weather-image

Kosten für Kulturforum Klosterkirche steigen nochmals – um 300.000 Euro

1.0
1.0
Bildtext einblenden
Blick über den Pausenhof der Ludwig-Thoma-Grundschule auf den geplanten Foyeranbau: So wird das Ensemble Klosterkirche nach Beendigung der Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten aussehen. Foto: © Färbinger Rossmy Architekten

Traunstein – Kurz vor der Fertigstellung des Kulturforums Klosterkirche steigen die Kosten noch einmal um rund 300.000 Euro. Nach Angaben der Stadtverwaltung betragen die Ausgaben für den Um- und Ausbau der denkmalgeschützten Gebäude an der Einmündung der Kloster- in die Ludwigstraße jetzt schätzungsweise 13,35 Millionen Euro.


Die neuerlichen Mehrausgaben auf der städtischen Großbaustelle ergeben sich vor allem deshalb – so die Angaben im Finanzausschuss des Stadtrats –, weil die Elektroinstallationen um rund 270.000 Euro teurer kommen als ursprünglich vorgesehen war.

Anzeige

Auf der Großbaustelle ist jetzt der Endspurt angesagt. Die Fertigstellung hatte sich, bedingt durch einen Wassereinbruch (wir berichteten), verzögert. Ungeachtet dessen, dass noch Restarbeiten zu erledigen sind, hat der Betrieb im neuen Kulturforum mittlerweile begonnen. Eine erste Veranstaltung läuft: Die Kulturfördervereinigung ARTS zeigt eine Teppichausstellung.

Die Baustelle stand am Mittwoch im Finanzausschuss im Brennpunkt. Oberbürgermeister Christian Kegel (SPD) sagte, dass die Arbeiten Ende des Jahres abgeschlossen werden. Die neuerlichen Mehrausgaben seien ein »erheblicher Nachtrag« in der Gesamtrechnung.

Architekt Peter Färbinger vom Büro Färbinger Rossmy in München und Dominik Lehr vom Planungsbüro Silberbauer für Elektrotechnik in Untermarchenbach erläuterten in der Ausschusssitzung die Gründe für die Kostensteigerung. Lehr erklärte unter anderem, dass nun nicht mehr nur, wie ursprünglich vorgesehen, der Hauptteil, sondern die gesamte Beleuchtung aus LED-Technik bestehe – was Mehrkosten in Höhe von rund 100.000 Euro nach sich gezogen habe. Er sagte, dass in der Ausschreibung vor zwei Jahren noch Beleuchtungsmittel vorgesehen gewesen seien, die jetzt – bedingt durch die sich weiter entwickelnde Technik – als veraltet gelten müssten. Färbinger ergänzte, dass es keinen Sinn ergeben hätte, eine Technik einzubauen, die als überholt einzustufen ist. Er räumte ein, den Fehler gemacht zu haben, nicht frühzeitig reagiert zu haben.

Ernst Haider (UW) zeigte sich »ein bisschen verwundert«, dass die »komplette Neuausrichtung« der Beleuchtung weder im Finanzausschuss noch im Stadtrat zur Sprache gekommen sei. Die »deutliche Qualitätsverbesserung« – mit den einhergehenden Kostensteigerungen – hätte in den Gremien thematisiert werden müssen.

Kegel sprach von einem »gewissen Versäumnis der beteiligten Firmen«. Die Planung sei geändert worden. Er habe den Auftrag nicht erteilt.

Dr. Christian Hümmer (CSU) sprach von einer »eklatanten Steigerung«. Dass sich die Gesamtausgaben immer wieder erhöhen, sei dem Bürger »nicht mehr vermittelbar«. Kein Projekt in den vergangenen Jahrzehnten habe während der Ausführung solche Kostensteigerungen nach sich gezogen wie der Um- und Ausbau der Klosterkirche zum Kulturforum. Die Planung sei nicht ausreichend gewesen. Die Stadt sei aufgefordert, so Hümmer, aus den gesammelten Erfahrungen ihre Lehren für die Abwicklung nachfolgender Projekte zu ziehen.

Auch Kegel sah Defizite in der Planung. Die Kostensteigerungen müssen seinen Angaben zufolge jedoch auch vor dem Hintergrund der besonderen Herausforderung gesehen werden. »Wenn man aus einem Denkmal etwas macht, dann ist das etwas anderes, als wenn man ein Haus baut.«

Dritte Bürgermeisterin Waltraud Wiesholler-Niederlöhner (SPD) betonte, dass der Finanzausschuss die neuerliche Kostensteigerung »ein Stück weit selbst zu verantworten« habe. So habe das Gremium »intensivst« über die Änderung der Planungen in Sachen Küche gesprochen – eine Maßnahme, die zur Mehrung mit beigetragen habe. Weitere Änderungen seien in diesem Gremium abgelehnt worden.

Wetter