Heimatmuseum Traunstein: Wegen Corona fast keine Veranstaltungen

Bildtext einblenden
Dr. Jürgen Eminger berichtete, dass das Museum auch im vergangenen Jahr Schenkungen erhalten habe. Von der Deutschen Bahn habe die Einrichtung ein Emailleschild aus den 30er oder 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts bekommen. Das Schild zeigte er im Ausschuss. (Foto: Pültz)

Traunstein – Die Corona-Pandemie hat den Betrieb im Heimatmuseum im vergangenen Jahr erheblich beeinträchtigt. Zwei Ausstellungen, die geplant waren, mussten abgesagt werden. Fast alle Veranstaltungen – vor allem Vorträge –, die in der Zieglerwirtsstube, dem Raum im ersten Stock im Gebäude Stadtplatz 3, vorgesehen waren, konnten nicht stattfinden. Im Jahresbericht, den Museumsleiter Dr. Jürgen Eminger im Ausschuss für Kultur und Sport des Stadtrats gab, bezeichnete er 2020 als »wenig ereignisreich«.


Seinen Angaben zufolge gelangten jedoch auch im vergangenen Jahr wieder zahlreiche, zum Teil wertvolle Exponate als Schenkungen in das Museum. Spielzeug, Zeugnisse der Volksfrömmigkeit, Gemälde, medizinisches Gerät und Werkzeuge seien in den Besitz des Heimathauses gekommen.

Anzeige

Zwei Beispiele zeigte Eminger im Ausschuss. Zum einen habe Dr. Rainer Schenk einen 80 bis 100 Jahre alten »Pelikan« ins Museum gebracht. Mit diesem Werkzeug, das einem Korkenzieher ähnelt, habe ein Arzt früher Zähne gezogen. Und die Deutsche Bahn habe ein Emailleschild aus den 30er oder 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts übergeben, das sie bei Gleisbauarbeiten an der Weinleite entdeckte. Auf dem Schild mit Stadtplan seien auch Firmen erwähnt, die heute nicht mehr existieren. »Solche Dinge, die scheinbar banal klingen, sammeln wir gerne. Denn sie erzählen Geschichten«, führte der Museumsleiter aus. In seinem Rückblick auf das Jahr 2020 erwähnte Dr. Eminger unter anderem auch, dass das Museum im Sommer die Sonderausstellung »Neuerwerbungen 2010 – 2020« gezeigt habe. Diese repräsentative Auswahl von Neuzugängen habe einen Querschnitt durch eine breit gefächerte Sammlung von Dingen präsentiert, die Geschichten aus Traunstein und von den hier lebenden Menschen erzählen.

Als neue Beiräte der »Stiftung Heimathaus Traunstein« seien Restauratorin Adele Pilhofer, Archäologin Andrea Krammer und Architekt Thomas Kaiser berufen worden. »Sie werden der Museumsleitung künftig beratend zur Seite stehen«. Nachgedacht werde unter anderem über eine Optimierung des bestehenden Depots im Alten Landgericht und auch über mögliche restauratorische Maßnahmen in den Schausammlungen des Museums. Das ehedem zur Stadtplatzseite gelegene Museumslager im Radl-Mayer-Haus sei geräumt worden und befinde sich nun in den Richtung Maxplatz liegenden Räumen. Geplant sei, besonders wertvolle Gemälde des Museums in das neue Depot der Städtischen Galerie auszulagern.

Oberbürgermeister Dr. Hümmer (CSU) sagte, dass sich die Stadt im Heimathaus »stark engagiert«. Und Hümmer weiter: »Das Museum gehört zur DNA unserer Stadt«. Robert Sattler (SPD/Die Linke) und seine Tochter Julia hatten in der Zieglerwirtsstube lange Zeit für eine Bewirtung gesorgt, ehe sie im vergangenen Jahr damit aufhörten. Die »liberale und zugewandte Art« von Museumsleiter Eminger habe, so Robert Sattler, das Arbeiten all die Zeit sehr leicht gemacht.

Karl Schulz (CSU) betonte, das Museum sei »eines der prägenden und identitätsstiftenden Wahrzeichen der Stadt Traunstein«. Das Vermögen, das der Stadt zugestiftet wird, solle in voller Höhe dem Heimathaus zugute kommen.

Ursula Lay (UW) – sie leitet das Katholische Bildungswerk (KBW) Traunstein – berichtete, dass das KBW zum Jubiläum »1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland« eine Vortragsreihe und ein Bürgerforum »Antisemitismus Nein Danke« plane. Sie freue sich, wenn das Heimathaus mit dem KBW zusammenarbeitet.

Mehr aus der Stadt Traunstein