Für Mitarbeiter der Kläranlage: »Schwarz-Weiß-Container« wird angeschafft

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In dem sogenannten Schwarz-Weiß-Container – hier ein Symbolbild der Firma cr2 Modulbau, die den Auftrag erhalten hat – sind Toiletten, Umkleiden und Duschen untergebracht. Ein solcher Container soll nun für die Kläranlage Traunstein angeschafft werden. Das hat der Ausschuss für Planung, Bau und Digitalisierung beschlossen.

Traunstein – 158.730 Euro soll er kosten, der »Schwarz-Weiß-Container« für die Mitarbeiter der Kläranlage Traunstein. Eine stolze Summe, die auch zu einer Nachfrage im Ausschuss für Planung, Bau und Digitalisierung führte. Trotzdem wurde der Auftrag ohne Gegenstimme vergeben. 


Das bestehende Betriebsgebäude der Kläranlage ist aus dem Jahr 1963. Erweitert wurde es in den Jahren 1977/1978. Das Betriebsgebäude war ursprünglich ausgelegt für drei Mitarbeiter, mittlerweile sind es laut Andreas Prams, dem Sachgebietsleiter Stadtentwässerung, zehn und ein Auszubildender. Deshalb seien die bestehenden sanitären Anlagen bei Weitem nicht mehr ausreichend, wie er im Ausschuss betonte.

Doch was ist überhaupt ein »Schwarz-Weiß-Container«? Salopp formuliert, könnte man sagen: Die Mitarbeiter gehen auf der einen Seite des Containers schmutzig rein und kommen auf der anderen Seite – nach einigen Stationen wie Dusche und Co. – auf der anderen Seite frisch wieder raus. Doch es geht um mehr: »Schwarz-Weiß-Container« sollen einen sicheren und sauberen Übergang zwischen Arbeitsplatz und Umwelt gewährleisten, wie es in der Beschlussvorlage heißt. Durch dieses Prinzip sollen Mitarbeiter selbst geschützt und eine Verschleppung von unerwünschten Stoffen vermieden werden. Die Stationen des Containers fungieren als Schleusen. In einem Teil des Containers wird verschmutzte Arbeitskleidung abgelegt, im nächsten Bereich kann geduscht werden und dann begibt man sich in einen weiteren Bereich, wo die saubere Arbeitskleidung angezogen werden kann.

Dritter Bürgermeister Sepp Kaiser (UW) fand die Investition für eine vorübergehende Lösung ziemlich hoch. »Wann können wir einen Neubau erwarten?«, fragte er. »Nicht, dass wir jetzt 160 000 Euro für ein Provisorium ausgeben, das nur ein Jahr steht.«

»Der Neubau des Betriebsgebäudes wird seit Jahren geschoben«, sagte Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer. »Ich weiß gar nicht, wie viele Jahre schon.« Der Neubau sei in die mittelfristige Finanzplanung aufgenommen. Wann er tatsächlich kommt, sei aktuell nicht abzuschätzen, wie es von Seiten der Stadt auf Nachfrage des Traunsteiner Tagblatts hieß.

Fest steht aber, dass ein »Schwarz-Weiß-Container« angeschafft wird. Der Auftrag ging an die Firma cr2 Modulbau GmbH & Co. KG in Markt Indersdorf.

KR

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