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Maria Lutz aus Seiboldsdorf feiert am heutigen Mittwoch ihren 100. Geburtstag

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Traunstein – Ihren 100. Geburtstag feiert am heutigen Mittwoch Maria Lutz aus Seiboldsdorf. Sie wurde am 4. November in Seiboldsdorf am Moierhof (Rosenegger) geboren. Mit fünfeinhalb Jahren wurde sie in der Volksschule Haslach eingeschult.

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Schon mit zwölf Jahren war die Schulzeit zu Ende, berichtet ihr Sohn Peter Lutz im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. Sie musste am elterlichen Hof mitarbeiten. Mit 17 Jahren starb der Vater und die zwei Brüder mussten in den Krieg ziehen.

Die ganze Arbeit am Bauernhof musste über sechs Jahre lang von den Frauen bewältigt werden. Nur ungern erinnert sie sich an diese schwere und sehr arbeitsreiche Zeit. Ein normaler Arbeitstag begann im Sommer bereits um 3 Uhr und endete erst spät am Abend.

Als Mitarbeiter des Landwirtschaftsamts kam Max Lutz viel herum auf den Bauernhöfen in der Gegend. Und so kam er auch auf den Hof in Seiboldsdorf, wo er seine Maria kennen- und lieben lernte. Geheiratet haben die beiden 1950. Aus der Ehe gingen fünf Kinder hervor, die ihr zehn Enkel und eine Urenkelin schenkten. Der älteste Sohn starb schon in jungen Jahren am Berg. Peter Lutz ist nicht nur der Nachbar seiner Mutter, er ist auch Gärtner und »Finanzminister«, sagt er und lacht – aber die Oberhoheit über ihre Finanzen hat sie noch immer selbst. Er hilft ihr auch bei den schriftlichen Dingen. Sein Bruder ist der »Gesundheitsminister« – er ist Arzt in Poing und besucht die Mutter wöchentlich. Und auch die beiden Schwestern, die heute noch in Seiboldsdorf wohnen, und ihre Kinder kommen immer wieder vorbei. Sie freut sich sehr über jeden Besuch.

»In Urlaub gefahren sind meine Eltern ja nicht großartig«, erklärt er auf die Frage nach den Hobbys seiner Mutter. Mit ihrem Mann zusammen bewirtschaftete sie den 1600 Quadratmeter großen Garten. »Da war alles voll mit Gemüse und Blumen. Besonders stolz waren sie immer auf die Erfolge bei den Blumenschmuckwettbewerben.«

Allzu kostspielige Hobbys wären für sie aber auch nicht infrage gekommen. »Das war noch die Generation Frauen, die schief angeschaut wurden, wenn sie in die Arbeit gingen. Das war ja damals eine Schande.« Wichtiger als der Garten war Maria Lutz immer die Familie. Dass die nun nicht gemeinsam mit ihr den Jubeltag im Wirtshaus feiern kann, bedauert sie zwar. Alle Kinder und Enkelkinder werden sie zeitversetzt besuchen.

Seit fast acht Jahren sitzt sie nun im Rollstuhl und wird zu Hause sehr gut betreut. Täglich lässt sie sich das Traunsteiner Tagblatt vorlesen und ist an allen Neuigkeiten interessiert. »Vor allem interessiert sie sich für die Gerichtsberichte, denn sie war selbst früher Schöffin«, so Peter Lutz abschließend. Wie die Familie wünscht auch das Traunsteiner Tagblatt alles Gute, vor allem Gesundheit, zu diesem besonderen Geburtstag.

coho

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