Gestaltung der neuen Turnhalle für die Grundschule Kammer festgelegt

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Die Stadt plant in Kammer eine Turnhalle mit versetzten Pultdächern. Sie wird zur Hälfte in den Boden abgesenkt. (Repro: Stadt Traunstein)

Traunstein – Sie wird 15 Meter breit und 27 Meter lang. Zur Hälfte wird sie in den Boden gesenkt. Und Fenster wird sie auf der Westseite erhalten – Die Grundzüge für die Gestaltung der neuen Turnhalle für die Grundschule Kammer hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung im Landratsamt festgelegt. Einstimmig hat das Gremium die Vorentwurfsplanung gebilligt. In einer ersten, groben Kostenschätzung sind Ausgaben in Höhe von 4,2 Millionen Euro veranschlagt – was sich jedoch angesichts der steigenden Preise auf dem Bau noch nach oben verschieben kann.


Richard Hagenauer, der Leiter des Fachbereichs Planen und Bauen im Rathaus, erläuterte, dass die derzeitigen Schätzungen zwischen vier und 4,5 Millionen Euro liegen. Im gleichen Atemzug betonte er, dass die Zahlen jedoch noch nicht gesichert seien. Geplant sei eine Einfachturnhalle mit Sanitärräumen und Umkleidekabinen, getrennt nach Mädchen und Buben, sowie Räumen für die Lehrer, Schiedsrichter und nicht zuletzt auch für die Geräte. Aus den Vereinen sei der Wunsch gekommen, auch eine kleine Teeküche zu schaffen.

Der Planung liegen laut Hagenauer eine Reihe von Parametern zugrunde. So sei zum einen beispielsweise beabsichtigt, die Barrierefreiheit herzustellen wie auch einen direkten Zugang von der Schule zur Turnhalle zu schaffen. Zum anderen sei dem Pausenhof die Größe zu geben, »die man braucht«.

Möglich sei entweder ein Satteldach oder eine Kombination aus zwei versetzten Pultdächern, so Hagenauer weiter. Die Bauverwaltung im Rathaus spreche sich dafür aus, letzteren Weg einzuschlagen. Sie empfehle weiter, die längere Dachhälfte, die in diesem Fall dann entsteht, nach Osten auszurichten. Diese Lösung sei besser, weil »wir sehr in die Richtung einer Photovoltaikanlage denken«.

Die Turnhalle erscheine nicht als »großer Brocken«, so Hagenauer weiter. Ähnlich wie die Sportstätte des Annette-Kolb-Gymnasiums in Traunstein sei sie um etwa die Hälfte abgesenkt. Diese teilweise Verlagerung in den Boden sei »deutlich besser für die angrenzende Wohnbebauung«. In diesem Fall sei die Turnhalle dann auch nicht so dominant, die Schule bleibe weiter der »prägende Punkt«.

Das Ziel: Fertigstellung zum Schuljahr 2023/24

Was den Zeitplan für die Verwirklichung des Bauvorhabens betrifft, so ist laut Hagenauer beabsichtigt, in den nächsten Wochen mit den Nutzern – der Schule und den Vereinen – in Kontakt zu treten. Wenn der Entwurf für die Turnhalle im Spätherbst steht und die Billigung erfährt, erfolge anschließend die Genehmigungsplanung. Und nach ihrer Absegnung gehe die Stadt dann in die Ausschreibung und die Vergabe der Aufträge – was voraussichtlich im Frühjahr erfolgt. Nach dem Abbruch des Lehrerhauses im Mai starte die Stadt dann im Juni oder Juli den Neubau. Sie setze sich das Ziel, nach rund 15 Monaten Bauzeit die Halle zum Start ins Schuljahr 2023/24 zu vollenden.

Alle Angaben zum Zeitplan wie vor allem auch zu den Kosten seien, wie Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (CSU) ausführte, mit Vorsicht zu genießen. Angesichts der rasant steigenden Baukosten könne man derzeit »gar nichts kalkulieren«. Hümmer: »Wenn wir heute 4,2 Millionen Euro sagen, ist es durchaus realistisch, am Ende von fünf Millionen zu sprechen.«

»Für mich hat Bildung höchste Priorität«, sagte Isabelle Thaler (CSU). Mit Blick nicht nur auf die Turnhalle in Kammer, sondern auch auf Baumaßnahmen in Traunstein an der Ludwig-Thoma-Grundschule und der Franz-von-Kohlbrenner-Mittelschule freute sie sich, dass die Stadt so viel Geld in die Rahmenbedingungen für die Vermittlung von Bildung investiere. Schön sei, »dass der Oberbürgermeister sein Versprechen 'Vorfahrt für Familien' nicht nur einhält, sondern tatsächlich auch tagtäglich lebt – das kommt unseren Kindern zugute«.

Robert Sattler (SPD / Die Linke) lobte die Fensteranordnung, weil die Lehrer dann nicht gezwungen seien, schon in der Früh Licht anzuschalten. Da die Fenster jedoch im Westen dargestellt seien, könnte es abends für die Tischtennisspieler »ungemütlich werden«: Sie könnten von der untergehende Sonne geblendet werden. Sattler schlug vor, an eine Verschattung – etwa mit Rollos – zu denken.

Thomas Stadler (Bündnis 90/Die Grünen) freute sich, »dass es so zügig weitergeht«. Die Stadt habe lange um die Turnhalle gerungen, jetzt komme sie wirklich. Stadler fragte, was denn vom Pausenhof der Schule bleibt. Hagenauer antwortete ihm, »die Mindestgröße von drei Quadratmetern pro Kind überschreiten wir deutlich «. 360 Quadratmeter seien erforderlich, derzeit liege die Planung bei 450 Quadratmeter.

Valentin Rausch (Bündnis 90/Die Grünen) lobte die Anordnung der Fenster auf der Westseite. Würden sie auf der Ostseite dargestellt werden, dann liefen Schüler wie Lehrer Gefahr, in den Vormittagsstunden geblendet zu werden.

Georg Osenstätter (Initiative Traunstein) betonte, dass die Turnhalle für den ganzen Ortsteil »sehr wichtig« sei. Lobenswert sei, dass die Vereine in die Planung eingebunden seien. Und weiter meinte er: »Wir müssen den Spagat schaffen zwischen verträglicher Architektur und verträglichen Kosten.« Auf Osenstätters Frage nach der barrierefreien Erschließung sagte Hagenauer, dass sie ebenerdig von der Schule zur Turnhalle erfolgen werde. Geplant sei ein Lift.

Nils Bödeker (SPD / Die Linke) führte aus, dass die Fenster in der Turnhalle des Landkreises an der Wasserburger Straße in Traunstein mit Folien beklebt seien – und dass die Sonne damit nicht direkt in die Halle scheine. Bödeker regte an, in der Turnhalle in Kammer auch so zu verfahren. Hagenauer meinte: »Es wird eine Verschattung geben – in welcher Form auch immer.«

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