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Am Karl-Theodor-Platz in Traunstein soll ein Parkhaus errichtet werden. Dafür sprach sich der Stadtrat aus. (Foto: Reiter)

Mehrheit des Traunsteiner Stadtrats sprach sich für ein Mobilitätshaus am Karl-Theodor-Platz aus

Traunstein – Für ein Mobilitätshaus am Karl-Theodor-Platz sprach sich eine breite Mehrheit des Traunsteiner Stadtrats aus. In erster Linie geht es da-rum, zentrumsnah deutlich mehr Parkplätze zu schaffen. Doch auch die Erreichbarkeit zu Fuß in die Innenstadt soll verbessert werden – möglichst barrierefrei. In einer fast eineinhalbstündigen Diskussion legten die Stadträte ihre Argumente dar. Gegen ein Parkhaus stimmten die Grünen, die Traunsteiner Liste und Wilfried Schott (fraktionslos).


»Der Karl-Theodor-Platz ist ein politischer Evergreen in Traunstein«, sagte Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (CSU) und machte damit deutlich, dass das Thema die vergangenen Jahre immer wieder aufgeschlagen ist. »Es ist jetzt wirklich an der Zeit, sich konkrete Gedanken zu machen.« Denn der Karl-Theodor-Platz sei in keinem guten Zustand. Die Kosten für eine Sanierung schätzte der Oberbürgermeister auf rund 1,5 Millionen Euro, »denn es geht nicht nur um die Asphaltierung, sondern auch um den gesamten Unterbau«.

Im Stadtrat behandelt werden sollte der Antrag der CSU-Fraktion, dem sich die Fraktionen SPD/Die Linke und UW angeschlossen hatten. Denn es hätten sich auch andere Fraktionen dazu Gedanken gemacht, wie der Oberbürgermeister sagte. In Bezug auf die Gestaltung des Mobilitätshauses meinte Hümmer, dass es sich um ein sensibles Gebiet handle. »Das muss gut passen. Vielleicht gehen wir ein wenig in die Tiefe und etwas in die Höhe. Das wäre dann eine Win-Win-Situation.«

Konrad Baur, der Fraktionsvorsitzende der CSU, stellte den Antrag kurz vor. Ziele seien die Verdopplung der Kfz-Stellplätze von rund 300 auf 600, die Verbesserung der Aufenthaltsqualität am Karl-Theodor-Platz, eine bessere Erreichbarkeit der Innenstadt und eine Verbesserung der Fußgängerbeziehung. Angedacht sei auch, Angebote von geeigneter Ladeinfrastruktur für Fahrräder und Autos zu schaffen. »Wir müssen ein klares Signal für die Belebung der Innenstadt senden«, betonte Baur. Es gehe nicht nur um mehr Parkplätze. Der Grünanteil am Karl-Theodor-Platz sollte erhöht werden, »dass es ähnlich einem Park wird«.

Peter Forster, der Fraktionsvorsitzende von SPD/Die Linke, drückte seine Skepsis angesichts der Notwendigkeit des CSU-Antrags aus. Denn es werde ja seit Langem im Stadtrat über dieses Thema diskutiert. Doch da es um die Zukunft und die positive Entwicklung Traunsteins gehe, »haben wir uns als Fraktionsgemeinschaft dafür entschieden, uns entsprechend in den Antrag einzufinden und einzubringen«. Nach Gesprächen im Vorfeld der Sitzung, sei ein zusätzlicher Punkt mitaufgenommen worden, sagte Forster. Daher habe man mit dem Antrag mitgehen können. Dabei geht es vor allem darum, dass durch das neue Mobilitätshaus nicht nur mehr Parkplätze entstehen, sondern auch eine Neuaufteilung der Verkehrsflächen zugunsten von Fußgängern und Radfahrern möglich wird. Nils Bödeker (SPD/Die Linke) betonte, dass ein reiner Zuwachs an Stellplätzen für Autos nicht vermittelbar wäre. »Es braucht auch mehr Platz für Radfahrer und Fußgänger. Dann kann das ein echter Gewinn für Traunstein werden.«

Susanne Deckert von der Initiative Traunstein sprach sich dafür aus, zunächst mehr Parkplätze am Karl-Theodor-Platz zu schaffen mit dem Mobilitätshaus und dann die Innenstadt zu beleben - also hier möglichst Parkplätze abzubauen. Bislang sei die Verkehrsberuhigung der Innenstadt politisch nicht durchsetzbar gewesen. "Stets wurde sich darauf berufen, dass zunächst innenstadtnah Parkplätze geschaffen werden müssten und in Folge die Innenstadt verkehrsberuhigt werden könne", betonte Deckert. Und weiter: "Mit einem Parkhaus am Karl-Theodor-Platz ist die Verkehrsberuhigung nicht als Option oder Möglichkeit zu behandeln, sondern obligatorisch, also verpflichtend".

KR

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