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Mehrkosten allein aufgrund der kontaminierten Erde

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Die Turnhalle am Annette-Kolb-Gymnasium soll im September fertig werden – rund neun Monate später als geplant.

Traunstein – Dass nicht nur die Klosterkirche deutlich teurer wird als geplant, sondern auch die Dreifachturnhalle am Annette-Kolb-Gymnasium, wurde in jüngster Zeit mehrfach erwähnt. Für Planung und Ausführung verantwortlich ist der Landkreis. Die ursprüngliche Kostenschätzung lag bei 7,2 Millionen Euro. Mittlerweile betragen die Kosten rund 12 Millionen Euro – wobei auch 13 Millionen Euro schon im Raum standen. Das Traunsteiner Tagblatt hat nachgefragt.


Die zunächst genannten 7,2 Millionen Euro seien lediglich eine erste Einschätzung gewesen, noch bevor es Planer für das Bauvorhaben gegeben habe, informierte Michael Reithmeier, der Pressesprecher des Landratsamts. Damals sei man außerdem von einer Zweifachturnhalle ausgegangen. Die Kostenberechnung der Planer für die Dreifachturnhalle mit Berücksichtigung der zusätzlichen Wünsche der Stadt – wie etwa einer Ausziehtribüne, einem Geräteraum oder der Nutzung der Halle als Versammlungsstätte für bis zu 500 Personen – sei bei knapp 10,9 Millionen Euro gelegen.

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»Die Entsorgung des Aushubs verursachte Mehrkosten in Höhe von 1,1 Millionen Euro. Dementsprechend gehen wir gegenwärtig von 12 Millionen Euro Gesamtkosten aus«, sagte Michael Reithmeier. Anders als bei der Klosterkirche gebe es bei diesem Bauprojekt aber keine Mehrkosten aufgrund unvorhergesehener oder teurerer Bauarbeiten.

Zum Hintergrund: Im Frühjahr 2017 war bei Aushubarbeiten festgestellt worden, dass das Erdreich auf dem Grundstück zum Teil sehr stark mit Schwermetallen und Altöl belastet ist. Insgesamt mussten 14 000 Kubikmeter Erde ausgehoben und speziell entsorgt werden. Auf die Frage, woher die 13 Millionen Euro Gesamtkosten für die Turnhalle kommen, sagte der Pressesprecher des Landratsamts: »Das war der maximal zu erwartende Betrag, wenn das gesamte Erdreich kontaminiert gewesen wäre.«

Nachdem die Halle nicht nur für den Schulsport, sondern auch für den Breitensport und als Versammlungsstätte genutzt wird, beteiligt sich die Stadt mit 55 Prozent an den Gesamtkosten. »Wir zahlen dafür am Ende mehr als für die Klosterkirche«, sagte Oberbürgermeister Christian Kegel im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt, der sich wünschen würde, dass die Stadt zumindest regelmäßig informiert werden würde über die Kostenentwicklung und den Baufortschritt.

Zu Verzögerungen kam es vor allem aufgrund der kontaminierten Erde. Baubeginn für die Dreifachturnhalle war im November 2016, im September 2019 will man fertig sein – etwa neun Monate später als geplant. KR