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Kritik an Asphaltierungen im Traunsteiner Salinenpark

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Asphaltiert hat die Stadt die Hauptverkehrswege im künftigen Salinenpark in der Au. Eine Deckschicht will sie noch aufbringen. Bürger kritisieren die Flächenversiegelung in der Grünanlage. (Foto: Pültz)

Traunstein – Der neue Salinenpark in der Au nimmt immer mehr Gestalt an. Eine gestalterische Maßnahme sorgt jetzt für heftige Diskussionen: Die Stadt hat Wege über die Grünfläche asphaltieren lassen. Bürger kritisieren, dass sie in einer Grünanlage Flächen versiegelt. Bauunternehmer Herbert Röde bezeichnet das Vorgehen der Stadt als »hirnlos«. Die Verwaltung im Rathaus weist die Vorwürfe zurück.


Ihren Angaben zufolge erhalten die Wege noch eine Deckschicht. Für die »stark frequentierten Hauptverkehrswege« sei, wie Stadtplaner Elmar Schwäbisch mitteilte, ein Belag gewählt worden, der »geh- und fahrfreundlich« sei. Die Kosten betragen seinen Angaben zufolge 80.000 Euro. Einige Bürger meldeten sich in der Redaktion des Traunsteiner Tagblatts. Einer von ihnen war Herbert Röde. Die Asphaltierung sei »hirnlos«. Röde: »Egal, ob eine Matrix drauf kommt, oder nicht, die Fläche ist und bleibt versiegelt.«

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Der Bauunternehmer kritisiert auch, dass die Stadt zweierlei Maß anlege. Sie selbst erlaube sich, Wege zu asphaltieren, doch wenn Bauunternehmer wie er auf einer Gewerbefläche genauso vorgehen wollen, dann sage sie Nein. »Wir werden drangsaliert«, sagt der Bauunternehmer. Ihm sei die Erlaubnis zu asphaltieren, verweigert worden – und zwar mit der Begründung, dass »sonst zu viel Fläche versiegelt werden würde« – und dafür habe er kein Verständnis. »Mir fehlen die Worte.«.

Die Stadt habe, wie Elmar Schwäbisch mitteilte, die Hauptverkehrswege im Park entlang der Salinenstraße und von den Fußgängerüberwegen zur Platzfläche sowie die Fläche um das Wasserbecken asphaltieren lassen. Auf diese Tragschicht komme noch eine Deckschicht. Die Kosten für beide Schichten inklusive aller damit verbundenen Arbeiten liegen laut Schwäbisch bei rund 80 000 Euro.

Die Asphaltierung erledigte eine Firma im Auftrag der Stadt am vergangenen Samstag. »Wegen der zahlreichen abzuarbeitenden Aufträge und der geeigneten Witterung wurde von der Firma das Zeitfenster am vergangenen Samstag genutzt«, sagt der Stadtplaner.

In der Planungsphase seien verschiedene Befestigungsmöglichkeiten für die Wegeflächen und die Platzfläche diskutiert worden, so Schwäbisch weiter, unter anderem auch der Einbau einer wassergebundenen Decke. »Da es sich aber um stark frequentierte Hauptverkehrswege handelt, wurde ein Belag gewählt, der geh- und fahrfreundlich ist, der die Anforderungen an die Barrierefreiheit bestmöglich erfüllt und der eine – bezüglich der Pflege, des Unterhalts und des Winterdienstes – wirtschaftliche Lösung darstellt.« In sehr vielen Parkanlagen werde eine »Befestigung der Wege gewählt, die maßgeblich von der Größe des Verkehrsaufkommens geprägt ist«.

Zur Versiegelung sei anzumerken, so Schwäbisch, dass im konkreten Fall circa 1000 Quadratmeter Wege- und Platzflächen zur besseren Nutzbarkeit und Pflege versiegelt werden. Vorab seien etwa 3400 Quadratmeter entsiegelt worden – und zwar Hallen-, Parkplatz- und Wegeflächen.

Zu Rödes Kritik, das ihm nicht erlaubt werde, Wege zu asphaltieren, sagt Schwäbisch: »Der Vorgang, auf den Herr Röde anspielt, ist uns nicht bekannt. Grundsätzlich wird von der Stadt bezüglich des Flächenverbrauchs immer nach Vermeidungs- beziehungsweise Entsiegelungsmöglichkeiten gesucht, diese werden in jedem Einzelfall geprüft.«

Die Stadt liegt mit dem Förderverein Alt-Traunstein auf einer Linie, der ihr seinerzeit mit einer Spende die Schaffung des Salinenparks möglich gemacht hatte. Der geplante Belag »Olympia-Mastix« sei, wie Vorsitzender Richard Kraft mitteilte, »die beste Lösung«. Denn nun könne im Winter »ein kleiner Schneepflug über die Wege fahren und sie räumen, ohne dass sie aufreißen«, wie der Vorsitzende hervorhebt. »Olympia-Mastix« liege seit 1972 im Olympia-Park, er habe sich bewährt.