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Großes Interesse an Traunsteiner Rindern auch im Ausland

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Lag es an der perfekten Präsentation von Martina Niederbuchner mit ihrer Nichte Irmgard oder an der reinerbig hornlosen Vererbung, dass dieser »Vollkommen«-Sohn 2950 Euro Versteigerungspreis in den Natursprung erzielte?

Traunstein – Hohe Qualität der Traunsteiner Zuchtkühe führt zu großer Nachfrage aus den Staaten der Europäischen Union – die fünf Zweitkalbskühe wechselten beim jüngsten Großviehmarkt in Traunstein für einen durchschnittlichen Versteigerungspreis von 1963 Euro den Besitzer, wobei diese Kühe neben einem guten Exterieur auch ein sehr hohes Tagesgemelk von über 35 Kilogramm Milch auszeichnete.


Bei den 72 verkauften Jungkühen erfolgte bei im Mittel 1815 Euro der Zuschlag. Von den fünf angebotenen Natursprungstieren bekam einer kein Gebot und einer wurde nicht abgegeben. Die zwei weiteren Natursprungstiere fanden für 1700 Euro und 2950 Euro einen Käufer. Hier zeigte sich einmal, wie sehr im Moment in Milchviehbetrieben genetische Hornlosigkeit gefragt ist.

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Den Spitzenpreis erzielte allerdings ein »Hurly«-Sohn, den die Besamungsstation Bayern Genetik zum Grundpreis von 3500 Euro erwarb. Mit einem Gesamtzuchtwert von 136 und einem Milchwert von 127 liegt der von Alois Rehrl aus Seeleiten bei Weildorf gezüchtete Stier auf Rang zwei unter 710 Halbbrüdern. Die hoch vorgeschätzte Eutervererbung mit 127, die von seinem Muttervater »Herzschlag« kommt, ergab ein weiteres Kaufargument.

Dazu kommt, dass aus der A-Linie des Betriebs von Alois Rehrl schon einige bekannte Vererber und auch sehr langlebige Kühe hervorgegangen sind. Der Stier ist Kalbinnen-geeignet. Seinen weiblichen Nachkommen wird eine sehr hohe Euterqualität vorhergesagt.

Nur ein unterdurchschnittlicher Zuchtwert in der Melkbarkeit verhinderte einen weitaus höheren Kaufpreis. Bei einem Zuchtstier in Natursprungeinsatz wird sehr selten ein Preis über 2500 Euro erzielt. Als Vorteile weist der reinerbig hornlos vererbende Stier aus dem Zuchtbetrieb von Christian Niederbuchner aus Aiging aber noch weitere Vorteile auf. Aus dieser Zuchtlinie sind schon einige bekannte Vererber hervorgegangen, und der Stier ist nicht verwandt zur »Mahango«oder »Votary« -Linie.

Kühe mit viel Körper und sehr guten Eutern zeichnen die Traunsteiner Jungkühe aus. Insofern ist es verständlich, dass dies auch Käufer aus dem europäischen Ausland anzieht. Der Rinderzuchtverband bietet aber auch Jungkühe ab Hof von Züchtern an, denen das Herrichten einer Kuh zum Markt zu aufwändig ist.

Die Qualität lag so eng beieinander, dass es sehr schwierig ist, eine Jungkuh einzeln herauszuheben. Die Spitze ist so vielfältig, dass 17 Jungkühe für einen Versteigerungspreis über 2000 Euro verkauft wurden, wobei die teuerste Jungkuh 2250 Euro erzielte. Bei ebenfalls 17 Jungkühen erfolgte der Zuschlag bei Versteigerungspreisen von 1800 bis 2000 Euro. Unter 1500 Euro mussten nur fünf Jungkühe verkauft werden.

Ein Appell des Rinderzuchtverbands an die Züchter lautete, auch Jungkühe mit weniger Milchleistung zum Verkauf anzubieten. Denn ein großes Angebot ziehe mehr Käufer an und belebe dadurch den Markt. Ein Verkauf zu Preisen zwischen 1100 und 1500 Euro bringe eine wesentlich größere Wertschöpfung, als junge Kühe für 600 bis 800 Euro zum Schlachten abzugeben.

Nur rund ein Drittel der Zuchtkühe blieb im eigenen Gebiet. Zwei Drittel der Zuchttiere gingen ins europäische Ausland. Die Versteigerungen fänden unter den geltenden Covid-19 Maßnahmen statt, so der Zuchtverband weiter. Dabei sei man sehr dankbar für die Disziplin der Markthelfer, Verkäufer und Kaufinteressierten. »Nur mit Eurer Mithilfe können auch die nächsten Herbstversteigerungen stattfinden.« Die nächsten Markttermine sind am 28. Oktober für Kälber, sowie am 19. November für Großvieh. fb

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