weather-image

Impfen, ja oder nein? –»Ich bin dabei!« - »Noch zu unsicher«

4.2
4.2
Bildtext einblenden
Daniela Berger spricht sich für Impfungen aus. Zweifel hat die Siegsdorferin aber schon. (Fotos: A. Hauser)

Traunstein – Impfen, ja oder nein? Das ist momentan eine Frage, die für häufige Diskussionen sorgt. Für einige kann die Impfung gar nicht schnell genug gehen und für andere kommt sie überhaupt nicht in Frage. Das Traunsteiner Tagblatt hat sich in der Stadt umgehört. Ein Großteil der Befragten sprach sich für die Impfung aus. Doch es gab auch einige kritische Stimmen:


»Ich bin eigentlich schon für eine Corona-Impfung«, sagt Daniela Berger. Zweifel hat die Siegsdorferin aber trotzdem: »Normalerweise brauchen Forscher fünf bis zehn Jahre, um einen Impfstoff zu entwickeln«, erklärt sie. Auch wenn Milliarden von Euros in die Impfstoffentwicklung gesteckt wurden, kommt es ihr ein bisschen komisch vor, dass jetzt alles so schnell ging. Bevor sie sich impfen lässt, möchte sie auf jeden Fall noch etwas abwarten und beobachten, ob Geimpfte Nebenwirkungen zeigen. Auch würde sie sich noch gerne mehr über den Impfstoff und seine Inhaltsstoffe informieren, bevor sie geimpft wird. Wenn keine Impfschäden bekannt werden, dann lässt sich die junge Siegsdorferin aber mit Sicherheit impfen. »Nur wenn sich viele impfen lassen, wird es am Ende etwas bringen«, erklärt sie.

Anzeige

»Das Impfen ist meiner Meinung nach eine unserer Bürgerpflichten«, sagt Gerhard Hübner. Er findet: »Wir haben so viele Rechte und Impfen soll zu unseren Pflichten gehören. Das hat etwas mit Solidarität zu tun.« Eine Corona-Impfung sei sicherlich das kleinere Übel, vergleicht man das mit einer Corona-Infektion, erklärt er. »Ich habe keine Angst vor Schäden oder Nebenwirkungen, da vertraue ich auf die Gesundheitsexperten.«

»Ich bin dabei«, antwortet Norbert Thönnes auf die Frage, ob er sich impfen lässt. »Es ist einzige Maßnahme, die langfristig gegen Corona hilft und ich möchte, dass alles so schnell wie möglich wieder vorbei geht«, sagt der Bergener.

Ganz anderer Meinung ist Sabine Stöcker aus Vogling. Ihr ging die Impfstoffentwicklung viel zu schnell. Zudem habe sie auch schon gehört, dass sich bei einigen Geimpfte bereits Nebenwirkungen, wie Hautausschlag, gezeigt haben. Sie wird sich nicht impfen lassen, sagt sie.

Ähnlich sieht das Marlies Gluske. Die gebürtige Tirolerin hat große Bedenken. »Das kann doch noch gar nicht richtig ausgereift sein«, sagt sie. »Mir ist das Ganze einfach noch zu unsicher.« Sie hält sich an die vorgegebenen Maßnahmen: »Abstand und wenn nötig Maske, dazu gesund leben mit ausreichend frischer Luft.« Eindeutig wird Marlies Gluske beim Thema Impfpflicht: »Das wäre ein zu großer Einschnitt in unsere Freiheitsrechte.«

Zurückhaltend ist auch Linda Schlesinger aus Siegsdorf. Sie findet es grundsätzlich gut, dass es eine Impfung gibt. »Gerade im Gesundheitsbereich und für Risikopatienten finde ich die Impfungen wirklich sinnvoll.« Bedenken hat die Mutter aber bei der Impfung von Kindern. Sie würde ihren sechsjährigen Sohn Oskar aus Angst vor Nebenwirkungen und gesundheitlichen Schäden nicht impfen lassen. »Aber das Impfthema ist bei uns jetzt erst mal vom Tisch«, erklärt die Siegsdorferin. »Wir hatten schon Corona und dürfen uns deswegen gar nicht impfen lassen.«

Josef Tuider will sich impfen lassen, sobald es für ihn möglich ist. »Das ist das Einzige, was hilft. Ich möchte, dass Corona bald wieder vorbei ist.« Kein Verständnis hat er für Impfgegner oder all diejenigen, die sich wegen des derzeit fehlenden Impfstoffs aufregen. »Wir können uns doch freuen, dass das mit dem Impfstoff so schnell funktioniert hat«, sagt er. »Keiner hätte noch vor ein paar Monaten geglaubt, dass so schnell mit den Impfungen losgelegt wird.«

aha

Mehr aus der Stadt Traunstein
Einstellungen