weather-image
20°

ILS bewältigte 2019 insgesamt 85.706 Einsätze

4.0
4.0
ILS Traunstein bewältigte 2019 insgesamt 85.706 Einsätze
Bildtext einblenden
Entsprechend ihrer Einwohnerzahl müssen die Landkreise die Verbandsumlage von 1,19 Millionen Euro tragen.

Traunstein – Die Integrierte Leitstelle (ILS) bewältigte im vergangenen Jahr 85.706 Einsätze. Das erklärte der technischer Leiter Anton Groschak im Rahmen der Versammlung des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Traunstein. Die ILS wird seit 2009 vom Zweckverband betrieben.


Laut Groschak bearbeitete die ILS 2019 etwa 0,45 Prozent mehr Einsätze als 2018: »Tatsächlich haben wir es geschafft, trotz steigender Notrufzahlen dem allgemeinen Trend ständig steigender Einsätze entgegen zu wirken.« Diese erfreuliche Entwicklung führte der technische Leiter zurück auf die gezielte Schulung der Mitarbeiter im Bereich Notrufabfrage.

Anzeige

Die Gesamteinsätze splitteten sich Groschak zufolge auf in 15.896 Notarzteinsätze, 16.097 Notfalleinsätze, 41.553 Krankentransporte, 1152 Bergrettungseinsätze und 260 Einsätze im Bereich der Wasserrettung. Den Rettungshubschrauber musste die ILS zu 1250 Einsätzen alarmieren. Dazu Anton Groschak: »Das ist ein Rückgang um 46 Einsätze gegenüber 2018.«

Während sich im Rettungsdienstsektor letztes Jahr keine signifikanten Veränderungen im Vergleich zu 2018 zeigten, schnellten einige Zahlen im Feuerwehrbereich wegen der Schneekatastrophe im Januar deutlich nach oben. Die Brandeinsätze blieben mit 1476 etwa im Rahmen von 2018 (1449). Die Technischen Hilfeleistungen jedoch schnellten von 3465 auf 4139 in die Höhe.

Die Zahl der »Sonstigen Einsätze« erhöhte sich ebenfalls enorm von 414 auf 771. Die ABC-Einsätze verliefen hingegen unauffällig mit 93 gegenüber 109 im Jahr 2018. Durch die Corona-Krise ging das »normale Einsatzgeschehen« laut Groschak zurück. Dadurch seien die Corona-Einsätze gut zu schaffen gewesen.

Für die Taktisch-Technische Betriebsstelle (TTB), die sich im Haushalt 2020 mit Kosten von 365 000 Euro niederschlägt, berichtete Leiter Markus Schupfner, seine Stelle kümmere sich im Auftrag der vier Landkreise Traunstein, Berchtesgadener Land, Mühldorf und Altötting um die Endgeräte. Derzeit betreue man 6400 Funkgeräte im Feuerwehrbereich und im Katastrophenschutz.

Nächster Meilenstein werde die digitale Alarmierung sein. Derzeit laufe dafür die zentrale bayernweite Ausschreibung. Das Digitalfunknetz gehört nicht zum Aufgabenbereich der TTB. Sie bearbeite aber alle Nutzermeldungen, bereite sie auf und gebe sie weiter. Aktuell existierten 44 Funkstationen im Verbandsgebiet. Wahrscheinlich seien Nachbesserungen erforderlich.

Haushalt 2020 einstimmig verabschiedet

Einhellig brachte das Gremium den Verbandshaushalt für das laufende Jahr auf den Weg. Der Etat umfasst Einnahmen und Ausgaben im Verwaltungshaushalt von jeweils 3,642 Millionen Euro sowie 650.000 Euro im Vermögenshaushalt. Kreditaufnahmen sind nicht vorgesehen. Finanziert werden damit neben allgemeinen Verwaltungskosten auch die Integrierte Leitstelle Traunstein und die angegliederte Taktisch-Technische Betriebsstelle Digitalfunk als kommunale Regiebetriebe sowie der Bereich »Ärztlicher Leiter Rettungsdienst«. Die Zahl der Stellen im Zweckverband insgesamt blieb mit 39,25 gegenüber 2019 unverändert.

Die Umlage von 1,19 Millionen Euro müssen die vier Landkreise entsprechend ihrer Einwohnerzahlen tragen. Daraus ergibt sich für den Landkreis Altötting mit 111.348 Einwohnern (Stand 30. Juni 2019) ein prozentualer Anteil von 21,8 Prozent oder 259.798,25 Euro. Auf das Berchtesgadener Land mit 105.903 Einwohnern entfallen 20,8 Prozent der Umlage oder 247.093,92 Euro. Der Landkreis Mühldorf mit 115.565 Einwohnern übernimmt 22,66 Prozent oder 269.637,39 Euro. Mit 34,75 Prozent oder 413.470,44 Euro entsprechend seiner 177.211 Einwohner ist der Landkreis Traunstein dabei.

Unter den Eckdaten des Etats nannte Verbandsgeschäftsführer Josef Gschwendner eine leichte Erhöhung der Personalkosten aufgrund von Tariferhöhungen. Durch eine außertourliche Zinstilgung habe sich der Schuldenstand auf 630.000 Euro reduziert. Der Verband verfüge aktuell über circa vier Millionen Euro Gesamtvermögen inklusive Gebäude und Technik. Die derzeitige Zinsbelastung betrage 12.000 Euro pro Jahr.

Im Vermögenshaushalt 2020 sei ein zehnjähriger Hardwaretausch, gefördert vom Freistaat, enthalten. Dafür seien erste Mittel eingestellt, für die erst 2022 kommende digitale Alarmierung hingegen noch nicht. Die erhöhten Feuerwehreinsatzzahlen, etwa aus der Schneekatastrophe, träfen den Verband erst in zwei Jahren. Bei »unwetterbedingten Ausschlägen« würden die Mehrkosten auch nicht auf die Umlage aufgeschlagen, sondern über eine angesparte Rücklage abgefedert, so Gschwendner. kd

Mehr aus der Stadt Traunstein