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Lebenshilfe Traunstein: Das Jahr 2017 war von großer Bautätigkeit geprägt

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Traunstein Lebenshilfe
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Mit einem Präsent dankten Vorsitzender Wolfgang Maier und Geschäftsführerin Annemarie Funke (links) der Beauftragten der Bayerischen Staatsregierung für Menschen mit Behinderung, Irmgard Badura, für den Besuch. (Foto: Buthke)

Traunstein – Ihre erste Jahreshauptversammlung am neuen Hauptsitz in Traunstein veranstaltete die Lebenshilfe Traunstein. Der Vorsitzende Wolfgang Maier berichtete über die umfangreiche Bautätigkeit der Lebenshilfe. Für 25 Jahre Mitgliedschaft ehrte er Jürgen Nagel und Hartwig Richter.


Maier ging auf den Werdegang des neuen Zentrums der Lebenshilfe in Traunstein ein. Dieses Projekt sollte zukunftsweisend sein und den gesetzlichen Vorschriften gerecht werden. »Das bauliche Konzept, das stationäres Wohnen, Wohntraining, Wohnen von Menschen mit und ohne Behinderung sowie Begegnungsstätte der regionalen offenen Behindertenarbeit und die Verwaltung in sich verwirklicht, war für den dafür gegründeten Fachausschuss eine große Herausforderung«, meinte Maier. Deshalb sei 2017 aus baulicher Sicht mit wegweisenden Entscheidungen und strategischen Zielsetzungen ein Schwerpunkt der Arbeit gewesen, um wichtige gesetzliche Bestimmungen, aber auch den Leistungsumfang und die Sicherstellung des Leistungsangebots für Menschen mit Behinderung umzusetzen.

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Im September hat das inklusive Wohn- und Begegnungsprojekt seinen Betrieb aufgenommen. In einem Gebäude sind 24 stationäre Wohnplätze und zwei Kurzzeitpflegeplätzen. Im zweiten Gebäude findet sozialer Wohnungsbau statt. Ebenso ist eine Wohntrainingsgruppe integriert. Das dritte Gebäude beinhaltet Begegnungs- und Fortbildungsräume der Regionalen Offenen Behindertenarbeit und die Verwaltung.

Um die operativen Leistungsbereiche aufgrund des Haftungsumfangs für die Verantwortlichen und ehrenamtlichen Vorstände des Vereins rechtskonform auszugliedern, sei zum 1. Januar 2018 eine gemeinnützige GmbH gegründet worden, so Maier. Gemäß Satzung wurde ein Aufsichtsrat gegründet. Aufsichtsratsvorsitzender ist der Vereinsvorsitzende Maier, sein Stellvertreter Florian Mengele. Die weiteren Mitglieder sind Heinz Hahn, Andrea Hatzl, Brigitte Kotter und Maria Müller. Als externe Mitglieder gehören Josef Schärtl und Josef Schallinger dem Aufsichtsrat an. Mittlerweile wurde unter der Leitung von Annette Müller auch ein Fachbeirat Förderstätte/Wohnheim.

Weiterhin sei 2017 insbesondere durch neue gesetzliche Vorgaben geprägt gewesen, erklärte Maier. Das Bundesteilhabegesetz bringe eine Systemumstellung, weil die Leistungen der Eingliederungshilfe von den existenzsichernden Leistungen getrennt würden.

Zu weiteren strategischen Bauprojekten der Lebenshilfe sagte der Vorsitzende, der Ersatzbau eines Wohnheims beim Sportplatz in Seeon befinde sich bereits im Bau. Auch in Waging wird das Wohnheim abgerissen, weil es den gesetzlichen Vorgaben nicht mehr angepasst werden kann. Es wird ein Ersatzbau mit 16 Wohnplätzen entstehen. Abriss und Neubau erfolgen 2019. Im südlichen Landkreis wird die Lebenshilfe neue Wohn- und Beschäftigungsmöglichkeiten im Zentrum von Unterwössen schaffen.

Über Zahlen sprach Geschäftsführerin Annemarie Funke. 2017 sei die Bilanzsumme von rund 25,6 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr mit knapp 18,5 Millionen Euro beträchtlich angestiegen. Das Anlagevermögen habe um drei Millionen Euro und das Umlaufvermögen um 4,1 Millionen Euro zugenommen. Bei den Passiva seien die Verbindlichkeiten aufgrund der Bautätigkeit von 3,4 Millionen Euro 2016 auf fast 7,6 Millionen Euro 2017 angestiegen.

Über die künftige Ausrichtung der Behindertenhilfe in Bayern sprach die Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Menschen mit Behinderung, Irmgard Badura. Ihr Wunsch sei es, dass Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam leben und sich mehr in der Öffentlichkeit begegnen. »Wir müssen uns in der Gesellschaft auf den Weg machen, um Begegnungen zu schaffen.« In ihrem Ausblick auf die Behindertenhilfe sagte sie, man werde versuchen, als Alternative zu den Behindertenwerkstätten einzelne Arbeitsplätze in Betrieben zu finanzieren. Man wolle Modelle schaffen, wo man so etwas ausprobieren könne. Ziel müsse es sein, Menschen mit Behinderung mit demselben Geld anders zu unterstützen. Eine Idee sei auch der Austausch von Beschäftigten zwischen den Werkstätten und der Wirtschaft.

In der Diskussion gab der Ehrenvorsitzende Peter Bantlin der Beauftragten für Menschen mit Behinderung für ihre Arbeit drei Fragen mit auf den Weg: Wie werden die Staatsregierung bzw. der Bezirk auf die Problematik des Alters beim Wohnen und beim Erhalt der Fähigkeiten von Menschen mit Behinderung reagieren? Steht künftig bei Mehrfachbehinderten die Pflege oder die Förderung der Pflege im Vordergrund? Wie benennen wir den Zustand der Menschen, um die es geht, bezüglich der Schwere der Behinderung? Badura versprach, die Anregungen mitzunehmen. In der Behindertenarbeit gelte jedoch, nicht die Geduld zu verlieren. Bjr

 

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