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Kulturschaffende sollen unterstützt werden

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Traunstein: Kulturschaffende sollen unterstützt werden – Preise für Videos
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Auf der Homepage der Stadt können sich Künstler aus Traunstein mit einem dreiminütigen Video vorstellen. Dafür bekommen sie 500 Euro. Gedacht ist das Geld als Unterstützung in der Corona-Krise.

Traunstein – »Das ist ein Bereich, der von der Corona-Krise ganz, ganz stark betroffen ist«, betonte Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (CSU) im Ausschuss für Kultur und Sport. Gemeint waren die Kulturschaffenden, die von der Stadt nun – wie die Gastronomie auch – unterstützt werden sollen. Insgesamt stehen dafür 10.000 Euro zur Verfügung.


Die Idee und der Antrag für eine Videoaktion mit dem Namen »Traunstein hoch 3« kam von der UW-Fraktion. Sie stieß auf uneingeschränkte Zustimmung bei den Ausschussmitgliedern. Zur Begründung für den Antrag der UW heißt es: »Die Covid-19-Pandemie brachte Kunst- und Kulturschaffende in Existenznot, da alle Einkünfte schlagartig durch Auftritts- und Versammlungsverbot wegfielen. Gerade weil das öffentliche Kulturleben in seiner Vielfalt momentan nicht stattfinden kann, wird den Kunst- und Kulturschaffenden eine Plattform gegeben, sich und ihre Arbeit in einem dreiminütigen Video vorzustellen.«

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Für einen Videoclip bekommen die Traunsteiner Künstler 500 Euro. Insgesamt ist das Angebot auf 20 Einzelkünstler beschränkt, so dass maximal mit Ausgaben von 10.000 Euro zu rechnen ist. Die Videos werden dann auf der Homepage der Stadt gezeigt.

»Wir wollen damit deutlich machen, dass die Stadt auch ein offenes Ohr für Kunst und Kultur hat«, begründete Ursula Lay (UW) den Antrag ihrer Fraktion. Die Kulturreferentin sagte, dass »Traunstein hoch 3« in Anlehnung an ein Angebot in Ingolstadt entwickelt worden sei, die sich wiederum an Heidelberg orientiert hätten. In Ingolstadt haben ihren Worten nach 60 Künstler aus den Bereichen Musik, Theater und Kultur ein Video eingestellt. »Da sind ganz tolle Sachen mit einer großen Vielfalt zu sehen«, betonte sie.

Isabelle Thaler (CSU) sprach von einer Win-Win-Situation. »Wir geben den Künstlern eine Plattform, aber wir bekommen auch etwas dafür.« Auf der Homepage der Stadt werde dann nämlich sichtbar, »welche tollen Künstler wir haben«.

Simon Steiner (Traunsteiner Liste) fand es »verständlich«, dass den Kulturschaffenden geholfen werden müsse. »Wir haben ja auch die Gastro unterstützt«, betonte er. Doch wichtig sei, zu schauen, was das für Videos seien. »Kunst und Kultur ist ja ein riesiger Begriff. Es muss absolut ausgeschlossen werden, dass da was von rechts oder extrem links dabei ist.«

Oberbürgermeister Christian Hümmer betonte, dass selbstverständlich geprüft werde, »ob das rechtlich konform ist«.

Susanne Deckert (Initiative Traunstein) schlug vor, die Videos nicht nur auf der Homepage der Stadt zu zeigen, sondern auch auf Messen, im Kino, in der Klosterkirche vor Veranstaltungen oder in der Tourist-Info.

Robert Sattler (SPD/Die Linke) würde es gut finden, das Angebot auch für Hobbykünstler zu öffnen – »ohne Geld zum Beispiel«. Auch da würde es sicher viele gute Ansätze geben, war er überzeugt.

Karl Schulz (CSU) gefiel die Idee weniger. »Wir sollten das Ganze nicht verwässern«, betonte er. »Wir wollen doch denjenigen helfen, die davon leben müssen.«

Valentin Rausch (Grüne) sprach von »einer Soforthilfe in schwierigen Zeiten«. Künftig könnte er sich aber durchaus vorstellen, »dass das eine Plattform für mehr ist«. Er appellierte an die Verantwortlichen, den Künstlern eine gewisse Freiheit zu lassen. »Denn Kultur lebt von der Vielfalt.«

Laut Beschlussvorlage der Stadt sind die entstehenden Kosten durch den Haushalt abgedeckt, »da die Stelle eines Kulturmanagers nicht besetzt wird, sondern durch die Umstrukturierung in der Verwaltung eingespart wird«. Wie berichtet, übernimmt der frühere Hauptamtsleiter Gerhard Spiegelsberger künftig den Bereich Familie, Kultur und Bildung.

Starten soll die Videoaktion »Traunstein hoch 3« im Herbst, derzeit laufen die Vorbereitungen. KR

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