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Kulturvereine dürfen in der Klosterkirche kostenlos proben

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Traunstein: Kulturvereine dürfen in Klosterkirche kostenlos proben – Raummiete bei Veranstaltungen
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Die neue Klosterkirche bietet viel Platz – nicht zuletzt auch auf der Bühne. (Foto: Pültz)

Traunstein – Die Stadt öffnet die Klosterkirche zum kostenlosen Proben: Vereinigungen und Vereine müssen keine Raummiete bezahlen, wenn sie im neuen Kulturforum für Auftritte üben. In einem Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt hat Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (CSU) angekündigt, dass in nächster Zeit eine Regelung erfolge. Die Befreiung von der Raummiete gelte nicht, wenn die Vereine kommerzielle Veranstaltungen planen.


Eine gute Nachricht für alle Kulturschaffenden hatte der Oberbürgermeister bei der Eröffnungsfeier des Kulturforums parat: Als sein Anliegen gab er aus, »dass dieses Forum ein Forum für alle Traunsteinerinnen und Traunsteiner wird, für die einheimischen Kulturschaffenden, Kulturvereinigungen und Vereine. Wir werden deshalb grundsätzlich keine Raummiete für diesen Nutzerkreis verlangen.«

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Im neuen Kulturforum stehen der Kapuzinersaal und vor allem auch die Klosterkirche zur Verfügung. Im ehemaligen Gotteshaus ist grundsätzlich Platz für 300 Besucher. Bedingt durch die Auflagen in Corona-Zeiten – insbesondere durch die Anordnung, Abstand zu halten – hat sich diese Zahl auf 100 verringert.

Die Raummiete für die Klosterkirche beträgt nach Angaben von Alexandra Birklein, der von der Stadt beauftragten Betreiberin des Kulturforums, pro Tag 600 Euro. Da die Anzahl der Besucher in Corona-Zeiten beschränkt ist, seien nun lediglich 300 Euro zu bezahlen. Die Klosterkirche werde nur einmal pro Tag vermietet.

Die Stadt plant nun laut dem Oberbürgermeister eine »relativ kleine« Veränderung der Bestimmungen. Die bisherige Regelung besage, dass Vereine, die 300 Euro bezahlen müssten, auf Antrag von der Raummiete befreit werden. Nun beabsichtige die Stadt, dieses Prinzip umzudrehen: Vereine dürften künftig grundsätzlich kostenlos eintreten und müssten nur in Ausnahmefällen etwas bezahlen. Und diese Ausnahmen von der Regel präzisiert der Rathauschef wie folgt: Wenn Vereine finanzielle Interessen verfolgen und kommerzielle Veranstaltungen planen, dann sind sie laut Hümmer nicht von der Miete befreit. Einzelfallentscheidungen seien dann nötig.

Die Stadt will den Kulturvereinen unter die Arme greifen. Als klassischen Fall, der die Zielsetzung im Rathaus beschreibt, nennt der Oberbürgermeister etwa den Chiemgau-Chor, der einen Raum zum Proben sucht. Die Stadt wolle ihn über die Befreiung von der Miete einladen, in die Klosterkirche zu kommen.

Der Kulturfördervereinigung ARTS hilft die Stadt bereits. Mit dem Verein, der sich in der Vergangenheit um den Erhalt und die Belebung der Klosterkirche über die Organisation von Veranstaltung verdient gemacht hatte, schloss sie schon im Mai 2019 einen Vertrag. ARTS darf die Klosterkirche zwölf Wochen jährlich nutzen, ohne Miete zu zahlen. Als Ausgleich für Einnahmen über die Vermietung an Dritte und als Förderung der Kulturarbeit erhält der Verein von der Stadt jährlich 4000 Euro. Außerdem darf er Leistungen des Bauhofs in einer Höhe bis zu 3000 Euro in Anspruch nehmen.

Birklein hat schon Abmachungen unter Dach und Fach gebracht. Der Chiemgau-Chor probe nun am Dienstagabend. Und die Bläsergruppe der Musikschule komme am Montag ins Haus. Die Betreiberin des Kulturforums freut sich, dass die Stadt Mietbefreiungen ausspricht, die Gäste ins Haus locken. »Es gibt nichts Schöneres als einen Veranstaltungsraum, der belebt wird.«

Unter besonderen Rahmenbedingungen steht der Betrieb im Kulturforum, der nun mit der Einweihung Anfang des Monats offiziell begonnen hat. Insbesondere haben die Auflagen in der Corona-Krise dazu geführt, dass nur Veranstaltungen mit maximal 100 Gästen erlaubt sind.

Alexandra Birklein sagt, dass die Vermietung der Klosterkirche zwecks Kulturveranstaltungen derzeit sehr gut laufe – auch deswegen, weil in Rosenheim, bedingt durch die hohe Zahl der Corona-Neuinfektionen und damit einhergehender Verschärfung der Bestimmungen, größere Veranstaltungen nicht möglich seien. Im »Gala-Bereich«, der Vermietung für Geburtstage und Hochzeiten, seien hingegen noch keine Erfolge zu melden.

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