Fünf von sechs Schnelltestzentren machen weiter

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Der BRK-Kreisverband Traunstein schließt das Schnelltestzentrum, das er auf dem Parkplatz des SBC betrieben hat. Nur noch bis einschließlich morgen, Sonntag, werden dort Abstriche genommen. Stattdessen eröffnet das BRK in seinem Corona-Testzentrum in Mühlwiesen eine dritte Spur für die Vornahme von Schnelltests. (Foto: Pültz)

Traunstein – Trotz eines stark rückläufigen Bedarfs bleiben fast alle Schnelltestzentren in Traunstein weiter in Betrieb. Einzig und allein der Kreisverband Traunstein des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) schließt seine Station, die er auf dem Parkplatz für den Sportbund Chiemgau (SBC) aufgebaut hatte. Stattdessen errichtet das BRK für die Vornahme von Schnelltests eine dritte Spur in seinem Corona-Testzentrum in Mühlwiesen.


Wie im ganzen Land verringert sich das Infektionsgeschehen auch im Landkreis Traunstein. Die Inzidenz liegt nun beständig unter 50. Mit dem Rückgang der Neuinfektionen schwindet der Bedarf an Schnelltests. Wer zum Einkaufen geht, muss sich nun keinen Nachweis mehr holen, dass er negativ ist. Und die stark sinkende Nachfrage bringt die Betreiber der Schnelltestzentren in Bedrängnis. Jeder von ihnen fragt sich, ob sein Angebot für ihn noch wirtschaftlich ist.

Die Frage, ob die Rechnung noch aufgeht, hat das BRK schon beantwortet. Auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts hat Thorsten Brandstätter, der stellvertretende Geschäftsführer des Kreisverbands Traunstein, mitgeteilt, dass das Schnelltestzentrum am SBC nur noch bis einschließlich morgen, Sonntag, geöffnet sei. Das BRK nehme am heutigen Samstag um 10 Uhr eine dritte Spur im Corona-Testzentrum in Mühlwiesen in Betrieb. Allein dort unterbreite das BRK künftig das Angebot, Schnelltests vorzunehmen.

Die Zahl solcher Abstriche ist in dieser Woche stark zurückgegangen. In der Station auf dem SBC-Parkplatz habe die Auslastung zuletzt nur noch zehn Prozent betragen, pro Tag seien nur noch 60 Tests zustande gekommen – und damit viel zu wenige, um wirtschaftlich arbeiten zu können.

Auch im Schnelltestzentrum, das die Malteser im Kulturzentrum betreiben, ist die Nachfrage deutlich zurückgegangen. »Mit den Lockerungen seit Beginn der Woche und der Tatsache, dass in vielen Bereichen wie dem Einzelhandel et cetera kein negativer Schnelltest vorzulegen ist, ist auch die Zahl der zu testenden Personen stark rückläufig«, sagt Kreisgeschäftsführer Peter Volk. Und die Malteser erwarten gemäß Volk, dass die Nachfrage weiterhin sinkt – außer die Inzidenz steigt wieder über den Wert 50. Was die Schließung des Testzentrums betrifft, so haben die Malteser seinen Angaben zufolge noch keine Entscheidung getroffen. »Wir werden es vorerst fortführen, mindestens bis 30. Juni.« Sollte die Nachfrage aber noch geringer ausfallen, so der Kreisgeschäftsführer, müssten die Malteser »eventuell kurzfristig eine andere Entscheidung treffen.«

Auch Valeria Dobler vom Sport- und Therapiezentrum Traunstein-Haslach berichtet, dass die Nachfrage in der Schnellteststation – wie zu erwarten gewesen sei – »seit Montag enorm zurückgegangen« sei. »Wir haben unsere Station verkleinert, haben aber weiterhin zu den vollen bisherigen Öffnungszeiten geöffnet.« Und weiter meinte Dobler: »Wir freuen uns über die gute Gesamtsituation und über die geringe Inzidenz.« Einen festen Zeitpunkt für eine Schließung gebe es noch nicht. »Wir haben sicher noch bis Ende des Monats geöffnet, aber evaluieren dann nochmal die Situation und schließen eventuell Ende Juni oder Mitte/Ende Juli.«

Die Siberati GmbH in München, die das Schnelltestzentrum im Salinenpark in Traunstein betreibt, sieht sich angesichts der sinkenden Nachfrage nach Angaben von Geschäftsführerin Yaly Breidenbach gezwungen, die Öffnungszeiten zu verringern. Freitag und Montag laufe der Betrieb künftig von 9.30 bis 14.30 Uhr, am Samstag von 9 bis 14.30 Uhr und am Sonntag von 14.30 bis 17.30 Uhr. »Dienstag, Mittwoch und Donnerstag bleibt das Schnelltestzentrum Salinenpark vorerst geschlossen«, so Breidenbach. »Der Rückgang der Testzahlen kann in naher Zukunft zu einer endgültigen Schließung des Zentrums führen, leider können wir aufgrund der dynamischen Lage hierzu noch keine festen Aussagen treffen.«

Auch im Schnelltestzentrum der St. Georg-Apotheke an der Permanederstraße hat die Nachfrage, wie Benedikt Schmidt mitteilt, »erheblich abgenommen«. Der Inhaber der Apotheke will den Betrieb so lange fortsetzen, wie noch ein Bedarf besteht. Und er trifft nun auch Vorkehrungen, dass eine Nachfrage weiter besteht. So berichtet er, dass er ab der nächsten Woche nun auch Speicheltests anbieten werde – jene Art von Schnelltests, die, wie er sagt, vor allem für Kinder gut verträglich sei. Er rea-giert damit nach eigenen Angaben auf einen Wunsch, den Eltern an ihn herangetragen haben.

Auch der Ortsverband Traunstein-Siegsdorf der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) hat in seinem Schnelltestzentrum an der Wimpasinger Straße nach Angaben des Vorsitzenden Karl Weilharter Rückgänge in der Nachfrage zu verzeichnen. Doch sie seien nicht so hoch wie anderswo. Die Zahl der vorgenommenen Schnelltests sei »um rund 50 Prozent« zurückgegangen. »Wir machen weiter wie bisher«, sagt Weilharter. Zum Vorteil gereiche der DLRG, dass sie an zwei Abenden in der Woche bereitstehe – zu Tageszeiten, da die anderen Schnelltestzentren in der Stadt schon geschlossen hätten. Auch komme dem Betrieb zugute, dass er ausschließlich von Ehrenamtlichen getragen werde.

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