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Fragerunde: Von Parkhausabriss bis Wohnraum

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Traunstein: Podiumsdiskussion mit Oberbürgermeister-Kandidaten – Fragerunde und Leserfragen: Von Parkhausabriss bis Wohnraum
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Im zweiten Teil der Podiumsdiskussion beantworteten die Kandidaten Fragen der Leser des Traunsteiner Tagblatts und aus dem Publikum. (Foto: Bauer)

Traunstein – Eine ganze Reihe von Fragen aus dem Publikum sowie der Leser des Traunsteiner Tagblatts beantworteten die vier OB-Kandidaten nach der offiziellen Fragerunde im Rahmen der Podiumsdiskussion »Traunstein wählt«.


Dabei hatten sie ihr Schicksal sprichwörtlich selbst in der Hand, denn die Fragen durften sie selbst ziehen. Vor allem der Abriss des Parkhauses an der Scheibenstraße beschäftigt die Traunsteiner nach wie vor. Doch auch um den Umweltschutz, die Innenstadt und das Thema »Wohnen« ging es. Besonders amüsant: Moderator Gernot Pültz konnte nicht alle Fragezettel auf Anhieb lesen, sodass Lehrerin Burgi Mörtl-Körner mehrfach aushelfen musste.

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Mörtl-Körner: »Keine Fachfrau für Betonbau«

Gertraud Kallsperger wollte wissen, warum der Abriss des Parkhauses an der Scheibenstraße beschlossen wurde, obwohl 350 Bürger sich für den Erhalt aussprachen. Eine ähnliche Frage kam auch von Korbinian Fernsebner.

Die Antworten der Kandidaten auf diese Frage lesen Sie in unserem Hauptbericht von den Reizthemen der Podiumsdiskussion: Parkplätze, Schulden und die Klosterkirche

Kritik an den hohen Kosten der Sanierung des Kulturforums Klosterkirche äußerte Georg Mayer. Seine Frage, ob nach der Klosterkirche weitere Investitionen möglich seien, nämlich für Familien, Kinder und Senioren, zogen gleich drei OB-Kandidaten: Mörtl-Körner, Steiner und Kegel. Hier waren sich alle einig, dass Investitionen weiterhin möglich sind. »Wäre die Klosterkirche nicht so teuer gewesen, wäre sogar noch mehr Geld übrig«, meinte aber Simon Steiner. Für Kegel sind Kinder, Familien und Senioren eine Pflichtaufgabe der Stadt, »die wir immer bestmöglich wahrnehmen«.

Vorstellungsrunde der Kandidaten im Video:

Kegel: »Das ist eine tolle Initiative«

Etwas ratlos war Steiner – und den vielen Lachern aus dem Publikum nach wohl auch ein Großteil der Besucher – bei der Frage von Thomas Fernsebner, wie die Kandidaten zum Erhalt und zum Ausbau des Coworking Spaces b1-connect an der Bürgerwaldstraße stehen. »Es gibt Dinge, die woas i ned«, gab er offen zu. Oberbürgermeister Kegel, der die Frage ebenfalls zog, sagte: »Das ist eine tolle Initiative, die neue Möglichkeiten bietet.« Der Raum sei ideal für Unternehmer, die sich miteinander vernetzen und voneinander profitieren.« »Es dürfte von diesen gerne mehr in der Stadt geben«.

Energieeffizientes Bauen für den Klimaschutz

Dr. Rainer Schenk wollte wissen, welche Maßnahmen die Kandidaten ergreifen, um den Klimaschutz zu verbessern. Dr. Christian Hümmer nannte drei Punkte: Ein Förderprogramm für energieeffizientes Bauen, ein fahrradsicherer Ausbau der Stadt, um den Umstieg vom Auto aufs Rad attraktiver zu machen, sowie ein besseres Gebäudemanagement. Burgi Mörtl-Körner möchte die Bürger besser aufklären. Mit Firmen könnte man reden, damit diese auf den Dächern Photovoltaikanlagen installieren. »Und auch in den städtischen Gebäuden müssen wir Energie sparen.« Diesen Punkten schlossen sich auch Kegel und Steiner an, die die Fragen ebenfalls gezogen haben.

Themenkomplex Verkehr und Parkplätze im Video:

Dr. Rudolf und Waltraud Meggle sprachen in ihrer Frage an Dr. Christian Hümmer das Thema »Wohnen« an. Hümmer würde in den Raum stellen, dass Münchner der günstigen Preise wegen nach Traunstein kämen. Das Ehepaar interessierte, wie er das mit Lehrern für den Bildungscampus machen würde, ob diese pendeln sollten und er nur einheimische Lehrkräfte zulassen würde. Hümmer sagte dazu, dass es der entscheidende Punkt sei, überhaupt Wohnraum zur Verfügung zu stellen. In Sachen »Campuswohnen« müsse man eng mit dem Landkreis zusammenarbeiten. Er stellte klar: »Wohnen muss sowohl für zuziehende Personen wie auch für Einheimische bezahlbar bleiben.«

Autofreier Stadtplatz wäre sofort umsetzbar

Um eine autofreie Innenstadt und einen Kfz-freien Stadtplatz ging es bei den Fragen von Dr. Patrick Nepper an Burgi Mörtl-Körner und von Horst Trüdinger an Simon Steiner. Für die Grünen-Kandidatin ist ein autofreier Stadtplatz denkbar. »Natürlich brauchen wir Kurzzeitparkplätze zum Be- und Entladen.« Das könnte man mit einem entsprechenden Beschluss des Stadtrats sofort umsetzen. Simon Steiner würde den Stadtplatz und den Maxplatz zu einer Fußgängerzone machen. Voraussetzung sei für ihn aber, dass das Parkhaus am Klosterberg gebaut wird.

Einen amüsanten Schlusspunkt der Fragerunde setzte dann Moderator Pültz: Er fragte die vier OB-Kandidaten, wen sie wählen würden außer sich selbst. Während Christian Kegel seine Frau wählen würde und Burgi Mörtl-Körner »sich noch schwertut, bei der Auswahl«, gab es von Hümmer und Steiner klare Antworten. »Burgi, ich würde dich wählen«, sagte Hümmer Mörtl-Körner zugewandt und auch für Simon Steiner kommt die Grünen-Politikerin in Frage: »Für mich ist das auch klar, ich würde die Burgi wählen.« jal

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