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Fast fünf Kilo Rauschgift geschmuggelt – Urteile im Drogen-Prozess

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Traunstein: Fast fünf Kilo Rauschgift geschmuggelt – Urteile im Drogen-Prozess
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Foto: Montage (dpa; l. David Ebener, r. Daniel Karmann)

Traunstein – Über den Grenzübergang bei Bad Reichenhall reisten eine 37-jährige Österreicherin und eine 32 Jahre alte Traunsteinerin mit knapp 3,2 Kilogramm Marihuana, fast 1,5 Kilogramm Haschisch und 211,7 Gramm Ecstasy-Tabletten in ihrem Auto nach Bayern ein. Dafür wurde die ältere Angeklagte zu vier Jahren und die 32-Jährige zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt.


Das Rauschgift wurde nur kurze Zeit nach dem Schmuggel in Traunreut sichergestellt. Die Sechste Strafkammer am Landgericht Traunstein mit Vorsitzendem Richter Dr. Jürgen Zenkel verhängte gegen die Österreicherin eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und gegen die 32-Jährige dreieinhalb Jahre Haft. Außerdem ordnete die Kammer die Unterbringung der Jüngeren in einer Drogenentzugsanstalt an.

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Gemäß Anklage von Staatsanwältin Carolin Schwegler hatten die Frauen das Rauschgift Mitte Dezember 2018 in Slowenien geholt und in der Wohnung der 37-Jährigen in Velden am Wörthersee zwischengelagert. Die Österreicherin und die aus Bosnien-Herzegowina stammende 32-Jährige reisten am 17. Dezember 2018 morgens über die Grenze bei Bad Reichenhall weiter nach Bayern. In Traunreut bunkerten sie die Betäubungsmittel bei einer Bekannten. Was die Angeklagten nicht wussten: Die Polizei hatte das Umfeld bereits im Visier von Ermittlungen. Das Rauschgift wurde sichergestellt.

Gegenstand der Anklageschrift waren auch zahlreiche Einzelgeschäfte der 37-Jährigen im Herbst 2018 mit Kleinabnehmern im Raum Traunstein-Traunreut. Diesen Komplex, in Drogenkreisen »Ameisenhandel« genannt, stellte die Kammer mit Blick auf das strafrechtliche Gewicht der verbleibenden Vorwürfe ein. Auf Antrag der Verteidiger hatten die Prozessbeteiligten in einem Rechtsgespräch die maximalen Strafen im Fall von Geständnissen ausgelotet.

Die voll schuldfähigen Angeklagten zeigten sich anschließend geständig und reuig. Die 37-Jährige, zur Tatzeit unter einschlägiger offener Bewährung stehend, berichtete von ihrer Drogensucht, die der psychiatrische Sachverständige, Dr. Stefan Gerl vom Bezirksklinikum in Gabersee, als zwingend behandlungsbedürftig einstufte und deshalb die Behandlung in einer Entzugseinrichtung empfahl.

Staatsanwältin Carolin Schwegler und die vier Anwälte hielten sich bei den Schlussanträgen an den vereinbarten Strafkorridor, ebenso das Gericht bei der Straffindung. Aufgrund des Berechnungsmodus für die etwa eineinhalb Jahre dauernde Unterbringung muss die 32-Jährige vor der Zwangstherapie nicht mehr ins Gefängnis. kd