weather-image

Hochberger Feuerwehrhaus könnte Ostern 2020 fertig sein

5.0
5.0
Bildtext einblenden
So sieht die Planung des neuen Feuerwehrhauses am Hochberg aus (vorderer gemauerter Teil). Im hinteren Teil plant der Grundstückseigentümer eine Lagerhalle in Holzbauweise. Von seinem Fenster (vordere linke Ecke) im ersten Stock aus hat der Kommandant stets alles im Blick. (Grafik: Zeller Romstätter Architekten)

Traunstein – Wieder einen Schritt weiter ist das neue Feuerwehrhaus am Hochberg. Einstimmig beschloss der Finanzausschuss in seiner jüngsten Sitzung die Fortführung der Planung so, wie sie Architekt Hans Romstätter in der Sitzung vorgestellt hatte – vorbehaltlich der Zustimmung des Stadtrats in seiner heutigen Sitzung. Klappt alles optimal, könnte das Haus Ostern 2020 fertig sein.


Dabei waren die Vorzeichen der Planung nicht einfach. Der Stadtrat hatte zuvor die Kosten bei 700 000 Euro gedeckelt. Die Grundstücksverhandlungen sind erst noch abzuschließen – der Eigentümer plant seine eigene Lagerhalle als Anbau direkt an das Feuerwehrhaus. Um aber eine Baugenehmigung erhalten zu können, musste die Löschwasserversorgung für den Ortsteil Höfen gesichert werden.

Anzeige

Boden muss ausgetauscht werden

Dazu kam ein Bodengutachten, demzufolge ein Bodenaustausch notwendig würde. Die Zufahrtssituation sei schwierig und die Kreisstraße so ungünstig geneigt, dass das Oberflächenwasser auf das Grundstück abgeleitet wird – wo es aber aufgrund der Beschaffenheit des Bodens nicht versickern kann, so Romstätter.

Der Planung nach sind die Zufahrten zu den beiden Gebäudeteilen unterschiedlich hoch – die Zufahrt zum Feuerwehrgerätehaus ist etwa 50 Zentimeter niedriger situiert als die zur Lagerhalle des Grundstückseigentümers. Mit einer kleinen Mauer soll zum einen ein Absturz von Fahrzeugen verhindert und zum anderen die stete Schneefreiheit der Feuerwehrzufahrt gewährleistet werden, auch wenn der Grundeigentümer seine Zufahrt räumt.

Der Boden, so Romstätter, sei bis in eine Tiefe von fünf bis sechs Meter überhaupt nicht tragfähig und müsse ausgetauscht werden. »Schlimmer ist die Entwässerung. Es versickert null«, so der Planer. Der Grundeigentümer biete hier aber die Übernahme seiner Altrechte an, die eine Entwässerung über eine von ihm nicht mehr genutzte Klärgrube und einen Schacht ermöglicht.

An dieser Stelle ging Romstätter auf die bisher schlechte Löschwasserversorgung in Höfen ein. Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen könne man, wenn man unter dem Feuerwehrhaus zwei Meter in die Tiefe ein Löschwasserbecken plane. »Das reduziert auch den Bodenaustausch.«

Zum Raumprogramm erklärte Romstätter, zustehen würden der Feuerwehr theoretisch 320 Quadratmeter. »Wir liegen da etwa ein Drittel darunter bei 211 Quadratmeter. Das ist aber immer noch dreimal so groß wie die bisherigen 63 Quadratmeter.«

Raumprogramm in Absprache reduziert

Das Raumprogramm habe man in Abstimmung mit allen Beteiligten nun reduziert. Im Erdgeschoß finden sich demnach gleich rechts neben dem Eingang ein Damen-WC mit Dusche, das gleichzeitig als Behinderten-WC ausgelegt sei, daneben das Herren-WC und die Damen-Umkleide – »abgeteilt mit einem Schrank, dann ist man flexibel, je nachdem, wie viele Frauen in der Feuerwehr sind«. Auch eine Herren-Umkleide und eine Stiefel-Waschanlage sind im Erdgeschoß untergebracht – neben der Fahrzeughalle.

Im Obergeschoß ist das – ebenfalls in seiner Fläche reduzierte – Büro des Kommandanten, der aber über das Fenster sowohl die Einfahrt als auch die Parkplätze überblicken kann. An die Küchenzeile schließt sich der Schulungsraum an, »der schön groß ist«.

Der veranschlagte Kostenrahmen würde eingehalten, so Romstätter. Der Löwenanteil von rund 346 400 Euro entfällt demnach auf das Bauwerk selbst, knapp 126 900 Euro kostet die Haustechnik, rund 127 300 Euro sind die Baunebenkosten. Die Freianlagen machen knapp 81 400 Euro aus, die Erschließung 17 850 und die Ausstattung 5950 Euro. Bis Förder- und Bauantrag bewilligt, Aufträge vergeben und das Gebäude fertig seien, könne es Ostern 2020 werden – »je nachdem, wie schnell wir anfangen können«, so Romstätter abschließend.

»Da sind schon noch ein paar Hausaufgaben zu machen«, sagte dazu Oberbürgermeister Christian Kegel (SPD). Auf die Frage von zweitem Bürgermeister Hans Zillner (CSU) nach dem – im Sinne der Barrierefreiheit geforderten – Aufzug erklärte Romstätter, in Absprache mit der Feuerwehr-Führung und dem Kreisbrandrat habe man sich darauf geeinigt, darauf verzichten zu können. »Im Zweifelsfall wäre aber die Treppe breit genug für einen Treppenlift«.

Blechdach würde 3000 Euro sparen

Um weitere Kosten zu sparen, schlug Romstätter vor, bei der Dacheindeckung auf Ziegel zu verzichten und ein Blechdach zu bauen. Das würde etwa 3000 Euro je Bauherr sparen. Dazu sagte dritte Bürgermeisterin Waltraud Wiesholler-Niederlöhner: »Ich bin ein absoluter Gegner eines Blechdachs. Das müssten wir dann immer wieder streichen, das kostet auch Geld und schaut nicht schön aus.«

Auf ihren Einwand, die Feuerwehr warte dringend auf ihr neues Haus, man solle doch an der einen oder anderen Stelle etwas Druck ausüben, um das Ganze zu beschleunigen, wandte allerdings die Verwaltung ein, der Zeitplan sei eher optimistisch. »Wir haben einen Partner dabei, mit dem wir alles abstimmen müssen, das macht's nicht einfacher«, so Kämmerer Reinhold Dendorfer. coho