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Kundgebung in Traunstein: »Europa ist ein Friedensprojekt«

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Europa ist ein Friedensprojekt, und um das zu schützen, demonstrierte ein breites Bündnis zivilgesellschaftlicher Organisationen am Bahnhofsplatz in Traunstein. (Foto: Peter)

Traunstein – Die Kundgebung am Bahnhofsplatz bildete den Auftakt, auch wenn es laut Grünen-Kreissprecherin Helga Mandl nicht so geplant war, zu Demonstrationen »Ein Europa für Alle: Deine Stimme gegen Nationalismus!«, die nächstes Wochenende zeitgleich in Hamburg, Berlin, Leipzig, Köln, Frankfurt, Stuttgart und München stattfinden.


Die Kundgebungen werden von einem breiten Bündnis zivilgesellschaftlicher Organisationen sowie verschiedenen Parteien getragen. Alle Redner hoben den Stellenwert der EU-Wahlen heraus und riefen auf, dabei für ein faires und gerechtes Europa zu stimmen.

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Der Bahnhofsplatz bot einen optimalen Veranstaltungsort und zugleich die Rednerbühne für die Kundgebungsteilnehmer. So bunt, wie die EU ist, so bunt waren auch die Transparente, auf denen wie auch in den Reden die Themen Frieden, Freiheit, Umwelt- und Klimaschutz sowie Menschenrechte immer wieder aufgegriffen wurden. Ziel der Reden war es, darauf hinzuweisen, wie wichtig es ist, in einer Zeit nationaler Alleingänge sich als solidarische Gesellschaft für Europa einzusetzen.

Das breite Bündnis setzt sich über die Grenzen von Nationalismus und Abschottung hinweg. Es steht für ein Europa der Humanität, Demokratie wie auch der sozialen Gerechtigkeit mit grundlegendem ökologischem Wandel.

Die Europawahl sei eine entscheidende Wahl über die Ausrichtung der Europäischen Union, sagte Beate Rutkowski, die Vorsitzende des Bunds Naturschutz Traunstein, die zugleich die Reihe der Redner eröffnete. »Wir wollen unsere Stimme für ein Europa der Solidarität geben und darum demonstrieren wir. Europa ist ein Friedensprojekt, was wir uns nicht von Populisten kaputtmachen lassen dürfen!«, sagte sie. »Wir müssten Europa unterstützen und eine europäische Union im Sinne der Menschen und der Natur fordern«, so Rutkowski.

Diesen Gedanken griff auch ÖDP-Vertreter, Helmut Kauer auf und meinte, die EU habe einen Geburtsfehler. Sie sei damals als Wirtschaftsunion gegründet worden, der Werte wie die Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und die Wahrung der Menschenrechte einschließlich der Rechte der Personen, die Minderheiten angehören, untergeordnet worden seien. Im Lissabon-Vertrag habe man dem entgegengewirkt. Doch müsse noch mehr darauf hingearbeitet werden, dass die EU in erster Linie eine Wertegesellschaft sei, so Kauer.

Für die Schülerbewegung »Fridays for Future« sprach Gymnasiast Tobias Kohler. Er erinnerte daran, dass alle zwei Minuten ein Mensch durch die Folgen der Umweltverschmutzung auf der Erde sterbe. Menschenwürde und Armut hingen sehr eng mit der Umweltpolitik zusammen, sagte er. Jamila Schäfer von Bündnis90/Die Grünen stellte klar, dass Klima- und Sozialpolitik miteinander verwoben seien und wer meine, sich für das eine oder andere entscheiden zu müssen entscheide sich gegen beide Bereiche. MP

 

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