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Kosten für Klosterkirche steigen nochmals um 620.000 Euro

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Die Bauarbeiten an und in der Klosterkirche gehen weiter. Nach Angaben aus dem Rathaus ist das Kunst- und Kulturzentrum im Oktober fertig. (Foto: Pültz)

Traunstein – Einmal mehr steigen die Kosten für die Sanierung und Modernisierung des denkmalgeschützten Ensembles Klosterkirche. Hat die Stadt Anfang des Jahres mit Ausgaben in Höhe von 12,2 Millionen Euro für den Um- und Ausbau zum Kunst- und Kulturzentrum gerechnet, so geht sie nun davon aus, dass die Aufwendungen um 621.000 Euro auf 12,8 Millionen Euro zunehmen. Einen Sachstandsbericht samt Kostenentwicklung hat der Finanzausschuss des Stadtrats am Dienstag mit 7:2-Stimmen ohne Diskussion zur Kenntnis genommen. Dagegen votierten Isabelle Thaler und Nikolaus Schneider (beide CSU).


Die neuerliche Kostensteigerung hat vor allem einen Grund: Allein durch die Neuausschreibung der Gewerke Außenputz, Innenputz und Maler haben sich Mehrkosten in Höhe von 494.000 Euro ergeben. Hinzu kommt, dass die Baufirmen zurzeit ausgelastet sind – womit die Stadt nun auch im Rahmen der Ausschreibung der letzten Arbeiten Angebote ins Haus bekommen hat, die über den kalkulierten Preisen liegen.

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Bereits zwei Fenster sind drin

»Auf der Baustelle passiert sehr viel«, schilderte Oberbürgermeister Christian Kegel seine Beobachtungen, die er sich während eines Ortstermins gemacht hatte. »Die ersten zwei Fenster sind jetzt drin.«

Die Zimmerer haben die Arbeit am Kirchendach Mitte Februar wieder aufgenommen. Mit den neu beauftragten Firmen für das Gewerk Putz- und Malerarbeiten seien, wie die Stadtverwaltung im Rathaus informiert, bereits Gespräche über die technische Ausführung und den Zeitplan geführt worden. Mit den Putz- und Malerarbeiten an den Fassaden der ehemaligen Kirche und des Südflügels könne aufgrund der günstigen Witterung in Kürze begonnen werden.

Das Gewölbe in der Kirche sei fertiggestellt, das Gerüst im Raum zurückgebaut. Für Nachbesserungen am Innenputz werde später aber nochmals ein – fahrbares – Standgerüst benötigt. Das Verpressen der Risse am Kirchenmauerwerk könne erst durchgeführt werden, wenn im Mauerwerk Plusgrade gemessen werden.

Die Arbeiten für den historischen Putz im Südflügel seien ebenso im Gange wie die für das Unterdach des Südflügels. Die neu aufbereiteten Fenster werde man nach und nach einbauen.

Die Haustechnik sei zu 80 Prozent fertiggestellt, die Fliesenarbeiten im Untergeschoß seien zu 50 Prozent ausgeführt. Die Foyer-Fassade werde bei geeigneten Temperaturen noch diesen Monat eingebaut. Die Arbeit auf dem Dach am Südflügel werde Ende des Monats wieder aufgenommen.

Keine weiteren Verzögerungen

Bei der erneuten EU-weiten Ausschreibung für den Ausbau der Ludwigstraße gingen gemäß der Stadtverwaltung lediglich zwei Angebote ein. Weil eine Vergabe zu überhöhten Preisen zu befürchten war, habe man die Ausschreibung aufgehoben. Die Verwaltung empfahl, auf den Teilausbau der Ludwigstraße bis auf Weiteres zu verzichten.

Die mit den Freianlagen beauftragte Firma arbeite schon seit Mitte Februar wieder. Der Pausenhof habe zwischenzeitlich bis auf die Bepflanzung und das Gerätehaus fertiggestellt werden können. Die Arbeit gehe im Klosterhof weiter.

Weitere Verzögerungen auf der Großbaustelle ergeben sich nach Angaben der Stadtverwaltung nicht. Der zuletzt noch einmal überarbeitete Zeitplan gelte unverändert. Die Fertigstellung des Gebäudekomplexes einschließlich Freianlagen werde im Oktober erfolgen.

Erste Veranstaltungen kommen in Sicht

Neben den Arbeiten auf der Baustellen laufen – wie die Verwaltung weiter mitteilt – bereits intensive Gedanken und Planungen für die Zeit nach der Bauphase. So stünden schon die ersten Vertragsabschlüsse für Veranstaltungen an. Alexandra Birklein, die für den Betrieb im Kunst- und Kulturzentrum Klosterkirche verantwortlich ist, habe mitgeteilt, dass die Agenturen von der »Location« begeistert seien und auch schon einzelne Termine für Veranstaltungen gebucht hätten. Zudem hätten viele Event-Agenturen die Klosterkirche in ihr Portfolio aufgenommen.

Mit einer Ausstellung alter Teppiche übergebe die Kulturfördervereinigung ARTS im Herbst den früheren Kirchenraum seiner neuen Bestimmung als Kunst- und Kulturzentrum. Nach Angaben der Stadtverwaltung finden die Sommerkonzerte, der Musikfrühling, Ausstellung und vieles mehr in gewohnter Weise in der Klosterkirche Platz. Unter anderem gebe auch Claudia Koreck ein Konzert in der Klosterkirche.