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Ihren Superhit hat Claudia Koreck am Tüttensee geschrieben

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In unserer Serie „Menschen hautnah“ fragen wir unsere Gesprächspartner immer vorher, wo denn die Fotos zu der Geschichte gemacht werden sollen. „Mein absoluter Lieblingsort ist der Tüttensee“, hat uns Sängerin Claudia Koreck wie aus der Pistole geschossen verraten. Damit steht auch die erste Frage für das Interview mit der 32-jährigen aus Hufschlag bei Traunstein fest, warum am Tüttensee? „Der Tüttensee ist für mich der allerschönste Platz überhaupt. Ich bin als kleines Kind schon immer hin. Am schönsten ist es in aller Herrgottsfrüh wenn noch wenige Leute da sind.

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Die Gitarre habe ich da immer dabei“, erzählt sie und fügt hinzu, dass am Tüttensee auch ihr Superhit „Fliang“ entstanden ist. Damals ist Claudia Koreck 16 Jahre alt gewesen und mit Freundinnen unterwegs gewesen. „Ich habe am Tüttensee das damalige Gefühl in mir zu Ende gebracht.“ Mit „Fliang“ ist die zweifache Mutter richtig durchgestartet. Entdeckt hat sie der Radiosender Bayern3 und das zu einer Zeit, in der Dialekt im Radio kaum vorgekommen ist. „Die hatten zum Glück den Mut, dass zu spielen“, erinnert sich Koreck und sagt: „Danach ist es von Null auf Hundert gegangen. Keiner hat damit gerechnet, am wenigsten ich.“ Bairisch, kraftvoll und ehrlich seien ihre Texte, schrieben die Kritiker. Diese sind überwiegend bayrisch, mittlerweile aber auch in Englisch. „Ich komme auch außerhalb Bayerns herum und oft verstehen mich die Leute nicht. Natürlich ist bayrisch meine Sprache, mit der bin ich aufgewachsen und kann so am besten damit meine Gefühle beschreiben.“ Die Texte der Sängerin entstehen oft in der Natur, zum Beispiel auch auf Hawaii, manchmal auch im stillen Kämmerlein, je nachdem. Ihr Weihnachtsalbum hat sie in einer kleinen Hütte in Schweden geschrieben. „Da hat alles gepasst, es hat Schnee gelegen und die Elche sind im Wald spaziert“, beschreibt sie. Claudia Koreck packt in jedes Album auch ein kritisches gesellschaftliches Thema, betont aber, dass sie keine politische Sängerin ist. „Es interessiert mich, was passiert. Mich macht zum Beispiel dieser Hass in unserer Gesellschaft wütend und wie weit die Leute auseinander sind. Es ist so vieles Negatives dabei. Mit meinen Liedern will ich die Menschen zusammenbringen.“

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Auch die beiden Kinder sind musikalisch

In ihrem Leben sind ihre Kinder der Mittelpunkt. Der bald 10-jährige Sohn und die 4-jährige Tochter bekommen all ihre Aufmerksamkeit. Ihre Texte muss sie deshalb oft am Abend oder spät in der Nacht schreiben, dann wenn die Kinder im Bett sind. Bei Lani und Timmi ist bereits das musikalische Talent bemerkbar. Timmi spielt am Klavier, Lani die Ukulele und singt. Nachdem Claudia Koreck einige Zeit in München gelebt hat, ist sie nach der Geburt ihrer Kinder wieder im heimatlichen Hufschlag gelandet. „Ich bin damals nach München gegangen um zu schauen, wie weit ich mit meiner Musik komme. Es hat eine Zeit gegeben, da habe ich in Traunstein alle Musiker gekannt“, sagt sie zu den Gründen des Ortswechsels. In München hat sie den Produzenten Gunnar Graewert kennengelernt, der ist mittlerweile ihr Mann geworden. Auch hat sie viele Kontakte geknüpft und die Mitglieder ihrer Band kennengelernt. „Es war eine wichtige Zeit für mich. In München bin ich relativ anonym gewesen, hier im Chiemgau werde ich öfters angesprochen. Die Menschen hier sind sehr freundlich zu mir und ich finde das total nett.“

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Bereits mit sieben Jahre auf der Bühne

Begonnen hat die Karriere der Sängerin bereits im Alter von sieben Jahren in einer Kinderband, den Show Kids. Da hat sie zum ersten Mal Bühnenluft geschnuppert und Gefallen daran gefunden. Bald hat sie die erste Gitarre bekommen und angefangen, Lieder zu schreiben. Was sie von Anfang an nicht wollte, Gesangsunterreicht zu nehmen. „Wenn du da den verkehrten Lehrer hast, klingst du am Ende wie alle anderen. Ich wollte immer ich selber sein. Musik ist für mich total was besonders, das Gefühl muss stimmen und das möchte ich raus lassen.“ Darum will sie sich auch nicht steuern lassen. Nicht einmal von Plattenfirmen, die ihr vorschreiben wollten, wie sie aussehen hat und welchen Stil sie haben soll. „Was nicht zu mir passt, mache ich nicht. So wie ich das mache, bin ich erfolgreich“, sagt sie ein wenig trotzig. Deswegen taugt sie auch nicht als Stimmungskanone im Bierzelt. „Da gehört meine Musik nicht hin.“ Aktuell hat sie gerade eine längere Tournee hinter sich und das Weihnachtsalbum ist produziert werden. Im Dezember geht sie damit auf Tour. Jetzt aber will sie mit ihrem Mann und den Kindern den Sommer genießen. Auf der Bühne will sie solange wie möglich stehen. „Ein Leben ohne Musik kann ich mir nicht vorstellen“, betont sie abschließend und meint angesichts das Ambiente am Tüttensee: „Schee is dös scho da, oda?“ Klingt irgendwie nach einem neuen Text für ein Lied.

Text: Siegi Huber
Bilder: Ernst Wukits

Mehr Infos mit Tour-Termine unter: https://www.claudia-koreck.com

 

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