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Rudolf Mörtl (rechts) und Heinrich Schützinger wurden von Sophie Poller für 15 Jahre Mitgliedschaft im Verband Bayerischer Bienenzüchter geehrt.

Jahreshauptversammlung des Bienenzuchtvereins Traunstein: Varroa-Milbe hält Imker weiter auf Trab

Traunstein – Der Bienenzuchtverein Traunstein führte seine Jahreshauptversammlung wie immer im Gasthof Sailer-Keller durch. Die gut besuchte Veranstaltung leitete Vorsitzende Sophie Poller. Der Traunsteiner Verein hat mittlerweile 169 Mitglieder, 27 davon haben keine Bienen (mehr). Poller wies darauf hin, dass es den traditionellen Imkerstammtisch beim Wochinger-Brauhaus seit März 2022 wieder gibt. Außerdem findet im Gasthof Fliegl in Erlstätt ein Frauen-Imkerstammtisch statt.


Zwei der Imker aus dem Verein hatten an einer Honigprämierung teilgenommen und dabei Silber und Gold erhalten. Dabei werden Proben aus sechs Gläsern Honig des Imkers im Labor auf eine Vielzahl von Kriterien hin untersucht und nur Spitzenhonige haben eine Chance auf eine Auszeichnung.

Jährlich führt der Verein eine »Wachsaktion« durch. Dabei wird das gereinigte Wachs der Imker gesammelt und daraus Mittelwände gepresst. Dieses Produkt wird anschließend labortechnisch untersucht, um sicherzugehen, dass keine schädlichen Inhaltsstoffe enthalten sind. Die Laborwerte waren wie immer einwandfrei. Mittelwände sind Platten in der Größe des jeweiligen Rähmchens mit der Prägung von Arbeiterinnenbrut. Diese Mittelwände werden in den Rähmchen fixiert und die Bienen vervollständigen dann das Werk mit ihrem eigenen Wachs. Die Königin legt darin ausschließlich Eier, aus denen dann Arbeiterinnen werden.

Die meisten Sorgen macht den Imkern nach wie vor die Varroa-Milbe. Mit dem vor Jahrzehnten aus Südostasien eingeschleppten Parasiten kommen die heimischen Bienen nicht zurecht, da ihnen genetisch der Putztrieb fehlt, um sich von dem Schädling zu befreien. Deshalb müssen – es besteht eine gesetzliche Verpflichtung – die Bienenvölker mit zugelassenen Mitteln behandelt werden. Neben dem Arbeitsaufwand spielt der Kostenfaktor hier eine beachtliche Rolle. Dankenswerterweise übernimmt das Landratsamt Traunstein schon seit Jahren einen Teil der anfallenden Kosten für die Behandlungsmittel. Über deren Anwendung muss jeder Imker ein »Bestandsbuch« führen, das heißt, es muss dokumentiert werden, wann er welches Präparat angewendet hat. Stichpunktartige Kontrollen werden vom Veterinäramt durchgeführt.

Eine Aktion, an der hauptsächlich Imkeranfänger teilnahmen, war der Königinnenzuchtkurs bei einem erfahrenen Imker in Sparz. Königinnen und Arbeiterinnen entstehen gleichwohl aus befruchteten Eiern. Lediglich das dargereichte Futter für die geschlüpfte Made macht aus dieser, bei Gelee Royal eine Königin, oder bei Futtersaft eine Arbeiterin. Bei diesem Kurs wird geübt, wie man junge Maden in spezielle Näpfchen, der Imker sagt »umlarvt«. Diese Näpfchen kommen dann in ein Pflegevolk, das daraus Königinnenzellen heranzieht.

Zwei Ehrungen standen an: Rudolf Mörtl und Heinrich Schützinger wurden für 15 Jahre Mitgliedschaft im Verband Bayerischer Bienenzüchter geehrt.

Viel Applaus folgte dem Vortrag von Referent Thomas Janscheck. Das Thema des Gartenbauingenieurs war »Immenkraut und Zeidlerei« (Zeidlerei gleich Imkerei). Auf unterhaltsame Weise brachte er dem Publikum heimische Pflanzen nahe, von denen viele noch nie gehört hatten.

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