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Der Krieg gegen die Ukraine hat zu einem Anstieg der Gaspreise geführt. Wer Kunde der Stadtwerke Traunstein ist, muss jetzt aber noch nicht mehr bezahlen. Die GmbH plant in diesem Jahr keine Erhöhung. Foto: dpa

Gaspreise steigen in diesem Jahr nicht

Traunstein – Eine gute Nachricht kommt aus der Chefetage der Stadtwerke Traunstein: Die Gaspreise steigen heuer nicht. »Wir planen im Laufe dieses Jahres keine Erhöhung«, sagte Geschäftsführer Stefan Will auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts. Die GmbH verfolge seit Jahr und Tag eine »langfristige Beschaffungsstrategie«. So habe sie schon vor den Preisanstiegen, die der Krieg gegen die Ukraine ausgelöst hat, die gesamte Menge eingekauft, die sie heuer an ihre Kunden in Traunstein und Umgebung abgeben wird. 


Die Stadtwerke sind der größte Gasversorger in Traunstein. Die GmbH liefert so viel Energie wie kein anderes Unternehmen in die Häuser der Bürger und in die Hallen der Unternehmen. Jahr für Jahr verkauft die 100-prozentige Tochter der Stadt rund 185  Millionen Kilowattstunden (kWh).

Erst am 1. Januar hatten die Stadtwerke die Gaspreise erhöht, die sie nach Nutzern und Bezugsmengen staffeln. Für eine Kilowattstunde müssen viele Kunden jetzt 7,26 Cent bezahlen – und damit um einen Cent oder rund 16 Prozent mehr als zuvor. Noch tiefer in die Tasche greifen müssen Neukunden: Wer einen Vertrag mit der GmbH abschließt, muss 9,52 Cent pro kWh berappen.

Mit dem Krieg gegen die Ukraine steigen die Energiepreise. Und damit ist insbesondere auch der Bezug von Gas, das man jetzt bestellt, teurer. Der Markt ist in Bewegung geraten, keiner weiß, wie lange noch Gas in den Pipelines von Russland nach Deutschland fließt. Stefan Will beobachtet die Entwicklungen auf dem Markt – und was er sieht, gefällt ihm nicht. Die Unwägbarkeiten, die den Handel beeinträchtigen, führten und führen seinen Angaben zufolge zu deutlichen Preissteigerungen.

Fürs Erste ergeben sich noch keine Auswirkungen für den Handel der Stadtwerke. Will sagt, dass die GmbH die Gasmengen für 2022 schon ganz und für 2023 und 2024 bereits zum Teil eingekauft habe – und zwar zu fixen, alten und damit niedrigeren Preisen als den gegenwärtigen. Der Geschäftsführer berichtet, dass die Preise zwar in diesem Jahr stabil bleiben werden. Er macht aber kein Hehl daraus, dass die Karten zum Jahreswechsel neu gemischt werden – und dass angesichts neuer Bestellungen zu höheren Preisen dann womöglich eine Erhöhung unumgänglich wird.

Im Vergleich zu allen anderen Versorgern verkaufen die Stadtwerke nicht nur am meisten Gas in Traunstein und Umgebung, sondern auch so viel Strom wie kein anderer Anbieter. Die GmbH beliefert ihre Kunden pro Jahr mit etwa 65 Millionen Kilowattstunden – mit Strom, den sie, abgesehen von einer kleinen Menge, die sie in ihren drei Wasserkraftwerken gewinnt, auch auf dem Energiemarkt einkauft. Will betont in diesem Zusammenhang immer wieder, dass die Stadtwerke ausschließlich mit »grünem«, also umweltfreundlich erzeugtem Strom handeln.

Während die Kunden der Stadtwerke Anfang des Jahres eine Gaspreiserhöhung über sich ergehen lassen mussten, blieb in Sachen Strom für sie alles beim alten. Aktuell muss der Haushaltskunde 29,39 Cent pro Kilowattstunde bezahlen.

Auch Strompreise bleiben heuer stabil

Wer die elektrische Energie von den Stadtwerken bezieht, kann aufatmen. So sagt Will, dass die GmbH auch die Preise für den Strom – genauso wie jene für das Gas – in diesem Jahr nicht erhöhen werde. Doch auch in diesem Fall gilt seine Aussage, nicht an der Preisschraube zu drehen, ausdrücklich nur bis zum Jahreswechsel.

Im Bunde mit anderen, vergleichbar großen Stadtwerken geht die GmbH in Traunstein immer wieder in den Einkauf von Gas und Strom. Die Geschäfte werden über die »Plattform Energie« abgewickelt, die rund 35 Stadtwerke vereint. Die GmbH der Stadt Traunstein hält Geschäftsanteile an dieser Gesellschaft. Angesichts der nun hohen Preise hat sich die Einkaufsgemeinschaft laut Stefan Will aus dem Handel zurückgezogen. Sie warte und hoffe darauf, dass sich die Situation entspannt beziehungsweise beruhigt.

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