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Lebenslänglich für Priener Messerstecher – er zeigte keinerlei Reue

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Nachrichten aus Traunstein
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Der wegen Mordes angeklagte Hamidullah M. (r.) im Landgericht Traunstein mit seinem Rechtsanwalt Harald Baumgärtl (l.). Foto: Montage (dpa; l. Uli Deck, r. Matthias Balk)

Traunstein – Heute fällte das Landgericht Traunstein das Urteil gegen den 30-jährigen Muslim, der im April 2017 in Prien eine 38-jährige Mutter niedergestochen hat: Er muss eine lebenslange Freiheitsstrafe verbüßen.


Das Landgericht Traunstein verurteilt den Angeklagten zu lebenslanger Haft und erkennt außerdem die besondere Schwere der Schuld an. Das bedeutet, dass eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren zwar möglich, aber in den meisten Fällen so gut wie ausgeschlossen ist.

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Gericht nimmt Motivbündel an

Ein klares Motiv nannte der Angeklagte selbst nicht. Das Gericht ging vielmehr von einem Motivbündel aus. Das Opfer soll ihn aufgefordert haben, ebenfalls zum Christentum überzutreten, das hat der Angeklagte nicht gebilligt. Er habe sich "bedrängt" gefühlt. Dazu kommt der fehlende Erfolg, sich in die Gesellschaft zu integrieren, Deutsch zu lernen und letztlich die Tatsache, dass er die Folgen daraus nicht verkraftet habe, insbesondere dass die Menschen aus seinem Umfeld an ihm vorbeizogen.

Kinder des Opfers leiden sehr

Eine Nebenklage-Vertreterin sprach in ihrem Plädoyer von einer regelrechten öffentlichen Hinrichtung. Nach Auskunft des ältesten Sohnes des Opfers und der Verteidiger leiden die Kinder immer noch sehr unter dem Verlust ihrer Mutter.

Während der Urteilsverkündung und im Laufe des Prozesses zeigte der Angeklagte keine Reue für seine Taten. Er unterbrach den Richter in seinen Schlussworten mehrmals.

Das Gericht folgte mit dem Urteil dem Antrag der Anklagebehörde. Diese hatte dem 30-Jährigen vorgeworfen, er habe die Frau wegen ihrer Religionszugehörigkeit getötet. Verteidiger Harald Baumgärtl hatte hingegen beantragt, auf die besondere Schwere der Schuld zu verzichten. Er begründete dies unter anderem mit der "ganz außergewöhnlichen Lebenssituation" des Angeklagten. Der abgelehnte Asylbewerber sei von klein auf mit Gewalt, Blut und Tod konfrontiert gewesen. In seinem Schlusswort hatte sich der Angeklagte bei den Hinterbliebenen entschuldigt.

Vorbericht: Höchststrafe für 30-Jährigen?

Das Landgericht Traunstein will am heutigen Freitag das Urteil gegen den 30-jährigen Muslim verkünden, der im April letzten Jahres eine 38-jährige zum Christentum übergetretene Muslima getötet hat. Die Tat sei einer Hinrichtung gleichgekommen, so die Anklage. Weil er eine 38-jährige Mutter vor einem Priener Supermarkt erstach, muss der 30-Jährige mit der Höchststrafe rechnen: lebenslänglich.

Der Mann hatte die 38 Jahre alte Frau im April 2017 in Prien vor den Augen ihrer beiden fünf und elf Jahre alten Söhne erstochen. Täter und Opfer stammen aus Afghanistan und kannten sich flüchtig. Der inzwischen 30-Jährige war an einem Supermarkt mit einem Messer auf die Frau losgegangen. Sie starb noch auf dem Weg ins Krankenhaus. Der Angreifer konnte von einem zufällig anwesenden Polizisten und mehreren Passanten überwältigt werden.

Lebenslange Haft und besondere Schwere der Schuld?

Staatsanwalt Oliver Mößner hatte lebenslange Haft verlangt. Die Tat sei einer Hinrichtung gleichgekommen, sagte er in seinem Plädoyer. Der Angeklagte habe heimtückisch sowie aus niedrigen Beweggründen gehandelt – er habe die Frau wegen ihrer Religionszugehörigkeit getötet. Mößner beantragte deshalb zudem, die besondere Schwere der Schuld festzustellen. Wenn das Gericht dem folgt, wäre eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren rechtlich zwar möglich, in der Praxis aber so gut wie ausgeschlossen. In aller Regel müssen Verurteilte bei besonderer Schwere der Schuld länger als 15 Jahre im Gefängnis bleiben.

"Mir ist bis heute nicht klar, wie es zu der Tat kommen konnte"

Verteidiger Harald Baumgärtl beantragte hingegen in seinem Plädoyer, auf die Feststellung einer besonderen Schwere der Schuld zu verzichten. Er begründete dies unter anderem mit der "ganz außergewöhnlichen Lebenssituation" des Angeklagten. Der rechtskräftig abgelehnte Asylbewerber sei in seiner Heimatregion "von klein auf mit Gewalt, Blut und Tod" konfrontiert gewesen. In seinem Schlusswort hatte sich der Angeklagte bei den Hinterbliebenen entschuldigt. Ihm sei "bis heute nicht klar, wie es zu der Tat kommen konnte". 

 

dpa/lby/red

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