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K.o.-Tropfen im Bier und Gedächtnislücken? – Prozess um Doppelmord in Traunreuter Kneipe

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Der wegen zweifachen Mordes 63-jährige Angeklagte (2.v.r.) sitzt vor Prozessbeginn mit einem Dolmetscher (r) und seinen Anwälten Michael Vogel (2.v.l.) und Walter Appel (3.v.l.) im Landgericht Traunstein. Foto: Sven Hoppe/dpa
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Unter den Blicken von Polizisten trugen Bestatter im September 2017 einen Sarg aus einem Lokal. Ein Mann hatte am Vorabend mit einem Gewehr die Kneipe betreten und das Feuer eröffnet. Foto: Tobias Hase/dpa-Archiv

Traunstein – Nach mehreren tödlichen Schüssen auf Gäste der Kneipe "Hex-Hex" in Traunreut beruft sich der Angeklagte auf Gedächtnislücken. Der mutmaßliche Schütze muss sich seit Dienstag wegen zweifachen Mordes sowie versuchten Mordes vor dem Landgericht Traunstein verantworten.


Update, 15.20 Uhr:

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Der Angeklagte hatte am Abend des 16. September 2017 mit der Wirtin des "Hex-Hex" und deren Freundin sowie einem Gast getrunken und gegessen. Laut Staatsanwaltschaft ging er sogar extra nach Hause, um noch eine Brotzeit zu holen: Brot, Speck, Wurst und eine Flasche selbstgebrannten Schnaps. Dann verließ er erneut die Kneipe und kehrte laut Anklage mit dem Gewehr zurück. Er soll sofort gefeuert und dann auch noch mit der Waffe auf die Opfer eingeschlagen haben. Zwei 31 Jahre alte Männer starben. Die damals 50 Jahre alte Wirtin und deren Bekannte (28) wurden schwer verletzt.

Daran, so sagt der 63-Jährige, könne er sich nicht erinnern. Seine Erinnerung habe er erst wieder eingesetzt, als er im Schlafzimmer seiner Wohnung gewesen sei.

Seine Version des Abends: Nachdem er mit den drei Leuten Brotzeit und Schnaps verzehrt hatte, trank er ein letztes Bier. Dieses stellte er nach zwei Schlucken weg und beschwerte sich: Es sei bitter und warm gewesen. Zwei andere Männer, die auch im Lokal waren, seien die ganze Zeit "komisch" gewesen und hätten "ihre Gesichter versteckt". Sie hätten ihm in dieses Bier K.o.-Tropfen getan. "Nach dem ersten Schluck war in meinem Kopf nicht mehr alles normal, nach dem zweiten weiß ich gar nichts." Mehrfach wiederholt er: "Mein Kopf hat nicht funktioniert." Bis sein Verteidiger sagt, dass nun Schluss ist mit der Aussage. Sein Mandant könne nichts weiter hinzufügen.

Der Mann ist in einer geschlossenen psychiatrischen Abteilung untergebracht. Der Vorwurf der Anklage stützt sich auf Sachverständigengutachten und Zeugenaussagen. Zudem wurde in der Wohnung des Angeklagten das Gewehr samt Munition sichergestellt.

Die Waffe besaß er illegal. Er habe sie Wochen vor der Tat an einem Fischplatz gefunden, behauptet er. Er habe sie mit nach Hause genommen und geputzt, weil sie ihn interessiert habe. "Von meiner Kindheit an hatte ich Umgang mit Waffen." Der Mann kam 1996 aus Kasachstan nach Deutschland und arbeitete als Lastwagenfahrer sowie am Bau. In Kasachstan, wo er bei der Armee war, sei er jagen gegangen, in Deutschland nur angeln. Auch am Tattag habe er einen Ausflug zum Fischen vorbereitet.

Schon früher war über eine Lebenskrise des 63-Jährigen spekuliert worden. Der Angeklagte selbst berichtet von der Trennung von seiner Frau. Er habe mehrfach versucht, sie zu kontaktieren. Die Wirtin gab laut einem Polizeibeamten nach der Tat an, die Stimmung in der Kneipe sei gut gewesen, dann aber gekippt. Warum, ist weiterhin ein Rätsel.

Vorbericht: Angeklagter könne sich nicht erinnern

Zum Auftakt der Verhandlung heute Vormittag vor dem Landgericht Traunstein erläuterte der Verteidiger des Mannes, sein Mandant könne sich nicht an die Zeit der Tat erinnern.

Laut Anklage hatte der 63-jährige Mann am Abend des 16. September 2017 mit einem Gewehr das "Hex-Hex" betreten und gefeuert. Danach schlug er mit der Waffe auf die Opfer ein. Zwei 31 Jahre alte Männer starben. Die damals 50 Jahre alte Wirtin und deren Bekannte (damals 28) wurden schwer verletzt. Der Hintergrund ist völlig unklar.

Zuvor hatte der Mann laut Staatsanwaltschaft mit der Wirtin und deren Freundin sowie einem Gast getrunken und gegessen. Dazu brachte er demnach sogar eine Brotzeit von zuhause mit: Brot, Speck, Wurst und eine Flache selbstgebrannten Schnaps.

Der Angeklagte ist in einer geschlossenen psychiatrischen Abteilung untergebracht. Der Vorwurf der Anklage stützt sich auf Sachverständigengutachten und Zeugenaussagen. Zudem wurde in der Wohnung des Angeklagten das Gewehr samt Munition sichergestellt.

Der Mann hatte die Waffe illegal besessen. Im Prozess gab er an, er habe sie Wochen vor der Tat an einem Fischplatz gefunden, sie mit nach Hause genommen und geputzt, weil sie ihn interessiert habe. "Von meiner Kindheit an hatte ich Umgang mit Waffen", sagte der Mann. Er kam nach eigener Aussage 1996 aus Kasachstan nach Traunreut und arbeitete teils als Lastwagenfahrer sowie am Bau. In Kasachstan sei er jagen gegangen, in Deutschland nur angeln. Auch am Tattag habe er einen Ausflug zum Fischen vorbereitet.

red/ dpa/lby

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