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Herzerfrischende Musi um den Traunsteiner Lindl

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Moderatorin Traudl Siferlinger (von links) mit Julia Strasser und Magdalena Außerlechner, die stolz den Traunsteiner Lindl in Händen halten. (Foto: Krammer)

Traunstein – Eine weite Reise wartet auf die beiden herrlich geschmückten Lindl-Figuren, die die große Bühne mit den unzähligen Sängern und Musikanten flankierten, auf der die 14 angemeldeten Gruppen und die vier Lindl-Gewinner des vergangenen Jahres einen begeisternden Volksmusikabend gestalteten.


Die versierte Moderatorin Traudi Siferlinger und Oberbürgermeister Christian Kegel konnten auf Grund der Bewertungen der fachkundigen Beratergruppe an fünf Gruppen den begehrten Wanderpreis Traunsteiner Lindl überreichen, der heuer zum ersten Mal auch mit einem Geldpreis verbunden war.

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Die beiden Figuren machen sich auf den Weg zur »Geigenmusi hoib & hoib« in den Landkreis Bad-Tölz/Wolfratshausen, zum Harfenduo »Außerlechner/Strasser« nach Mariastein in Tirol, zur »Piebing Musi« nach Saalfelden, zum »Soizweger Zwoagsang« nach Salzweg bei Passau und zum Dreigesang »Früahdirndl« nach Brunnthal bei München.

Nach einem festlichen Auftakt der Fellner Tanzlmusi (Lindl-Preisträger 2017) freute sich Oberbürgermeister Kegel in der ausverkauften Aula der Berufsschule II in Traunstein über das große Interesse an Volksmusik und Gesang und zeigte sich stolz über die »Erfolgsgeschichte des Traunsteiner Lindls«. Er lobte die akribische Vorbereitung und Durchführung der Helfer aus der »Arbeitsgemeinschaft Traunsteiner Lindl«, zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt der überlieferten Volksmusik und dankte besonders den Mitgliedern der Beratergruppe für ihre einfühlsame beratende Arbeit und die schwierige Bewertung der teilnehmenden Gruppen.

Das Setzberg Gitarrentrio (Tegernsee), die Uttendorfer Sängerinnen (Innviertel) und das Duo Christian Hornsteiner (Farchant) als Lindlpreisträger 2017 eröffneten dann einen bunten und hochklassigen Volksmusikabend, den Traudi Siferlinger in ihrer versierten und lockeren Art informativ und unterhaltsam moderierte; sie verstand es dabei bestens, Nervosität und vielleicht auch so manche Enttäuschung bei den Teilnehmern zu mildern. Der begeisterte und fachkundig dosierte Beifall der sehr aufmerksamen Besucher trug ein Übriges zur guten Stimmung auf der Bühne bei.

Den Auftakt des ersten Teils machte die Familienmusik Doppler aus Anif bei Salzburg, bei der die beiden Brüder Johannes und Mathias (Flügelhorn und Klarinette) von Mutter Sieglinde an der Harmonika und Vater Reinhard an der Bassklarinette begleitet werden. Eindrucksvoll bewiesen die »Seewind Harfendirndl« aus dem Achental mit dem »Iatz werd's gmüatlich« Marsch wie gut die Ausbildung an den heimischen Musikschulen funktioniert. Die »Hachinger Saitenhupfer« aus dem Münchner Umland setzten mit der »Albertinen-Quadrille« einen klassischen Akzent und Fabian Bolbinsky aus Metten bei Deggendorf beeindruckte bei seinem bereits vierten Lindl-Auftritt mit Virtuosität und Fingerfertigkeit auf seinem Akkordeon und wurde dafür ebenso wie die Geschwister Hundmayer aus Siegsdorf für ihre erfrischende Musik mit Ziach (Johannes und Anton) und Harfe (Maria) mit einem Sonderpreis, einem Wochenendseminar, belohnt.

Die drei Schwestern Magdalena, Veronika und Eva Schulz, die »Früahdirndl« vom Früah-Hof in Brunnthal bei München waren dann die ersten, die von Traudi Siferlinger und Oberbürgermeister Kegel mit dem »Lindl 2018« ausgezeichnet wurden. Mit klarem, hellem Dreiklang, sauber aufeinander abgestimmt und von Magdalena an der Harfe begleitet, verdienten sie sich ihre Auszeichnung ebenso eindeutig wie das Harfenduo Außerlechner/Strasser aus Mariastein bei Kufstein in Tirol. Die beiden Musikstudentinnen verblüfften die Besucher mit virtuosem und exaktem Zusammenspiel beim »Molanger Landler« ebenso wie beim »Höhlensteiner Marsch«. Mit Kathi Gruber und Gabi Schweizer als »Soizweger Zwoagsang« konnten sich zwei erfahrene Sängerinnen aus Salzweg bei Passau, über eine weitere Lindlauszeichnung freuen und großen Applaus erntete auch die »Piebing Musi« aus Saalfelden (Pinzgau). Mathias und Herbert Zehentner an der Ziach und Katharina Egger (Gitarre) dürfen für ihr feinfühliges Zusammenspiel ebenso den »Lindl« mit nach Hause nehmen wie die »Geigenmusi hoib & hoib«. Die sechs jungen Musikanten aus den Landkreisen Garmisch-Partenkirchen und Bad Tölz/Wolfratshausen harmonierten beeindruckend mit Blockflöte, zwei Geigen, Kontrabass, Ziach und Harfe beim »Landecker Marsch« oder beim »Mariandl-Boarischen«.

Abgerundet wurde der Abend von den ebenfalls hoch qualifizierten Beiträgen der »Herz-Solo Gitarrenmusi« (Neubeuern), der »Ädinger Stubenmusi« mit Querflöte, Violine, Ziach, Harfe und Kontrabass (Berufsfachschule für Musik in Altötting), der Pinzgauer »Heubod'n Musi« mit Zither, Ziach und Gitarre, sowie der Gesangssolistin Maria Taffertshofer aus Wildsteig, die sich dabei beim »Jagersbua« und einem Fuhrmannslied selber auf der Gitarre begleitete.

Mit einem begeisternden Schlusswort über die »herzerfrischende und von Herzen kommende Musik« aller Sängerinnen und Musikanten auf der Bühne animierte Traudi Siferlinger dann abschließend zusammen mit dem fast 90-jährigen Ehrengast Sigi Ramstötter die Besucher zu einem gemeinsamen Jodler, bevor die »Fellner Tanzlmusi« die Besucher mit einem »bärigen Rausschmeißer« verabschiedete. FK

 

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