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Juristischer Streit um Hausruine in Traunstein geht weiter – Urteil nicht rechtskräftig

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Hausruine in Traunstein: Juristischer Streit an B304 geht weiter – Urteil nicht rechtskräftig
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Um dieses eingestürzte Haus an der Salzburger Straße (Bundesstraße 304) ging es am Amtsgericht Traunstein. (Foto: Kretzmer)

Traunstein – Das Urteil des Amtsgerichts Traunstein gegen zwei 50 und 53 Jahre alte Männer aus Penzberg wegen umweltgefährdenden Umgangs mit Asbest an einer Hausruine an der Salzburger Straße in Traunstein wird nicht rechtskräftig.


Wie Richter Thilo Schmidt auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte, haben sowohl der 50-Jährige, der direkt mit asbesthaltigen Platten hantiert hatte, als auch der 50-jährige Hauseigentümer Berufung zum Landgericht Traunstein eingelegt.

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Staatsanwältin Dr. Theresa Fraunhofer-Steinberger hat das Urteil ebenfalls fristgerecht angefochten. Das bedeutet: In zweiter Instanz könnte sich das erstgerichtliche Strafmaß im Prozess des Landgerichts noch erhöhen. Ein Termin für die Berufungsverhandlung ist noch nicht bekannt.

Das seit Jahren immer mehr heruntergekommenen Haus war im Februar 2019 teilweise eingestürzt. Zudem wurden Asbestplatten unsachgemäß und ohne entsprechende Vorkehrungen heruntergeschlagen. Das hatte das Amtsgericht in seinem Urteil Ende Januar festgestellt.

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Viel getan hat sich in einem Jahr nicht: Noch immer türmen sich die Schuttberge vor dem eingestürzten Haus an der Bundesstraße 304 von Traunstein Richtung Teisendorf. (Fotos: Reiter)

Richter Thilo Schmidt verhängte gegen die Angeklagten Freiheitsstrafen von sechs beziehungsweise acht Monaten, jeweils ausgesetzt auf vier Jahre zur Bewährung, gegen den Eigentümer und dessen 53-jährigen Bruder – wegen fahrlässigen beziehungsweise vorsätzlichen »unerlaubten Umgangs mit gefährlichen Abfällen«.

Außerdem hielt das Gericht im Urteil fest, die Einziehung des Grundstücks bleibe vorbehalten. Die Angeklagten seien gesamtschuldnerisch dafür verantwortlich, den Gebäuderest binnen sechs Monaten vollständig durch eine Fachfirma beseitigen zu lassen oder das Anwesen an die Stadt Traunstein oder den Freistaat Bayern zu übereignen. kd

 

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