Gefahrguteinsatz im Gewerbepark: 80 Einsatzkräfte hatten vier Stunden lang alle Hände voll zu tun

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Höchste Vorsicht war für die Einsatzkräfte geboten. Sie wussten nicht, um was für eine Flüssigkeit es sich handelte, die aus dem Gefahrguttransporter tropfte. (Foto: FDL/Brekl)

Traunstein – Eine Flüssigkeit, die aus einem im Gewerbepark Kaserne abgestellten Gefahrguttransporter tropfte, sorgte am Samstagvormittag für einen Großeinsatz von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei. Rund 80 Einsatzkräfte hatten vier Stunden lang alle Hände voll zu tun. Am Ende gaben sie Entwarnung: Sie stellten fest, dass harmloser Schwimmbadreiniger ausgetreten war. Die Polizei geht davon aus, dass die Ladung fehlerhaft gesichert war und bei einem Bremsmanöver verrutschte. Die Schadenshöhe konnte nicht genau beziffert werden, verletzt wurde niemand.


Zunächst war unbekannt, was für eine Flüssigkeit aus dem Sattelauflieger tropfte. Da das Fahrzeug als Gefahrguttransport gekennzeichnet war, zog der Vorfall umfangreiche Einsatzmaßnahmen nach sich.

Gegen 10 Uhr alarmierte die Leitstelle Traunstein die Feuerwehr Traunstein, die vor Ort das erste Meldebild bestätigte. Weitere Kräfte aus Traunstein und Vachendorf rückten aus. Den Einsatz leitete der Traunsteiner Kommandant Christian Schulz. Vor Ort wurde zunächst alles unternommen, damit die Flüssigkeit nicht weiter in die Kanalisation gelangen konnte. Zeitgleich wurde damit begonnen, die einzelnen Gebinde vom Auflieger freizuräumen, damit man die beschädigten Eimer erreichen konnte. Als sogenannter Stückguttransport war der Anhänger mit einer Vielzahl unterschiedlicher Kleingebinde beladen.

Neben umfangreichen Maßnahmen zur Absicherung der Einsatzstelle führte die Feuerwehr Schadstoffmessungen durch. Sie blieben ohne auffallende Ergebnisse. Um genügend Personal für die schweren Arbeiten am Auflieger vor Ort zu haben, wurde die Feuerwehr Wolkersdorf mit weiteren Atemschutzgeräteträgern nachalarmiert.

Bei hochsommerlichen Temperaturen mussten mehrere Trupps mit schwerem Atemschutz arbeiten und trugen teilweise Chemikalienschutzanzüge, damit sie mit dem Stoff nicht in eine direkte Berührung kamen. »Mit dieser Zusatzausrüstung bei diesen Temperaturen zu arbeiten ist wahrhaft eine körperliche Höchstleistung der Einsatzkräfte«, so das Fazit von Schulz.

Nach rund eineinhalb Stunden konnten die schadhaften Gebinde geborgen und in ein spezielles Fass der Feuerwehr Traunstein umgeladen werden. Die Feuerwehr Wolkersdorf transportierte das Fass zu einem örtlichen Entsorgungsunternehmen.

Zeitgleich konnten die Verantwortlichen der Feuerwehr auch eine gezielte Stoffidentifikation herbeiführen. Bei der ausgelaufenen Flüssigkeit handelte es sich, wie sich herausstellte, um einen Schwimmbadreiniger, der in einer Größenordnung von rund 20 Litern ausgetreten war. Mit dieser Erkenntnis konnten die Maßnahmen der Feuerwehr rasch zurückgefahren werden, da davon keinerlei nennenswerte Gefahren für Menschen, Tiere oder die Umwelt zu erwarten waren. Die kleine Menge an Reiniger, die vor Eintreffen der Feuerwehr in den Kanal gelangte, ist nach der Einschätzung eines Vertreters der städtischen Kläranlage als nicht bedeutsam zu bewerten.

Hob

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