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»Wer verdient wie viel an meiner Jeans?« – Mit dem Thema fairer Kleidung hat sich die Mädchenrealschule Sparz beschäftigt. Melina Baumgartner (9a) ist bestens informiert und erzählt, dass allein für ein T-Shirt 2500 Liter Wasser benötigt werden – ganz zu schweigen von den vielen Chemikalien. Mit im Bild ist Lehrerin Dalia Wehner.

Fair-Trade-Aktionstag in Traunstein: Acht Schulen beteiligt

Traunstein – »Viele Menschen arbeiten hart, um Waren für uns zu produzieren«, sagte Thomas Stadler bei der Eröffnung des Aktionstags »Fairtrade schafft Chancen und damit Glück« auf dem Traunsteiner Stadtplatz. Hunderte Schüler aus acht Traunsteiner Schulen beteiligten sich daran. Sie hatten sich im Vorfeld mit den verschiedensten Themen beschäftigt – von Kleidung, über Schokolade bis hin zu Analphabetismus. An verschiedenen Ständen informierten sie die Besucher. Für die Jugendlichen war es nicht einfach ein Tag schulfrei, der Aktionstag lag ihnen am Herzen. Das spürte man. 


Ziel der Veranstaltung war es, der Bevölkerung die Chancen und Möglichkeiten fairen Handelns näher zu bringen, sie zu sensibilisieren und zum Umdenken und Mitmachen zu animieren. Trotz harter Arbeit reiche vielen Menschen aufgrund des geringen Lohns das Geld zum Leben nicht, betonte Stadtrat Thomas Stadler. Der Fraktionssprecher der Grünen ist Fairtrade-Beauftragter der Stadt. »Sie haben keine Chance, ihr Leben zu ändern.« Genau da setze Fairtrade an. Die Menschen in armen Ländern würden keine Almosen wollen, »sondern einen fairen Lohn, damit sie Essen haben, damit sie ihren Kindern den Schulbesuch ermöglichen können, damit sie sich medizinisch versorgen können und damit sie sich eine Zukunft aufbauen können«, sagte Stadler und ergänzte: »Und es bewegt sich was. Wir haben es geschafft, dass es in Deutschland jetzt ein erstes Lieferkettengesetz gibt, das Firmen dazu verpflichtet, auf Mindeststandards für die Menschen in Arbeitsprozessen und auch für die Umwelt zu achten.«

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Nella Denzel vom AKG zeigte anhand eines Solarkochs, wie man die Kraft der Sonne nutzen kann.

An die Schüler gerichtet sagte Stadler: »Ihr seid heute da, um sichtbar zu machen, wie Kinder als Schuhputzer oder in Slumhütten leben. Und ihr zeigt neue Wege, wie wir auch hier in Traunstein durch unseren Einkauf die Situation der Menschen in anderen Teilen der Welt verbessern können.« An verschiedenen Ständen gab es Produkte aus fairem Handel zu kaufen, an anderen wurde der Weg fairer Kleidung aufgezeigt und an wieder einem anderen das Kochen mit Solarstrom – mit der Kraft der Sonne wurde auf dem Stadtplatz Schokolade geschmolzen. Wer wollte, konnte sich eine Schokobanane nehmen – aus fair gehandeltem Kakao. Auch dieses Thema wurde von Schülern in einer kleinen Ausstellung und mit einem Rätsel vorgestellt.

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Lehrer Tim Berlinern und Lehrerin Uli Browarzyk von der Reiffenstuel-Realschule haben sich mit ihren Schülern um das Thema Kakaoanbau gekümmert. (Fotos: Reiter)

An dem Aktionstag beteiligten sich die Ludwig-Thoma-Grundschule, die Realschule Sparz, die Reiffenstuel-Realschule, die Franz-von-Kohlbrenner-Mittelschule, die Wirtschaftsschulen Kalscheuer, das Förderzentrum Brunnwiese und die beiden Traunsteiner Gymnasien, das AKG und das CHG. Für musikalische Unterhaltung des Aktionstags »Fairtrade schafft Chancen und damit Glück« sorgte unter anderem die Big Band des Chiemgau-Gymnasiums.

KR

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