Kurs auf ein Wohngebiet »passgenau für Traunstein«

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3,6 Hektar an der »Hochstraße« entwickelt die Stadt. Ihr Ziel: ein Baugebiet, das neuartige Wohnformen ermöglicht.Insbesondere möchte die Stadt die Möglichkeit schaffen, dass mehrere Generationen zusammenleben können. Um die Planungen voranzubringen, hat sie nun eine Steuerungsgruppe eingesetzt. (Foto: Pültz)

Traunstein – Neue Wege einschlagen will die Stadt Traunstein in Seiboldsdorf: Ausweisen möchte sie ein Baugebiet, das mit herkömmlichen nicht mehr vergleichbar ist. Sie will das Zusammenleben der Generationen, das »Mehrgenerationenwohnen«, ermöglichen sowie ökologische Bau- und Energiekonzepte umsetzen.


Um das Vorhaben voranzutreiben, hat der Ausschuss für Planung, Bau und Digitalisierung des Stadtrats nun einstimmig beschlossen, eine Steuerungsgruppe einzurichten.

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Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (CSU) sagte, die Planungen in Seiboldsdorf seien aus Sicht der Verwaltung und des Stadtrats »ein Thema, das wir mit Nachdruck voranbringen wollen«.

Im Brennpunkt stehen laut dem Rathauschef insgesamt 3,6 Hektar östlich der Staatsstraße 2105, der »Hochstraße«. 2,1 Hektar gehören seinen Angaben zufolge der Stadt, der Rest sei in privatem Eigentum. Die Stadt wolle kein »Wohngebiet von der Stange« schaffen, sondern eines, das »passgenau für Traunstein ist«.

Der Ausschuss für Planung, Bau und Digitalisierung hatte sich zuletzt im September mit dem Thema befasst und beschlossen, dass für die Entwicklung von Wohnbauflächen in Seiboldsdorf nachhaltige und innovative Lösungskonzepte zu überprüfen sind. Im Oktober fuhr dann der Stadtrat nach Brannenburg und Weyarn, um sich über zwei unterschiedliche Wohnbauprojekte zu erkundigen und Anregungen für die Entwicklung des Baugebiets in Seiboldsdorf zu holen. Führungen und Vorträge standen auf dem Besichtigungsprogramm.

Als der Stadtrat dann zu einer Klausur zusammenkam, widmete er sich hinter verschlossenen Türen auch des Themas »Stadtentwicklung und Wohnen« – womit dann auch Seiboldsdorf im Brennpunkt stand. Als Ziele gab er aus, wie die Verwaltung im Rathaus nun informierte, ein neuartiges Wohngebiet für das Mehrgenerationenwohnen zu schaffen, ökologische Bau- und Energiekonzepte zu berücksichtigen und externe Realisierungs- und Vermarktungsstrukturen zu nutzen. Er beauftragte die Verwaltung, eine Steuerungsgruppe einzurichten, einen Strukturplan zu erstellen und Kriterien zur Vergabe der Wohnbauflächen zu definieren.

Den ersten Schritt hat die Stadt nun unternommen: Aus der Taufe hob der Planungsausschuss eine Steuerungsgruppe. Das Gremium beauftragte sie, Nutzungsalternativen zur Errichtung herkömmlicher Einfamilienhäuser festzulegen, die Zielvorstellungen für das Baugebiet und die Anforderungen an ein Strukturkonzept zu konkretisieren sowie Vorschläge zur weiteren Vorgehensweise zu erarbeiten. In der Steuerungsgruppe sitzen Vertreter der Fraktionen und der Verwaltung sowie der Oberbürgermeister.

»Die Vielfalt der Möglichkeiten muss diskutiert werden«, so Elmar Schwäbisch, der Leiter des Sachgebiets Stadtplanung im Rathaus. Die Mischung der Wohnformen – auch Angebote für Senioren – sei zu erörtern. Zu diesem Zweck sei eine Steuerungsgruppe erforderlich, die Vorschläge ausarbeitet. »Entschieden wird im Stadtrat«, so Schwäbisch in der Sitzung des Planungsausschusses.

Zweite Bürgermeisterin Burgi Mörtl-Körner (Bündnis 90/Die Grünen) wünschte sich, dass auch Seiboldsdorf einmal ein Vorzeigeprojekt für innovative, ökologische Wohnbebauung wird. Sie hoffte, dass dann Auswärtige ebenso nach Traunstein kommen, wie sich der Stadtrat von hier auf den Weg gemacht hatte, um andernorts beispielhafte Entwicklungen kennenzulernen.

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