Klimaschutzkonzept für Traunstein wird in den nächsten Wochen fertiggestellt

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Foto: Pültz

Traunstein – Die Vollendung des Klimaschutzkonzepts für Traunstein, das die sustainable AG in München im Auftrag der Stadt erstellt, kommt in Sicht. »Wir machen jetzt den Feinschliff«, sagte Julia Urbauer, Mitarbeiterin von sustainable, im Stadtrat. Das Konzept werde dem Gremium am 30. September zur Verabschiedung vorgelegt.


»Die Arbeiten laufen auf Hochtouren«, berichtete Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (CSU). Zuletzt sei die Steuerungsgruppe drei Stunden zusammengesessen und habe die Ideen aus den fünf Arbeitskreisen erörtert. »Manche Vorschläge, die gemacht werden, sind schon umgesetzt.« Die Stadt habe bereits 50 Maßnahmen zum Klimaschutz ergriffen.

Noch einmal neu berechnet hat sustainable die Treibhausgasbilanz für Traunstein im Jahr 2018. Zum Start in die Bürgerbeteiligung Anfang Mai hatte die Firma den jährlichen Ausstoß von Kohlendioxid (CO2), Methan und anderer Gase mit 175 000 Tonnen CO2-Äquivalente angegeben, jetzt mit 170 000 Tonnen. Urbauer sprach vom »finalen Wert«.

Aufgeschlüsselt nach den einzelnen Sektoren verursachen laut Urbauer Gewerbe, Handel und Dienstleistungen 60 405 Tonnen (36 Prozent der gesamten Emissionen), die privaten Haushalte 39 415 Tonnen (23 Prozent) und der Verkehr 39648 Tonnen (ebenfalls 23 Prozent). Auf die Industrie fallen 15 956 Tonnen (zehn Prozent), auf die kommunalen Einrichtungen 13 957 Tonnen (acht Prozent).

Strom verursacht am meisten Treibhausgase

Eine Verschiebung hat sich in den Berechnungen hinsichtlich das hauptsächlichen Treibers der schädlichen Gase ergeben. War Anfang Mai das Erdgas noch ganz oben vor dem Strom gestanden, so drehte sich die Reihenfolge jetzt um. Der Strom führt gemäß Urbauer zu 60 811 Tonnen und Erdgas zu 56 251 Tonnen CO2-Äquivalenten. Zusammen verursachen sie 69 Prozent der für das Klima schädlichen Treibhausgase. Für den Rest sind Benzin, Diesel, Heizöl und Biomasse verantwortlich.

Fridays for Future nicht mit von der Partie

In der Diskussion kam die Frage auf, ob sich denn auch die Klimaaktivisten von Fridays for Future in die Erarbeitung von Maßnahmen für die Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen einklinkten. Sie fordern, verstärkte Anstrengungen für den Klimaschutz zu unternehmen. Hümmer führte aus, dass sich Fridays for Future nicht beteiligt habe. Sie seien mehrmals angeschrieben worden. »Man muss sich in der Demokratie beteiligen, wenn man etwas verändern will.«

Der Oberbürgermeister führte aus, dass im Rahmen der Bürgerbeteiligung über 100 Vorschläge eingegangen seien. »Sehr viele waren sehr gut, einige nicht umsetzbar.«

Zweite Bürgermeisterin Burgi Mörtl-Körner (Bündnis 90 / Die Grünen) erinnerte daran, dass die Stadtwerke Traunstein Strom aus Wasserkraft – also aus einer »sauberen« Energiequelle, die keinen Ausstoß von Treibhausgasen miteinschließt – gewinne.

Urbauer verwies auf das vorgegebene Regelwerk für die Erstellung von Treibhausgasbilanzen. Die sustainable-Mitarbeiterin sagte, dass Grünstrom in den Aufstellungen nicht angerechnet werde – ebenso wenig wie Wald, der CO2 aufnimmt.

»Die Bilanz hat Schwächen«, meinte Oberbürgermeister Hümmer. Die Berechnungsart der Emissionen sei für ländliche Kommunen mit viel Wald – wie etwa für Traunstein mit großen Besitzungen – ungünstig.

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