Gehirnhautentzündung nach Zeckenbiss: Die 13-jährige Kathi aus Kammer kämpft sich zurück ins Leben

Bildtext einblenden
Sind dankbar für jede Hilfe: Maria und Kathi Fleck aus Kammer.

Traunstein – Kathi liebt Tiere über alles. Sie geben ihr auch jetzt Lebensmut, wo es ihr alles andere als gut geht. Denn die 13-Jährige ist schon seit Juli im Krankenhaus, nachdem sie vermutlich nach einem unbemerkten Zeckenbiss eine Gehirnhautentzündung erlitten hat.


»Angefangen hat es mit furchtbaren Kopfschmerzen«, erzählt Mutter Maria Fleck. »Am Tag davor war sie noch in der Schule, alles war gut. Aber nachdem das Kopfweh nicht besser wurde, sind wir zum Kinderarzt gegangen.«

Anzeige

Nachdem auch der sich zunächst keinen Reim auf die Symptome machen konnte, kam Maria auf die Idee, es könnte FSME sein, die Gehirnhautentzündung, wie Zecken sie übertragen. Zwar waren weder Kathi noch Maria Zeckenbisse in jüngster Vergangenheit bekannt, doch sei sie zuvor im April und zum zweiten Mal im Mai geimpft worden. Also hätte das Ganze eigentlich nicht passieren dürfen.

Als es Kathi zunehmend schlechter ging, brachte Maria sie ins Krankenhaus. »Sie konnte dann ganz schnell nicht mehr reden, nichts mehr bewegen und nicht mehr schlucken. Nach einer Woche hat der Arzt zu mir gesagt, wenn sie diese Nacht überlebt, schaut's gut aus. Ich war fix und fertig«, erinnert sich Maria. Kathi wurde ins künstliche Koma versetzt, musste künstlich ernährt und beatmet werden. »In diesen fast neun Monaten musste sie sechsmal operiert werden. Vom ersten Monat im Krankenhaus weiß sie praktisch nichts mehr.« Nach und nach ging es ihr besser – bis zu einem epileptischen Anfall. Damit sich das nicht wiederholt, braucht Kathi bis heute Medikamente. Sie kann zum Glück wieder essen und Kopf und Hände bewegen. Mühsam kämpft sich das Mädchen Stück für Stück in sein Leben zurück, nimmt Medikamente, macht Physio- und Ergotherapie. Aber die Beine wollen Kathi noch nicht wieder gehorchen. Sie sitzt noch im Rollstuhl. Und noch ist nicht klar, wie lange das so sein wird. »Die Therapeuten sind super zufrieden mit ihr, weil sie so tolle Fortschritte macht«, sagt Maria stolz und voller Hoffnung.

Maria ist vielen Menschen sehr, sehr dankbar, wie sie sagt; zum Beispiel ihrem Chef in Siegsdorf, der ihr den Arbeitsplatz als KFZ-Mechanikerin aufhebt. Denn sie ist seit dem 1. Juli bei ihrem Kind im Krankenhaus. Superdankbar ist sie auch den Nachbarn, bei denen Kathis Minishetty ein wunderbares Plätzchen hat, und dessen Pferdespezl Kathi immer reiten durfte. Sie kümmern sich auch um die Katzen. Auch für die beiden Hunde hat Maria eine tolle Pflegestelle gefunden.

Sehr dankbar sind Kathi und Maria auch den Kameraden von den Feuerwehren Kammer, Surberg und Traunstein, die so sehr Anteil nehmen an Kathis Schicksal. Sie haben eine Spendenaktion zum rollstuhlgerechten Umbau von Marias Auto ins Leben gerufen. Zudem versuchen sie, für die beiden eine behindertengerechte Wohnung im Erdgeschoß zu finden, die sich Maria als alleinerziehende Mutter leisten kann. Denn in ihre bisherige Wohnung im ersten Stock wird Kathi nicht zurück können.

Wichtig wäre vor allem, dass auch die beiden kleinen Hunde und die Katzen willkommen sind, denn sie bedeuten Kathi alles. Sie sind für sie das, wofür es sich zu leben und zu kämpfen lohnt. Ein großer Lichtblick ist für die 13-Jährige das therapeutische Reiten, das ab 12. April los geht. Und so gibt sie alles, damit sie im Sommer oder im Herbst aus der Klinik kommen kann.

Ihr größter Herzenswunsch ist – neben dem Wieder-gehen-können – ein tierlieber Vermieter, im Idealfall in Kammer, sonst aber auch gern in der Umgebung von Traunstein. Hauptsache, die Tiere können mit. Wer den rollstuhlgerechten Umbau des Autos unterstützen möchte, kann spenden auf das Konto des Vereins Silberstreifen in Vogtareuth mit der IBAN: DE 36 7116 0000 0106 7203 58, BIC: GENODEF1VRR, Kennwort: Kathi. Bei Spenden bis zu 200 Euro ist der Kontoauszug für das Finanzamt ausreichend. coho

Mehr aus der Stadt Traunstein