Gedenken zum Jahrestag der Befreiung von Auschwitz

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Unter dem Motto »Mitmenschlichkeit statt Rassismus« stand das Gedenken des VVN-BdA- Kreisverbands Traunstein am Stadtplatz. (Foto: A. Hauser)

Traunstein – Zum 76. Mal jährte sich am Mittwoch die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Anlässlich des Gedenktags erinnerte die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes und des Bunds der Antifaschisten (VVN-BdA) mit einem stillen Gedenken auf dem Traunsteiner Stadtplatz an die Verbrechen der Nationalsozialisten.


Auschwitz steht für Menschenverbrechen, erinnerte Veranstalter Friedbert Mühldorfer in einer kurzen Ansprache. Über eine Million Menschen wurden in Auschwitz ermordet. Darunter Juden, Sinti und Roma, Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter, Zeugen Jehovas, Homosexuelle sowie politisch Verfolgte, zählte Mühldorfer einige der Opfergruppen auf. Die Verbrechen der Nazis seien aber nicht nur ein rein städtisches Phänomen gewesen. Auch in der Region wurden einige aus rassistischen, antisemitischen oder politischen Gründen verfolgt. Als Beispiel nannte Mühldorfer die jüdische Familie Holzer, die in Konzentrationslager deportiert wurde, und erinnerte an die über 60 Häftlinge, die kurz vor der Befreiung 1945 in Surberg erschossen wurden.

Gerade jetzt, wenn rechte Fanatiker Vergleiche mit nationalsozialistischen Begrifflichkeiten wie Ermächtigungsgesetz oder den Geschwistern Scholl ziehen, sei die Erinnerung an die Gräuel des Nationalsozialismus notwendig, so Mühldorfer.

Auch die katastrophalen Zustände in den Flüchtlingslagern würden zeigen, dass bis heute gegen Menschenrechte verstoßen wird.

Friedbert Mühldorfer rief deshalb dazu auf, sich für mehr Menschlichkeit an Stelle von Rassismus einzusetzen. Denn nur im Nachdenken über damals könne man noch kritischer und engagierter mit der Gegenwart umgehen, sagte er. aha

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