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Die Gedenkmesse an der Kampenwand wird heuer von der Stadt Traunstein ausgerichtet.

Gedenkmesse auf der Kampenwand wird heuer von der Stadt ausgerichtet - KSK Haslach und Kammer federführend

Traunstein – Die Gedenkmesse an der Kampenwand für die Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege aus dem Chiemgau wird heuer von der Stadt Traunstein ausgerichtet. Die Organisation für die wohl größte Bergmesse in der Region haben die Krieger- und Soldatenkameradschaften Haslach und Kammer übernommen. »Das ist ein relativ großer Aufwand«, sagt Simon Schreiber, der Vorstand der Haslacher KSK, im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. 


Zum einen sei viel mit der Gemeinde Aschau abzustimmen, zum anderen müssten Ehrengäste, Bürgermeister aus den Landkreisen Traunstein, Berchtesgadener Land und Rosenheim sowie über 200 Vereine und Verbände angeschrieben und eingeladen werden. Am Tag der Gedenkmesse fahre die Kampenwandbahn bereits ab 7 Uhr morgens durchgehend bis 9 Uhr, um alle Ve-reinsabordnungen auf den Berg zu bringen. »Wir haben 200 Freikarten von der Kampenwandbahn erhalten, das ist toll«, freut sich Simon Schreiber. Von der Gondelstation seien es noch 20 Minuten Fußmarsch zur Steinlingalm, was mit den Fahnen durchaus schweißtreibend sei, sagt der 35-Jährige. Organisiert werden müssten des Weiteren die Autofahrten auf den Berg für Ehrengäste, der Blumenschmuck für die Messe – »da helfen uns die Stadtgärtnerei und der Gartenbauverein Haslach« – die Lautsprecheranlagen, der Altardienst und der Pfarrer. Die Messe wird Dekan Michael Mannhardt halten, »ein gebürtiger Traunsteiner«, wie der Vorstand der KSK Haslach sagt.

Die Gedenkfeier an der Kampenwand wird nicht zum ersten Mal von der Stadt Traunstein ausgerichtet. Die beiden letzten Male waren 1965 und 1997. »Maßgeblich bei der Entscheidung sind die beiden Gauverbände, die Vereinigten Krieger- und Soldatenkameradschaften des Chiemgaus und des Rupertiwinkels sowie die Interessensgemeinschaft der Krieger-, Veteranen und Soldatenkameradschaften Rosenheim«, sagt Simon Schreiber, der seit 2016 KSK-Vorstand ist. In der Regel sei immer im Wechsel eine Kommune aus dem Landkreis Traunstein und eine Kommune aus dem Landkreis Rosenheim verantwortlich.

2022 wird die 71. Gedenkmesse auf der Kampenwand gefeiert, denn das zwölf Meter hohe Kreuz auf dem Gipfel wurde 1951 eingeweiht. Die Messe findet nicht dort statt, sondern etwas unterhalb in der Nähe der Steinlingalm. Hier wurde 25 Jahre nach dem Chiemgau-Kreuz die Gedenkkapelle »Maria, Königin des Friedens« eingeweiht.

»Frieden ist leider keine Selbstverständlichkeit in unserer Welt, das zeigen die jüngsten Ereignisse in der Ukraine«, betont Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer. »Frieden ist ein zerbrechliches Gut. Ein Gut, das wir hegen und pflegen müssen, um das wir uns bemühen müssen – jeden Tag aufs Neue.«

Und genau deshalb sei eine Gedenkfeier für die Toten und Gefallenen der Kriege so wichtig. »Erinnern und gedenken bedeutet nicht vergessen – und das ist ein wichtiger Baustein der Friedensarbeit. Denn wer kann denn schon Krieg wollen, wenn er sich das Leid und das Elend, das in Kriegen entsteht, vor Augen hält?« Deshalb sei es ihm, Hümmer, ein großes Anliegen, dass in diesem Jahr wieder die gemeinsame Gedenk-feier stattfindet. »Für die Übernahme der Vorbereitung und Durchführung danke ich insbesondere unseren Krieger- und Soldatenkameradschaften Haslach und Kammer«, betont der Oberbürgermeister.

Simon Schreiber berichtet, dass man sich viele Gedanken gemacht habe im Vorfeld, ob man die große Veranstaltung mit rund3000 Gläubigen aufgrund von Corona überhaupt durchführen könne. »Doch es ist im Freien«, sagt der35-Jährige. Deshalb habe man sich dafür entschieden.

Die Gedenkmesse findet am Sonntag, 28. August, um 10.30 Uhr an der Kampenwand statt.

KR

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