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In einer komplexen Einsatzübung probten die Mitglieder des Messzugs Süd den Ernstfall. Angenommen war ein Großbrand, dessen Rauchsäule in Richtung Gewerbegebiet und das Axdorfer Feld zieht. Foto: Daniela Steiner

Messzug Süd trainiert für den Ernstfall: Brand bei Seiboldsdorf

Traunstein – »Ein wirklicher Brand wäre hier schon eine Hausnummer«, gestand Maximilian Schubert, der Leiter des Messzugs Süd im Kreisfeuerwehrverband, und meinte damit die Übung, die er und die 20 Floriansjünger der Feuerwehren Kammer und Traunstein absolvierten. Die Gefahrguteinheit des Landkreises nahm an, dass das Getränkekistenlager in Seiboldsdorf-Mühlwiesen in voller Ausdehnung brennt und dabei eine mächtige Rauchsäule in Richtung Haslach zieht.


Kommt es zu einem Feuer, rücken in der Regel die umliegenden Feuerwehren an, um den Brand schnellstmöglich zu löschen. Als landkreisweite Sondereinheit hat der Messzug in diesem Fall eine ganz andere Aufgabe. Die Mitglieder betrachten in erster Linie den weiteren Umkreis des Brandobjekts und verfolgen die Ausbreitung der entstandenen Schadstoffwolke. Dazu greifen sie sowohl auf aktuelle Wetter- und Umweltdaten zurück als auch auf eine spezielle Computersoftware.

Innerhalb weniger Minuten gelingt es so, ein Modell der Schadstoffausbreitung zu berechnen. Mit den ermittelten Werten werden anschließend entsprechende Messstellen definiert, an denen die Feuerwehrkräfte mit unterschiedlichen Messgeräten die Schadstoffkonzentration aber auch gegebenenfalls die unterschiedlichen Bestandteile des Brandrauchs feststellen können. Anhand von Tabellen erfolgt anschließend eine Gefährdungseinschätzung sowie eine entsprechende Empfehlung an die Einsatzleitung.

Die Besatzung des Messfahrzeugs hat im Rahmen der Übung in einer ersten Messfahrt im gesamten Bereich  eine  stark   erhöhte Schadstoffkonzentration zahlreicher giftiger Stoffe festgestellt und diese an die Messleitung übermittelt. »In unserer heutigen Übung war insbesondere das Gewerbegebiet in Haslach aber auch das Wohngebiet am Axdorfer Feld betroffen. Auf Grund der Übungsvorgaben hätten wir sicherlich eine Evakuierung des Gewerbegebiets und Lautsprecher- und Radiodurchsagen 'Halten Sie Fenster und Türen geschlossen' für Haslach beziehungsweise das Wohngebiet Axdorfer Feld empfohlen«, so Maximilian Schubert.

Neben dem Messteam auf Rädern machten sich zeitgleich Fußtrupps auf den Weg, um den Bereich rund um Einsatzstelle zu messen und so eine Gefahren-Abschätzung für die eingesetzten Feuerwehrkräfte machen zu können. Auf Grund der Übungsannahme, dass die Löscharbeiten nach rund zwei Stunden zu einem deutlichen Rückgang der »mächtigen Rauchsäule über Haslach« geführt haben, kam es in der Folge auch an den Messgeräten zu einer Unterschreitung der Grenzwerte.

»Ich bin schon ein wenig stolz darauf, dass wir uns als Team in den letzten Jahren so weit entwickelt haben und auch komplexe Aufgabenstellungen meistern können«, freute sich der Übungsverantwortliche und ergänzte: »Bereits zehn Minuten nach Eintreffen an der Übungsstelle waren alle Aufgaben verteilt, die Infrastruktur am Führungsfahrzeug und dem Gerätewagen Atem-/Strahlenschutz erstellt und schon nach einer viertel Stunde sind die ersten Messergebnisse vom Messfahrzeug aus Kammer eingelaufen.«

Organisatorisch gehören die beiden Messzüge Nord (Trostberg) und Süd (Kammer und Traunstein) zum Aufgabenbereich des Fach-Kreisbrandmeisters Gefahrgut, Thomas Günthner. »Ich freue mich, dass sich der Süden einer wirklich anspruchsvollen Übung gestellt hat und die Abläufe so reibungslos ineinandergegriffen haben«, erklärte er und zeigte sich insbesondere von den schnellen Messwerten beeindruckt.

Hob

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