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Gehwege der Schierghoferstraße werden nicht verbreitert

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Traunstein: Gehwege der Schierghoferstraße werden nach Anwohner-Kritik nicht verbreitert – Fahrbahn bleibt
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Auf eine Verengung der Fahrbahn will die Stadtverwaltung jetzt verzichten. Nach erheblicher Kritik aus den Reihen der Anlieger verzichtet die Stadt im Rahmen des geplanten Ausbaus der Schierghoferstraße darauf, die Gehsteige zu verbreitern und damit die Fahrbahn zu verengen. (Foto: Pültz)

Traunstein – Einen Rückzieher macht die Stadtverwaltung im Rahmen ihrer Planungen für die Schierghoferstraße: Nach erheblicher Kritik aus den Reihen der Anlieger nimmt sie jetzt davon Abstand, die Gehsteige zu verbreitern und die Fahrbahn zu verengen.


Einstimmig hat sich der Planungsausschuss dafür ausgesprochen, den Oberbau der Straße zu erneuern, ohne die Fahrbahnbreite zu verändern. Die Planung wird jetzt in diesem Sinne von der Verwaltung überarbeitet und dem Stadtrat – voraussichtlich im November – zur Verabschiedung vorgelegt.

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Die Stadt plant Bauarbeiten im nächsten Jahr. Sie beabsichtigt, den bestehenden Abwasserkanal zu sanieren. Außerdem will sie im westlichen Teil der Straße – in dem Bereich, wo derzeit Wohnungen entstehen – einen neuen schaffen. Und auch die Stadtwerke klinken sich in die Bauarbeiten ein: Auch sie planen Sanierungen und Erneuerungen – und zwar ihrer Versorgungsleitungen für Gas, Wasser und Strom.

Der Planungsausschuss hatte sich im Mai für einen Straßenausbau in der Variante 3 entschieden. In dieser Version war unter anderem auch vorgesehen, die beidseitigen Gehwege von derzeit 1,25 auf 1,5 Meter zu verbreitern. Die Fahrbahn würde sich in diesem Fall von aktuell 5,5 auf dann 5,0 Meter verringern.

Die Stadtverwaltung informierte die Anlieger Ende September über ihre Planungen. Und in dieser Veranstaltung kam dann aus den Reihen der Bürger viel Kritik an der geplante Fahrbahnverengung. In der Anliegerversammlung sei, wie Oberbürgermeister Christian Kegel nun im Planungsausschuss zurückblickte, »erheblicher Widerstand« gegen die Verbreiterung der Gehsteige und die dann eintretende Verringerung der Fahrbahnbreite zutage getreten. Die Bürger hätten gemeint, dass die Straße dann zu eng werden würde und dass die Autos dann im Gegenverkehr – vor allem dann, wenn Fahrzeuge am Rand parken – nicht mehr aneinander vorbeikämen. Die große Mehrheit der Bürger habe sich in dieser Versammlung dafür ausgesprochen, die Straßenbreite von 5,5 Metern beizubehalten. Das Meinungsbild sei »eindeutig« gewesen, so Kegel.

Angesichts der Meinungsäußerungen in der Anliegerversammlung schlug der Oberbürgermeister vor, den Kanalbau zu erledigen und die Straße wie gehabt instandzusetzen. Diesem Vorschlag schlossen sich die Ausschussmitglieder an.

Auch Josef Kaiser (UW), Walburga Mörtl-Körner (Bündnis 90/Die Grünen), Dr. Christian Hümmer (CSU) und Ernst Haider (UW) plädierten dafür, auf die Verbreiterung der Gehsteige zu verzichten, weil die Mehrheit der Anlieger dagegen sei.

Und Hans Zillner (CSU), zweiter Bürgermeister und Verkehrsreferent, meinte: »Ich muss den Bürgern Recht geben.« Die gegebene Breite der Gehsteige reiche aus. Er habe sich vor Ort umgesehen und festgestellt, dass kaum Fußgänger unterwegs seien. Und auch aus einem weiteren Grund sei eine Verbreiterung nicht nötig: In der Straße wohne allein ein Bürger, der auf einen Rollator angewiesen ist. Robert Sattler (SPD) fand es »außerordentlich honorig«, wenn die Bürger auf einen Straßenausbau mit der Verbreiterung der Gehsteige verzichten. So könne sich die Stadt viel Geld sparen.

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