Kräuter sind bereichernd

Bildtext einblenden
Viele Wildkräuter wie junge Brennnessel, Löwenzahn oder Giersch schmecken hervorragend und bereichern die Küche.

Traunstein – Frische Kräuter aus dem Garten, das darf in keiner schmackhaften Küche fehlen. Kreisfachberater Markus Breier gibt Tipps, was im April bei Kräutern zu tun ist. Übrigens steht der Kreisfachberater jederzeit für Fragen rund um Garten und Grün unter Telefon 0861/58 385 oder E-Mail unter markus.breier(at)traunstein.bayern zur Verfügung.


Egal ob Küchen- oder Heilkräuter, jetzt im April ist die beste Zeit für die Aussaat. Petersilie, Koriander, Thymian, Ringelblume und alle anderen werden im Zimmer ausgesät, wenn sie kräftig genug sind, pikiert, und für draußen abgehärtet. Wer Petersilie direkt in Freiland sät, riskiert einen Totalausfall. Meist sorgen Pilze für ein rasches Ende der Sämlinge. Daher rät Breier, sie besser drinnen anziehen in sterilisierter Erde. Diese kann man kaufen oder in kleinen Mengen im Ofen oder in der Mikrowelle selber herstellen. Erst die Jungpflanzen sollte man auspflanzen.

Anzeige

Statt Basilikum zu kaufen, ist ab Mitte/Ende des Monats die beste Zeit zur Aussaat bei 20 bis 24 °C auf der hellen Fensterbank. Die Samen nur oberflächlich aufstreuen, denn Basilikum ist ein Lichtkeimer. Entweder in kleinen Gruppen säen oder nach einigen Tagen pikieren. Ab Ende Mai kann Basilikum auch zu Tomaten in Kübel oder Gewächshaus gepflanzt werden und steht damit immer griffbereit. Selber angezogenes Basilikum ist viel aromatischer als rasch gewachsenes Kulturgut aus dem Topf.

Nützliche Wildkräuter: ab auf den Teller

Giersch, Löwenzahn, Knoblauchrauke, Brennnessel und viele weitere Wildkräuter sind lästig in den Beeten. Im April ist der Austrieb noch jung und zart. Doch auszupfen und wegwerfen ist der falsche Weg. Besser: Wir essen sie einfach auf, im Kräuterquark, fein geschnitten im Salat (verfeinert mit Balsamico-Senf-Dressing oder Apfelessig-Saure Sahne-Dressing), als Brennnessel-Kartoffelsuppe, als Brennessel-»Spinat«-Gemüse (junge Brennnesseln wie Spinat zubereiten) oder Wildkräutersalat zum kräftigen Braten.

Junger Giersch schmeckt wie Sellerie, Knoblauchrauke hat feineres Aroma als der Namensgeber und junge Löwenzahnblätter geben Salaten die verdauungsfördernden Bitterstoffe zurück. Mit kleinen Mengen ausprobieren, empfiehlt der Kreisfachberater.

Wer noch Johannisbeeren, Stachelbeeren, Himbeeren oder Brombeeren pflanzen möchte, hat im April die beste Zeit. Das Pflanzloch unbedingt lockern und mit Kompost aufbessern. Himbeeren und Brombeeren genauso tief pflanzen, wie im Topf. Sie brauchen eine Stütze, an der sie festgebunden werden können. Johannis- und Stachelbeeren ruhig fünf Zentimeter tiefer pflanzen, als sie im Topf standen, das gibt mehr Wurzeln.

Nisthilfen für Wildbienen schaffen

Und wer noch etwas für die Bestäubung im Garten tun will, der setzt auf Wildbienen. Mauerbienen sind wertvolle Bestäuber im Obstgarten, weil sie exakt zur Obstblüte fliegen. Wer keine Honigbienen in der Nähe hat, sollte die Mauerbienen gezielt fördern. Am besten sind Nisthilfen mit Bohrungen oder Halmen, sechs bis acht Millimetern Durchmesser und mindestens zehn, besser 15 Zentimetern Tiefe.

Je tiefer die Nisthilfe, desto mehr Weibchen entwickeln sich; vorne finden sich nur Männchen. Aufhängung trocken mit Ausrichtung nach Süden oder Südosten. Gegen Vögel hilft ein Maschendraht von fünf Zentimetern vor der Nisthilfe, die das ganze Jahr draußen bleibt. Wer jetzt noch keine aufgestellt hat, sollte das zügig machen.

vew

Mehr aus der Stadt Traunstein
Einstellungen