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Junge Kinder via Webcam missbraucht: Fünfeinhalb Jahre Gefängnis

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Zahlreiche Akten liegen zu Beginn des Prozesses wegen Anstiftung zum sexuellen Kindesmissbrauch auf einem Tisch im Verhandlungssaal des Landgerichts Traunstein. Rechts im Hintergrund sitzt der 48-jährige Angeklagte. (Foto: Uwe Lein/dpa)

Traunstein – Eine fünfeinhalb-jährige Haftstrafe muss ein 48-Jähriger aus dem Landkreis Altötting antreten, der einer Mutter auf den Philippinen Anweisungen für den Missbrauch ihrer drei kleinen Kinder im Alter zwischen vier und acht Jahren gegeben hatte. Am Dienstag war der Prozess vor dem Traunsteiner Landgericht.


Update: Das Urteil

Das Landgericht Traunstein verurteilte den 48-jährigen Angeklagten zu insgesamt fünfeinhalb Jahren Haft. Positiv sei das Geständnis des Mannes zu sehen, negativ hingegen jedoch die erneute Straffälligkeit des 48-Jährigen, der bereits einmal einschlägig verurteilt wurde.

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Update: Plädoyers im Prozess – Lange Haft gefordert

Die Staatsanwaltschaft hat im Traunsteiner Prozess um Anstiftung zum sexuellen Missbrauch von philippinischen Kindern via Internet sechseinhalb Jahre Haft für den Angeklagten verlangt. Der 48-Jährige aus dem Landkreis Altötting hatte laut Anklage über mehr als zwei Jahre von zuhause aus mit einer Philippinin gechattet und dabei Anweisungen für den Missbrauch ihrer kleinen Kinder gegeben.

Auf seinem Rechner wurden auch Bilder und Videos gefunden, so dass er auch wegen Besitzes kinderpornografischen Materials schuldig zu sprechen sei, sagte Staatsanwältin Veronika Ritz am Dienstag vor dem Landgericht Traunstein. Die ersten Taten hatte der Mann innerhalb von fünf Jahren nach einer einschlägigen Bestrafung verübt. Sie seien als Anstiftung zum schwerem sexuellen Missbrauch zu werten, so die Staatsanwältin. Zugunsten des Mannes spreche sein Geständnis. Zudem sei er davon ausgegangen, dass das Geld, das er der Mutter überwies, den Kindern für ihren Schulbesuch zugute kommen würde.

Verteidiger Axel Reiter hielt eine Strafe von vier Jahren und acht Monaten für ausreichend. Sein Mandant habe Einsicht und Reue gezeigt. Haupttäterin sei zudem die Mutter.

Die Kinder mussten den Ermittlungen zufolge vor der Webcam posieren und sexuelle Praktiken nach den Wünschen des Angeklagten ausführen. Er soll für die Dienste über die Jahre mehr als 3000 Euro an die Mutter gesandt haben.

Zu Beginn der virtuellen Treffen waren die drei Kinder – zwei Mädchen und ein Bub – vier bis acht Jahre alt. Die Kleinste sei aber nicht involviert gewesen, sagte der Mann zu Beginn des Prozesses. Auch seien die von ihm gewünschten Handlungen nur angedeutet gewesen.

Vorbericht: Angeklagter gesteht Missbrauch

Mehrmals soll ein 48-Jähriger aus dem Landkreis Altötting Kinder via Webcam sexuell missbraucht haben. Heute steht der Mann vor dem Landgericht Traunstein, ihm wird Anstiftung zum schweren sexuellen Missbrauch von Kindern vorgeworfen.

Mit einem Geständnis des Angeklagten hat am Dienstag der Prozess um den Missbrauch von philippinischen Kindern via Internet begonnen. Er bedaure zutiefst, dass er sich zu den Taten habe hinreißen lassen, ließ der Mann über seinen Anwalt erklären. Der 48-Jährige aus dem Landkreis Altötting hatte laut Anklage über mehr als zwei Jahre von zuhause aus mit einer Frau auf den Philippinen gechattet und dabei Anweisungen für den Missbrauch ihrer drei kleinen Kinder gegeben.

Die Kinder mussten den Ermittlungen zufolge vor der Webcam posieren und sexuelle Praktiken nach den Wünschen des Angeklagten ausführen. Dieser soll für die Dienste über die Jahre mehr als 3000 Euro an die Mutter gesandt haben.

Zu Beginn der virtuellen Treffen waren die Kinder vier bis acht Jahre alt. Die Kleinste sei aber nicht involviert gewesen, sagte der Mann. Auch seien die von ihm gewünschten Handlungen vielfach nur angedeutet gewesen. Dem einschlägig vorbestraften Mann wird Anstiftung zum schweren sexuellen Missbrauch von Kindern sowie der Besitz kinderpornografischer Bilder und Videos vorgeworfen. Ihm drohen 2 bis 15 Jahre Haft.

Im August 2017 war der Mann in Untersuchungshaft genommen worden. Die Staatsanwaltschaft Traunstein und das Bundeskriminalamt (BKA) schrieben damals vom "noch neuen Modus Operandi des 'Webcam Child Sex Tourism'" (WCST). Bilder und Videos sammelte der Mann auf seinem Rechner. Es ist einer der ersten Prozesse um diese Art von Kinderpornografie und sexuellen Missbrauch in Deutschland.

dpa/lby/ red

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