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Investorin ändert Parkhaus-Pläne: Weniger Stellplätze – Zahlreiche Einwände

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Traunstein: Investorin ändert Pläne für Klosterberg-Parkhaus: weniger Stellplätze
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Das ehemalige Wasserwerk in ein Parkhaus umwandeln will Irmengard Singer. In der Nachbarschaft regt sich Widerstand. (Foto: Pültz)

Traunstein – Trotz Widerstands in der Nachbarschaft hält Irmengard Singer an ihren Plänen fest, das ehemalige Wasserwerk am Klosterberg in ein Parkhaus umzuwandeln. Aufgrund der Einwände hat die Investorin ihre Planung geändert. Über das Büro Lechner & Lechner in Traunstein hat sie die überarbeitete Fassung ihres Projekts der Verwaltung im Rathaus vorgelegt.


Die Stadt hat nun zu entscheiden, ob sie der Investorin den Weg ebnet und die Planung genehmigt. Die Aufstellung eines Bebauungsplans läuft bereits seit einiger Zeit, die Stadt muss nun festlegen, ob sie das Verfahren fortsetzt – oder auch nicht. Der Planungsausschuss hat dem Stadtrat mit 5:3-Stimmen empfohlen weiterzumachen.

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Etwa 120 Bürger meldeten sich zu Wort. Sie äußerten eine Reihe von Einwänden. Unter anderem kritisierten sie, dass das Parkhaus übermäßig viel Lärm mit sich bringe, ebenso eine unzulässige Verschattung, eine erhebliche Feinstaubbelastung, eine Beeinträchtigung durch Lichtemissionen sowie eine Zunahme des Verkehrs.

Weitere Stellungnahmen erhielt die Verwaltung im Rathaus von mehreren Behörden. Unter anderem teilte das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege mit, dass das Bauvorhaben im Bereich eines »geschützten Bodendenkmals« – der früheren Stadtbefestigung – geplant sei. Im Falle einer Verwirklichung des Projekts sei mit hoher Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen, dass spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Befunde zutage treten. In diesem Fall würden sich dann nicht nur erhebliche Verzögerungen, sondern auch Kostenmehrungen ergeben. Das Landesamt empfiehlt, auf die Planung zu verzichten oder zumindest vor einer Ausführung die gesamte Planungsfläche archäologisch qualifiziert untersuchen zu lassen.

Aufgrund der Einwände der Nachbarn hat die Investorin ihre Planung verändert. Sie hat nach Angaben der Verwaltung das Vorhaben in der nördlichen Richtung verkleinert und auf das ursprünglich vorgesehene Café verzichtet. Damit könnte sie zumindest die – was auch angemahnt worden war – Abstandsflächen jetzt einhalten. Die Summe der geplanten Stellplätze reduziert sich laut der Verwaltung von ursprünglich 223 auf nunmehr 206.

Falls der Stadtrat entscheidet, die Aufstellung des Bebauungsplans fortzusetzen, müsse die Investorin, wie die Verwaltung weiter erläutert, eine Reihe von Unterlagen abgeben. Neben einem Bebauungsplanentwurf seien unter anderem ein Schallschutzgutachten unter Einbeziehung der Stellungnahme des Landratsamts, eine artenschutzrechtliche Überprüfung und ein geologisches Gutachten unter Berücksichtigung der statischen Sicherung der angrenzenden Gebäude nötig.

Gegen eine Fortsetzung der Aufstellung eines Bebauungsplans stimmten im Planungsausschuss Oberbürgermeister Christian Kegel, Dritte Bürgermeisterin Waltraud Wiesholler-Niederlöhner und Peter Forster (alle SPD), dafür Dr. Christian Hümmer, Karl Schulz und Nikolaus Schneider (alle CSU) sowie Walburga Mörtl-Körner (Grüne) und Uwe Steinmetz (UW). Hümmer sagte, dass man der Investorin die Entscheidung überlassen solle, das Projekt fortzuführen oder nicht.