Junge Künstler entdecken die Natur

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Gruppenbild mit jungen Künstlern bei der Eröffnung der Ausstellung »Traunsteiner Erzählwege« im Stadtpark (von links): Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer, die beiden Künstler Horst Beese und Cosima Strähhuber, Büchereileiterin Anette Hagenau und Birgit Sailer, Vorsitzende des Vereins Vergissmeinnicht Chiemgau. Vorne von links: Annika Breitling und Helena Reicher. (Foto: Effner)

Traunstein – Dass die kreative Auseinandersetzung mit Kultur und Natur im Freien nicht nur faszinierende Einblicke eröffnet, sondern auch einen nachhaltigen Nutzen haben kann, lässt sich aktuell im Stadtpark studieren. Vor dem Kulturzentrum inspirieren noch bis Sonntag 20 Holzrahmen mit Ständern dazu, sich von den künstlerischen und literarischen Ergebnissen eines eintägigen Ferienworkshops für Kinder inspirieren zu lassen. Die Ausstellung »Traunsteiner Erzählwege« bildet den Auftakt zur »Woche der Nachhaltigkeit«.


Für das Projekt haben die Stadtbücherei und die Schule der Phantasie eng miteinander kooperiert. Unter der künstlerischen Leitung von Horst Beese und Cosima Strähhuber haben sich die Kinder zwischen neun und zwölf Jahren auf Entdeckungsreise im Stadtpark gemacht, um sogenannte Frottagen anzufertigen. Dabei handelt es sich um eine Kunsttechnik, bei der Naturmaterialien wie Blätter oder Baumrinde mit farbiger Kreide auf Papier durchgerieben werden.

Ergänzend zu diesen Erfahrungen in der Natur haben sich die Kinder auch tolle Geschichten ausgedacht. Für die passende literarische Umsetzung hat ihnen Kulturjournalistin Regine Sailer Schützenhilfe gegeben. Es lohnt sich, sich bei einem Besuch der Ausstellung die Zeit zu nehmen und in die erlebnisreichen Fantasiewelten einzutauchen.

Wie Büchereileiterin Anette Hagenau bei der Eröffnung des Projekts erläuterte, ermöglichen Smartphone und digitale Geräte heute fast überall den schnellen Zugang zu Bildern, Texten und Informationen. Im Rahmen der Erzählwege wurden für die Kinder neue Erfahrungsmöglichkeiten eröffnet, sich beim Bewegen im Freien und in der Natur, in Gesprächen und Diskussionen und beim Ausprobieren verschiedener Materialien mit Medien, Themen und Geschichten auseinanderzusetzen.

»Es macht für mich einen Unterschied, ob wir uns beim Entdecken bewegen und mit allen Sinnen etwas aufnehmen, oder ob wir uns allein über den Bildschirm ansprechen lassen.« Auf einer Informationstafel kann man nachlesen, dass die Erzählwege »eine wechselseitige Verbindung von Umweltwahrnehmung mit Kunsterlebnissen, körperlichen Aktivitäten, gemeinschaftlichem Tun und individuellem Entdecken« ermöglicht haben.

Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer verwies bei der Eröffnung auf unterschiedliche Wege und Möglichkeiten, »die Natur nach-haltig zu nutzen«. Die Ergebnisse der künstlerisch-kreativen Auseinandersetzung der Kinder sei im Stadtpark als grüner Oase der Stadt gut verankert. Auf das Thema Nachhaltigkeit verwiesen auch die Teilnehmer der Radl-Demonstration, die während der Ausstellungseröffnung im Stadtpark eintrafen. Horst Beese erläuterte die Details des Projekts und rief die Besucher dazu auf, hinter dem »vermeintlichen oberflächlichen Krikelkrakel« die feinen Strukturen und Herangehensweisen der jungen Künstler zu entdecken, ebenso wie die eigene Handschrift und Konzeption bei den erzählten Geschichten.

Eingebunden in das Projekt war auch Schreinermeister Franz Forstner, der die Holzrahmen mit Mitarbeitern des inklusiven Unternehmens »Chiemgau Maßarbeit« in Traunreut gefertigt hat. Die Rahmen können künftig auch für andere Projekte und Ausstellungen verwendet werden und sind damit nachhaltig. Ermöglicht hat das Projekt nicht zuletzt der Verein Vergissmeinnicht Chiemgau mit einer Spende von rund 1500 Euro.

»Gerade die Kinder haben doch sehr unter den Einschränkungen der Pandemie gelitten. Umso wertvoller ist so ein Projekt, wo es darum geht, das Gespür für die Natur wiederzuentdecken«, erklärte die Vorsitzende Birgit Sailer dazu.

»Wir haben richtig viel Spaß gehabt, es gab viel zu entdecken und es ist toll, dass die Werke jetzt öffentlich zu sehen sind«, erklärten die beiden Künstlerinnen Helena Reicher aus Vachendorf und Annika Breitling aus Siegsdorf.

eff

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