weather-image
27°

Kurs auf Um- und Ausbau vom Heimatmuseum

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Das Heimatmuseum steht im Fokus: Die Stadt zieht in Erwägung, die Einrichtung um- und auszubauen. Insbesondere beabsichtigt sie, die Räume des angrenzenden Mayer-Hauses miteinzubinden. Diesem großen Ziel nähert sie sich in kleinen Schritten. (Foto: Pültz)

Traunstein – Die Stadt nimmt Kurs auf einen Um- und Aubau des Heimatmuseums. Einstimmig zur Kenntnis genommen hat der Kultur- und Sportausschuss des Stadtrats die Machbarkeitsstudie, die Dr. Bettina Keß von »kulturplan« in Würzburg erstellte. Das Gremium forderte die Leitung des Museums auf, die Bestandsaufnahme so schnell wie möglich abzuschließen. Bauhistorische Untersuchungen sollten in die Wege geleitet werden, Organisationsstruktur und Finanzierungsmöglichkeiten seien zu gegebener Zeit auszuloten.


Keß erläuterte dem Ausschuss die Ergebnisse ihrer Untersuchungen. In ihrer Bestandsaufnahme sagte sie unter anderem, dass Objekte »unvermittelt nebeneinander stehen« und »zu wenig« erklärt seien. Deren Präsentation sei zu überarbeiten. Das Profil der Einrichtung sei zu schärfen. »Am Ende sollte ein modernes, stadtgeschichtliches Museum stehen.«

Anzeige

In dieser Zielsetzung empfahl sie insbesondere auch, das Museum zu einer Stätte der Begegnung zu machen. Die Zieglerwirtsstube zeuge heute noch von der früheren Nutzung des Hauses als Gaststätte. Sie sei der »lebendige Kern des Ganzen« und könne als »Stammtisch der Stadt« zum Treffpunkt für Einheimische und Gäste werden.

In der Einbindung des angrenzenden sogenannten Mayer-Hauses sah die Gutachterin die »Chance, Flächen und Räume zu schafen, die bislang im Museum fehlen«. So können dort ihren Angaben zufolge etwa ein Foyer und Toilettenanlagen wie zum Beispiel auch ein Vorbereitungs- und ein Lagerraum dargestellt werden.

Kämmerer Reinhold Dendorfer, seines Zeichens Interimsvorsitzender der Stiftung Heimathaus, die die Einrichtung trägt, sagte, dass die Machbarkeitsstudie die Defizite im Museum aufzeige. Die Gutachterin »legt den Finger in die Wunde«. Sie stelle aber auch Potenziale dar, die genutzt werden können. Das Thema Heimatmuseum sei »mit Emotionen und Befindlichkeiten belastet«, so der Kämmerer weiter. Nötig sei ein »behutsames Vorgehen« – unter anderem auch in der Diskussion über die Trägerschaft der Einrichtung.

Zweiter Bürgermeister Hans Zillner (CSU), der die Ausschusssitzung leitete, weil Oberbürgermeister Christian Kegel wegen eines Termins verhindert war, meinte, dass die Modernisierung des Museums keineswegs von heute auf morgen erfolgen werde. Schon als die Stadt das Mayer-Haus gekauft habe, sei ihr klar gewesen, dass der Um- und Ausbau des Museums »einige Zeit« in Anspruch nehme werde.

Christa Fuchs (CSU) stellte fest, dass die Gutachterin in ihren Ausführungen allein die Zieglerwirtsstube »als positiv« herausgestellt habe. Alles andere sei als »nicht so interessant« bewertet worden. Fuchs: »Ich bin stolz auf unser Heimtmuseum gewesen«. Gäste habe sie immer in die Einichtung geschickt. »Jetzt bin ich hin- und hergerissen.«

Robert Sattler (SPD) sagte hingegen, dass die Gutachterin »äußerst interessante« Perspektiven eröffnet habe. Um die Attraktivität des Heimatmuseums zu steigern, seien große Anstrengungen vonnöten: »Hier kann man nicht kleckern, da muss man klotzen.«

Ursula Lay (UW) nahm Dr. Jürgen Eminger, den Leiter des Heimatmuseums in Schutz. Bei aller Kritik an der Konzeption dürfe nicht vergessen werden, dass es sich um einen »Ein-Mann-Betrieb« handle. Sie fand es nicht gut, dass ein so großes Haus nur von einer Person betreut werde. Lay mahnte, insbesondere dann zügig zu handeln, wenn, wie die Gutachterin andeutete, Exponate in der Sammlung – etwa bedingt durch starke Temperaturschwankungen – beschädigt worden seien.

Uwe Steinmetz (UW) erinnerte an die »Super-Lage« des Heimatmuseums im Herzen der Stadt Traunstein. In der Diskussion um einen Um- und Ausbau sei insbesondere auch die dem Stadtplatz abgewandte Seite – die Front am Maxplatz – zu beachten.

Ilona Müller von der Kämerei meinte, dass in erster Linie auch und gerade über die Stiftung Heimathaus diskutiert werden müsse. Zu erörtern sei, ob sie weiterhin das Heimathaus tragen könne.