßnahmen zügig umzusetzen«. Die Bürgerinnen und Bürger seien zu motivieren, »unsere Entscheidung mitzutragen und aktiv mit ihrem Engagement mitzumachen«.

Mörtl-Körner mit Hoffnungen

»Ich hoffe, dass wir die zweite große Krise Corona in den Griff bekommen«, so die zweite Bürgermeisterin weiter. »Ich hoffe, dass unsere immer noch nicht überzeugten Mitbürgerinnen und Mitbürger erkennen, dass auch sie ihren Beitrag für das Gemeinwohl in einer Pandemie zu leisten haben, damit wir wieder aus der Zeit der Einschränkungen und Beschränkungen herauskommen und wieder in Freiheit für alle leben können.« Dabei denke sie vor allem an ein Leben in Freiheit und Sorglosigkeit für die Kinder und Jugendlichen, aber auch an die besonders gefährdeten Seniorinnen und Senioren. »Ich hoffe, dass es uns gelingt, mehr ungeimpfte Menschen zu überzeugen, dass in einer Pandemie Impfen notwendig ist, einmal, um sich selbst zu schützen, aber auch deshalb, damit unser Klinikpersonal aus seiner unendlichen Dauerbelastung herauskommt.«

»Ich hoffe, dass sich Traunstein durch unsere Entscheidungen zu einer wirklichen Fahrradstadt entwickelt – mit gegenseitiger Rücksichtnahme von Fußgängern, Fahrradfahrern und Autofahrern«, betonte Mörtl-Körner. Und weiter meinte sie: »Ich hoffe, dass es uns gelingt, für Menschen mit niedrigem Einkommen bezahlbaren Wohnraum zu erhalten und zu schaffen.« Sie wünsche sich, dass sich der Einzelhandel und die Gastronomie in ihrer Vielfalt erholen und weiter zur Attraktivität der Stadt Traunstein beitragen. »Ich hoffe, dass wir durch einen respektvollen Umgang miteinander, durch Offenheit und Toleranz die Einstellung zu unserer Demokratie und das Vertrauen in die Politik und damit in die Demokratie stärken.«

Mörtl-Körner bedankte sich für die gute Zusammenarbeit – beim Oberbürgermeister, den Stadträten und den Mitarbeitern in der Verwaltung.

Mehr aus der Stadt Traunstein