Feuerwehr Kammer zieht Bilanz „nach den Coronajahren“
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In der Generalversammlung der Feuerwehr Kammer erhielten Bernhard Wolkersdorfer (Dritter von links) und Bernhard Vordermayer (Fünfter von links) das bayerische Feuerwehrehrenzeichen in Silber für ihre 25-jährige aktive Dienstzeit. Dies überreichten Kommandant Alois Wimmer (links) und Kreisbrandinspektor Martin Schupfner (Zweiter von links). Mit auf dem Bild der 2. Kommandant Tobias Heigermoser (Vierter von links) und Traunsteins 3. Bürgermeister Josef Kaiser (rechts). Foto: Hubert Hobmaier

Feuerwehr Kammer zieht Bilanz „nach den Coronajahren“

Traunstein/Kammer – Die Verantwortlichen der Feuerwehr Kammer haben aufgrund des schönen Wetters kurzerhand das Protokoll zur Generalversammlung „über den Haufen geworfen“ und diese aus dem Saal in den Gastgarten des Gasthauses zur Post verlegt. Vorstand Sebastian Reischl freute sich, dass nun auch das Vereinsleben wieder möglich ist und die beiden Kommandanten informierten über die Geschehnisse des aktiven Dienstes in den letzten beiden Jahren. Bernhard Wolkersdorfer und Bernhard Vordermayer leisten seit 25 Jahre aktiven Dienst und erhielten dafür eine Ehrung des Freistaats Bayern.


„Aufgrund der Coronabeschränkungen fällt mein Bericht recht kurz aus“, so Schriftführer Georg Osenstätter und informierte darüber, dass es im ersten Quartal des letzten Jahres zu keinem einzigen Vereinstermin gekommen sei. Danach waren dann doch noch einige Termine und Veranstaltungen möglich und so konnten sich die Mitglieder an der Fronleichnamsprozession beteiligen oder am Tag der Vereine am Stadtplatz in Traunstein teilnehmen. Zudem habe der Verein die #WirFahrenRot Tour des Kreisfeuerwehrverbandes unterstützt und im Zuge dessen, selbst drei gutbesuchte Infotage im Ort organisiert.

Vorstand Sebastian Reischl freute sich, dass im letzten Jahr dann noch eine Bergwanderung zur Nesslauer Alm möglich war und auch heuer am 5.8. wieder stattfinden soll. Zudem wurden heuer wieder Feuerwehrfeste durchgeführt. So war man an den Festen in Siegsdorf, Petting, Tengling und Obing mit einer Fahnenabordnung und Vereinsmitgliedern dabei. „Kommendes Jahr sind bereits sechs Einladungen für Freutsmoos, Fridolfing, Feichten, Lampoding, Ruhpolding sowie Anger eingegangen. Ich hoffe, dass wir dann etwas mehr Leute werden, denn in diesem Jahr war ich mit unserer Beteiligung nicht sehr zufrieden“, so die kritischen Worte des Vorstands.

Weiter informierte Reischl, dass am 3.10. am Feuerwehrhaus Kammer ab 10 Uhr wieder der musikalische Frühschoppen stattfindet und im kommenden Jahr an Christi Himmelfahrt das Hanomag- und Schleppertreffen durchgeführt werden soll. Am Feuerwehrhaus in Neukammer wurde kürzlich ein kleiner Freisitz mit Holzbänken sowie einem Tisch errichtet. Sebastian Reischl dankte Peter Freutsmiedl, Michael Wilka, Franz Maier und Martin Lackerschmid für deren Engagement und die Durchführung des Projekts.

Kassier Peter Freutsmiedl informierte darüber, dass kürzlich die Festzeltgemeinschaft mit dem Arbeiter- und Burschenverein aufgelöst wurde, da alle steuerlichen Prüfungen anlässlich des 150-jährigen Gründungsfestes abgeschlossen sind. Zudem konnte er über ein „kleines Plus“ in der Vereinskasse berichten, „es war halt nichts los und somit hatten wir weniger Ausgaben“, so seine Begründung.

„Derzeit haben wir 67 Aktive, darunter acht Frauen“, informierte Kommandant Alois Wimmer. Besonders freute es ihn, dass viele der ehrenamtlichen Helfer über eine lange Zeit der Feuerwehr treu bleiben, „im Durchschnitt sind alle Aktiven etwa 20 Jahre bei der Feuerwehr dabei“ stellte er fest. Im vergangenen Jahr war Georg Kriegenhofer mit dem Erreichen der Altersgrenze aus dem aktiven Dienst ausgeschieden und Jakob Vordermayer ist von der Jugend zur aktiven Mannschaft gewechselt. In diesem Jahr haben bereits zwei Gruppen das Leistungsabzeichen „Technische Hilfeleistung“ abgelegt.

Der zweite Kommandant Tobias Heigermoser informierte über das Einsatzgeschehen in der letzten Zeit. „In den beiden Coronajahren wurden wir zu 68 Einsätzen alarmiert und haben für Übungen und Einsätze insgesamt rund 2500 Stunden aufgebracht“, sagte er in seiner Zusammenfassung. Dabei waren die Aktiven auf sehr vielfältige Weise gefordert. Als Beispiele nannte Tobias Heigermoser das umgestürzte Kettenfahrzeug im Truppenübungsplatz und einige Verkehrsunfälle bei denen mitunter auch schwere Technik gefordert war, um die Personen aus den Fahrzeugen retten zu können.

Mehrmals musste man zu witterungsbedingten Einsätzen im Ortsgebiet aber auch im Stadtgebiet ausrücken und war einen Tag lang in den Gemeindebereichen Grabenstätt und Übersee nach Unwetterereignissen im Einsatz. „Das Feuer in einer Höhle in Kaltenbach war sicherlich der ungewöhnlichste Brandeinsatz der letzten Zeit“, so der zweite Kommandant und berichtete weiter über einen Gefahrguteinsatz in Aiging sowie den beiden Einsätzen auf Grund von Bombenfunden in Traunstein.

Ein Einsatz für die Mitglieder des Messzugs Süd führte sogar bis ins österreichische Kössen. Dort war es zu einem Brand in einem Recyclingbetrieb für Elektroautos gekommen. „Bisher ist es uns immer gelungen, dass wir zu jeder Tages- und Nachtzeit genügend Personal zum Besetzen der Fahrzeuge hatten“, freute sich Tobias Heigermoser und appellierte gleichzeitig an die Mannschaft „auch weiterhin zu den Übungen und Einsätzen zu erscheinen, damit wir auch zukünftig rund um die Uhr da sind, wenn unsere Hilfe gebraucht wird“.

Jugendwart Thomas Mitterer berichtete über die Nachwuchsarbeit in den letzten beiden Jahren. „Bei uns haben die Frauen mittlerweile die Mehrheit“, informierte er und freute sich, dass unter den sieben Mitgliedern der Jugendgruppe gleich vier Mädchen dabei sind. „Die Termine und Veranstaltungen des Kreisfeuerwehrverbandes werden allesamt wahrgenommen, egal ob Wissenstest, Friedenslicht, Tag der Jugendfeuerwehr, Zeltlager oder die #WirFahrenRot Tour – wir haben nichts ausgelassen“, schmunzelt Thomas Mitterer. Derzeit trainieren die Jugendlichen für das Jugendleistungsabzeichen. Die Prüfung soll in den nächsten Wochen abgelegt werden.

„Nachdem wir in den letzten beiden Jahren den Übungsbetrieb mit angezogener Handbremse durchführen mussten läuft dieses Jahr die Ausbildung der drei Übungsgruppen wieder im Normalbetrieb“ informierte der Ausbildungsverantwortliche Hubert Hobmaier. Mit 25 Atemschutzgeräteträgern, 14 Maschinisten und sechs Personen mit der Zusatzqualifikation Absturzsicherung sei man gut aufgestellt und im Messzug läuft der Übungsbetrieb zusammen mit der Feuerwehr Traunstein ebenfalls reibungslos.

Immerhin 25 Aktive konnten in den vergangenen beiden Jahren einen Lehrgang auf Landkreisebene oder an der staatlichen Feuerwehrschule durchlaufen. Max Schuster hat das Basismodul der Grundausbildung erfolgreich abgeschlossen. Tobias Heigermoser besuchte den „Online Kommandantenlehrgang“ und Kilian Söldner konnte an einem Jugendwartlehrgang teilnehmen. Florian Wimmer machte die Ausbildung zum Maschinisten und Martin Schmalzbauer hat den Lehrgang zum Atemschutzgeräteträger absolviert. Beide letztgenannten beförderte Alois Wimmer zu Oberfeuerwehrmännern.

Vera Reischl leistet seit zwanzig Jahren aktiven Dienst in der Feuerwehr und erhielt aus den Händen des Kommandanten das entsprechende „Ärmelabzeichen“ für die Uniform. Das Feuerwehrehrenzeichen in Silber des Freistaates Bayern für ihr 25-jähriges Engagement erhielten Bernhard Wolkersdorfer und Bernhard Vordermayer aus den Händen des Kreisbrandinspektors Martin Schupfner. In seinem kurzen Grußwort freute er sich, „dass es bei euch keinen Coronaschwund zu verzeichnen gibt“ und dankte den Kammerern für ihren Einsatz. „Gebt diesen Dank auch an eure Partner und Arbeitgeber weiter, denn ohne deren Unterstützung wären in unserem Ehrenamt viele Dinge nicht möglich“.

Neben Kreisbrandinspektor Martin Schupfner und Kreisbrandmeister Albert Rieder folgten Stefan Mirbeth von der Feuerwehr Pierling und Andreas Zeiser von der Feuerwehr Traunstein sowie Stadtrat Georg Osenstätter und der dritte Bürgermeister Josef Kaiser der Einladung. „Wir sind stolz auf unsere fünf Feuerwehren und sehen tagtäglich was ihr leistet“, so Josef Kaiser in seinem Grußwort und dankte gleichzeitig dem Feuerwehrverein für den Beitrag im gesellschaftlichen Leben im Dorf aber auch in der gesamten Stadt. Mit seiner Aussage, „ihr könnt jederzeit an uns herantreten, wenn ihr was braucht – Schaut aber bitte, dass es nicht unbedingt mehr als 500.000 Euro kostet“, sorgte er zum Abschluss der Versammlung für einen Lacher.

Hob

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