Haarspende für kranke Kinder und Jugendliche

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Nach einem Friseurbesuch spendete die Traunsteinerin Laura Haselbeck ihre hüftlange, blonde Haarpracht an den Verein »Die Haarspender«. (Foto: Effner)

Traunstein – Lange Haare sind schön – mitunter aber auch recht unpraktisch. Für Laura Haselbeck aus Traunstein stellte sich deshalb in den vergangenen sechs Jahren immer wieder mal die Frage: Was tun mit der blonden Prachtmähne? In dieser Zeit wuchsen die Haare bis zum Hüftansatz. »Wenn ich in der Freizeit etwas unternehmen und vorher die Haare waschen wollte, musste ich das immer planen, damit die Haare an der Luft trocknen können«, erzählt die 27-Jährige im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt.


»Dann kam der Moment, wo für mich klar war, dass die Haare in diesem Sommer runterkommen«, sagt Laura Haselbeck. Aber einfach nur abschneiden und weg damit: Dafür erschien ihr der über Jahre gewachsene »Haarschatz« doch zu schade. Bei der Recherche nach alternativen Verwendungsmöglichkeiten stieß die Traunsteinerin in den sozialen Medien und im Internet auf den Verein »Die Haarspender« in Wien.

Die 2016 gegründete Non-Profit-Organisation sammelt Haarspenden für Kinder und Jugendliche, die aufgrund von Krebs oder krankhaftem Haarausfall unter Haar­verlust leiden. Mit den in Asien in Handarbeit geknüpften Echthaarperücken will der Verein den körperlich und emotional belasteten Kindern »ein Stück Normalität und ein neues Lebensgefühl zurückgeben«. Mit Preisen bis zu 3000 Euro ist eine Echthaarperücke ansonsten für viele Familie eine hohe finanzielle Belastung.

»Ich habe mich intensiv damit befasst und fand das eine unterstützenswerte Aktion«, ist die 27-Jährige überzeugt. Nun war es soweit. Zusammen mit ihrer Mutter Helga Haselbeck, die die Abschneideaktion fotografisch festgehalten hat, ging es zur Friseurin. Mit Haargummis fixierte die Friseurin zunächst die erforderliche Länge der vier Zöpfe. »Idealerweise sollte die Schnittlänge bei 40 bis 45 Zentimetern liegen, mindestens aber bei 30 Zentimetern«, hat die 27-Jährige in Erfahrung gebracht. Ein emotionaler Akt war der finale Schnitt aber sowohl für Laura wie für die Haarexpertin: »Als die blonde Mähne dann Schnitt für Schnitt fiel, ist mir doch die eine oder andere Träne ausgekommen. Auch die Friseurin hat sichtlich mitgelitten.«

Letztlich war das Gefühl der Befreiung vorherrschend. Sogar Lauras Freund hat sich nach anfänglichem Missmut inzwischen mit der flotten Kurzhaarfrisur der Traunsteinerin aussöhnen können. »Er ließ sich während des Lockdowns ohne Friseurbesuch eine Glatze schneiden, da habe ich dann auf Gleichberechtigung gepocht.«

eff

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