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Gewinn der Stadtwerke Traunstein sinkt um rund eine Million Euro

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Traunstein: Gewinn der Stadtwerke sinkt um rund eine Million Euro
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Die Stadtwerke Traunstein GmbH & Co. KG hat im vergangenen Jahr einen Gewinn in Höhe von rund 870 000 Euro erwirtschaftet – und damit deutlich weniger als 2017, als der Überschuss 1,89 Millionen Euro betragen hatte. (Foto: Pültz)

Traunstein – Mit rund 870.000 Euro hat die Stadtwerke GmbH im vergangenen Jahr einen deutlich geringeren Überschuss als 2017 erzielt. Damals war in der Endabrechnung ein Gewinn in Höhe von 1,89 Millionen Euro zu Buche gestanden. Warum die Erträge im Jahresvergleich um eine Million Euro niedriger ausfielen, bleibt offen. Auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts wollte sich Geschäftsführer Stefan Will zum Betrieb der stadteigenen Gesellschaft nicht äußern.


Die GmbH & Co. KG versorgt die Bevölkerung mit Strom, Gas, Wasser und Wärme. Neben den Bürgern im Stadtgebiet Traunstein gehören auch Nachbarn in angrenzenden Gemeinden zu ihren Kunden. Zur Gesellschaft zählen auch Neben- und Hilfsbetriebe, die sie bei der Bewältigung ihrer Aufgaben unterstützen.

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Neben der Verwaltung legt die Stadt Traunstein auch unternehmerische Aktivitäten an den Tag. So betreibt sie insbesondere eine Gesellschaft, die Jahr für Jahr Gewinne erzielt: Sie ist die alleinige Gesellschafterin der Stadtwerke Traunstein GmbH & Co. KG. Beteiligt ist sie daneben unter anderem auch an der Stadtmarketing Traunstein GmbH und dem Chiemgau Tourismus e.V.

Wie jetzt auch wieder geschehen, gibt die Verwaltung im Rathaus Jahr für Jahr Rechenschaft über die unternehmerischen Aktivitäten der Stadt – und zwar in Form eines sogenannten Beteiligungsberichts. Ohne Diskussion und einstimmig hat der Stadtrat die Ausführungen zur Kenntnis genommen.

Den Überschuss, den die Stadtwerke pro Jahr erwirtschaften, führen sie nach Angaben von Carola Westermeier, der Pressesprecherin im Rathaus, Jahr für Jahr zu gleichen Teilen drei Zwecken zu. »Ein Drittel des Jahresüberschusses wird direkt an die Große Kreisstadt ausgeschüttet, ein Drittel verbleibt bei der Stadtwerke Traunstein GmbH und Co. KG auf einem Rücklagenkonto, ein Drittel fließt auf ein Verrechnungskonto. Von diesem Verrechnungskonto werden die Steuern an das Finanzamt für diese Beteiligungseinkünfte bezahlt«, erläutert sie.

Die Große Kreisstadt plane den – geschätzten – Jahresüberschuss der Stadtwerke Traunstein GmbH und Co. KG bereits bei der Aufstellung ihrer Haushalte ein. Das Geld werde, so die Pressesprecherin weiter, »allgemein für die Finanzierung vor allem von Pflichtaufgaben und freiwilligen Leistungen verwendet«. Und Westermeier weiter: »Das muss man sich in etwa vorstellen wie bei Steuereinnahmen, die – anders als oftmals in der Bevölkerung gedacht wird – auch nicht zweckgebunden verwendet werden.«

Als Beispiel nennt sie in diesem Zusammenhang die Hundesteuer. Sie werde nicht zweckgebunden und damit ausschließlich für das Aufstellen und Leeren der Hundetoiletten oder den Kauf von Hundekotsäckchen benutzt, sondern diene dazu, die Ausgaben der Stadt generell zu decken. »Man kann also nicht sagen, der Jahresüberschuss der Stadtwerke wird für die Finanzierung der Ausgaben der Städtischen Musikschule oder den Erweiterungsbau der Grundschule Haslach genutzt, um hier zwei willkürlich ausgewählte Beispiele zu nennen.« Dennoch sei das Geld, wie die Pressesprecherin betont, »ein wichtiger Baustein zur Finanzierung des städtischen Haushalts«.

Der Jahresüberschuss der Stadtwerke Traunstein GmbH und Co. KG fällt laut Westermeier von Jahr zu Jahr ganz unterschiedlich aus. 2012 zum Beispiel lag er ihren Angaben zufolge bei rund 978.000 Euro, 2013 bei ungefähr 797.000 Euro.

Ganz anders dann die Zahl im Jahr 2017: Als Jahresüberschuss ergaben sich 1,89 Millionen Euro. Und 2018 sank der Jahresüberschuss dann auf 869.000 Euro.