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Für neuen Bildungscampus: 2366 Quadratmeter wechseln den Besitzer

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Traunstein: 2366-Quadratmeter-Grundstück für neuen Bildungscampus verkauft
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Einen Grundstücksstreifen an der Güterhallenstraße hat die Stadt an die landkreiseigene Wohnungsbau GmbH verkauft. Westlich des Bahnhofs will der Landkreis einen Campus Berufliche Bildung Chiemgau schaffen. (Foto: Pültz)

Traunstein – Die Stadt hat ein 2366 Quadratmeter großes Grundstück an der Güterhallenstraße an die Wohnungsbau GmbH des Landkreises verkauft. Auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts hat Reinhold Dendorfer, der Kämmerer im Rathaus, mitgeteilt, dass sie den unbebauten Streifen unmittelbar am östlichen Straßenrand im sogenannten Bahnhofsgelände West vor kurzem veräußert habe. Dendorfer weiter: »Der Quadratmeterpreis orientierte sich dabei am aktuellen Bodenrichtwert.«


Wie viel kann man für seinen Grund und Boden am Bahnhof in Traunstein verlangen, wie viel muss man bezahlen? Der »Bodenrichtwert« für diesen Bereich gibt Auskunft. Ermittelt hat ihn der Gutachterausschuss, ein unabhängiges Organ, das als eigene Behörde im Landratsamt angesiedelt ist.
Er besteht – wie Michael Reithmeier, der Pressesprecher des Landratsamts mitteilte – kraft Gesetzes aus dem Vorsitzenden, der sich einer Geschäftsstelle bedient, sowie einer Mehrzahl von ehrenamtlichen Sachverständigen aus verschiedenen Fachbereichen der Immobilienwertermittlung.
Der vom Gutachterausschuss erstellten Bodenrichtwertkarte – Stand Ende 2018 – ist zu entnehmen, dass man für einen Quadratmeter im Bereich des Bahnhofs Traunstein nicht erschlossen 270 und erschlossen 300 Euro erhält beziehungsweise aufbringen muss.

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Der Landkreis will im Bereich westlich des Bahnhofs einen Campus Berufliche Bildung schaffen. In einem ersten Schritt versucht er seit einiger Zeit, die Grundstücke zu bekommen, die er für die Verwirklichung seiner Pläne benötigt. Diese Aufgabe übernimmt seine Wohnungsbaugesellschaft. Und sie benötigt nicht nur, aber auch Grund und Boden von der Stadt Traunstein.

Im Rathaus stößt sie auf offene Ohren. Die Stadt unterstützt das Projekt des Landkreises, den Campus zu schaffen, und zeigt sich bereit, die von ihm benötigten Grundstücke zu veräußern. Ein erstes Geschäft ist mit dem Verkauf der 2366 Quadratmeter nun abgeschlossen, zwei weitere sind noch unter Dach und Fach zu bringen.
Zur Debatte steht die Veräußerung zweier weiterer Flächen an der Güterhallenstraße: zum einen des rund 2900 Quadratmeter großen Park & Ride-Parkplatzes und zum anderen des rund 2200 Quadratmeter großen Grundstücks mit der Güterhalle. Dendorfer berichtete, dass die Verhandlungen »noch nicht abgeschlossen sind«.

Den Verkauf der 2366 Quadratmeter an der Güterhallenstraße hatte die Stadt nicht vorgesehen, als sie den Haushalt für 2019 aufstellte. So hatte sie im Vermögenshaushalt für das laufende Jahr ursprünglich einen Betrag von »nur« 500.000 Euro aus Besitzveräußerungen eingeplant. »Dieser Ansatz konnte im Rahmen der Nachtragshaushaltssatzung um 810.000 Euro erhöht werden«, sagte Dendorfer.

Die Mehreinnahmen resultieren seinen Angaben zufolge zum einen »aus dem guten Angebotspreis« für ein von der Stadt veräußertes, sanierungsbedürftiges Gebäude an der Jahnstraße. »Wesentlich war aber vor allem der Verkaufserlös für das unbebaute Grundstück im sogenannten Bahnhofsgelände West«, verweist er auf die »jüngst« an die Wohnungsbau GmbH des Landkreises veräußerten 2366 Quadratmeter.

Nicht nur im Rahmen der Einnahmen aus Grundstücksverkäufen, auch in anderen Bereichen der Stadtverwaltung ergaben sich im Laufe des bisherigen Haushaltsjahres 2019 Abweichungen von den ursprünglichen, im Vorfeld ausgegebenen Ansätzen. Und so war nun ein sogenannter Nachtragshaushalt nötig. Einstimmig verabschiedete diesen der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung.