Für Brunnenbau: Verkauf zugunsten der Malihilfe Traunstein am Samstag

Bildtext einblenden
Dank der Spenden aus Traunstein konnten im Süden von Mali außerhalb der Konfliktgebiete zusätzliche Brunnen gebaut werden. Am Samstag führen die Naturfreunde Traunstein wieder einen Verkauf zugunsten der KAG Malihilfe Traunstein durch, damit weitere Brunnen gebaut werden können. Foto: LAG Mali

Traunstein – Weil der Traunsteiner Christkindlmarkt auch in diesem Jahr wegen der Corona-Lage wieder ausfällt, können die Naturfreunde Traunstein dort ihren traditionellen Verkauf zugunsten der Kreisarbeitsgemeinschaft (KAG) Malihilfe Traunstein nicht durchführen. Der Verkauf selbstgemachter Produkte wie Marmeladen, Likören, Platzerl, Gestricktem, Gehäkeltem, Genähtem und Bastelarbeiten findet deshalb an diesem Samstag von 10 bis 17 Uhr im Vereinsheim am Karl-Theodor-Platz 3 statt.


Unter dem nach wie vor aktuellen Aspekt des Umweltschutzes und des Schonens von Ressourcen haben die Organisatorinnen Maria Berger und Sabine Karg und ihre Mitstreiterinnen außerdem aus scheinbar nutzlosen Abfallprodukten neue Produkte angefertigt (Upcycling). Mit der Unterstützung der Traunsteiner Naturfreunde und zahlreichen Spendern aus Traunstein und der Region unterstützt die KAG Malihilfe Traunstein seit nunmehr fast drei Jahrzehnten den Bau von Brunnen und Gemüsegärten in dem westafrikanischen Land Mali, das zu den zehn ärmsten Ländern der Welt zählt.

Organisiert und koordiniert wird diese Hilfe zur Selbsthilfe zentral durch die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Mali in Nürnberg. Sie unterstützt die Landfrauen im Gemüseanbau, der einerseits die Ernährungssituation der Familien verbessert und ihnen andererseits zugleich Einkommen, zum Beispiel für den Schulbesuch der Kinder, verspricht. Neben der Ernährungssicherung sind Bildung und Aufklärung über die Folgen der Mädchenbeschneidung weitere Schwerpunkte des Engagements der LAG Mali.

Jedes Projekt geschieht in enger Zusammenarbeit mit den Dorfbewohnern, die von Beginn an in die Planung eingebunden sind und mitentscheiden dürfen, welche Vorhaben für sie am dringendsten sind. Im Landkreis Yanfolila, weit im Süden des Landes, hat die LAG Mali laut Konrad Obermaier, Vorsitzender der KAG Traunstein, mit der finanziellen Unterstützung der KAG Malihilfe Traunstein seit 2011 damit begonnen, den Anbau von Gemüsegärten mit eingefriedeten Gartenanlagen und verstärkten Schachtbrunnen in sechs Dörfern zu unterstützen. Kürzlich fragten die Frauen in einzelnen Dörfern um ergänzende Brunnen an, mit denen sie die Gemüseproduktion weiter steigern könnten, und sich neben dem Eigenbedarf auch gute Einnahmen versprechen. Diese setzen sie meist für den Schulbesuch der Kinder, Medikamente oder Kleidung ein. Geschäftstüchtige Frauen sparen an und beginnen Kleinhandel oder Ziegenzucht.

In eigener Initiative hätten sich die Frauen zwischenzeitlich mit zusätzlichen, traditionellen Brunnen beholfen, berichtet Obermaier. Doch diese könnten nicht so tief gegraben werden und versiegten bei intensiver Nutzung in der späten Trockenzeit. Massive Schachtbrunnen, die mit Betonringen verstärkt seien und einen großen Durchmesser hätten, hielten dagegen mehr Wasser vor und seien bis in die späte Trockenzeit länger nutzbar, so Obermaier. Dadurch könnten rund 50 Frauen, die in einem Garten aktiv seien, die Anbauzeit verlängern und mehr Gemüse erwirtschaften. »Konkret handelt es sich um die Dörfer Massaoulena und Guimbala-Woni, die bisher nur über zwei Bewässerungsbrunnen pro halbem Hektar Anbaufläche verfügen. Meistens sind drei bis vier Brunnen die Regel«, sagt er. Der Preis für einen dieser Brunnen liegt bei rund 3500 Euro. Die KAG Malihilfe Traunstein habe in diesem Jahr bereits 5000 Euro an die LAG Mali überwiesen. Wer die Arbeit der Malihilfe unterstützen will und nicht zum Verkauf der Naturfreunde Traunstein kommen kann, kann dies mit einer Geldspende auf das Konto der KAG Malihilfe IBAN: DE37 7105 2050 0000 0021 47 bei der Kreissparkasse Traunstein-Trostberg tun.

Bjr

Mehr aus der Stadt Traunstein