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»Es geht um die Rettung des Planeten« – Erstmals wieder FFF-Demo in Traunstein

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Traunstein: Fridays-for-Future-Bewegung fordert mehr Engagement für Umsetzung des Klimaschutzes ein
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In einem Umschlag übergab die Aktivistin Hannah Fellner (links) einen Forderungskatalog der Fridays-for-Future-Bewegung an Traunsteins zweite Bürgermeisterin Burgi Mörtl-Körner. (Foto: Effner)

Traunstein – Erstmals seit vielen Monaten haben Tausende von Unterstützern der »Fridays for Future«-Bewegung weltweit ihren Protest für eine entschlossene Klimapolitik wieder auf die Straße getragen. Corona-bedingt mit Maske und Abstand. Rund 130 Teilnehmer hatten sich unter dem Motto »Kein Grad weiter« zum weltweiten Aktionstag bei strömendem Regen im Traunsteiner Stadtpark versammelt.


»Erst durch Euch und mit Euch kann richtig Bewegung in die Sache kommen«, machte Beate Rutkowski den Initiatoren Mut. Die Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz sprach sich dafür aus, dringend notwendige Klimaschutzbemühungen nicht mit dem Argument zum Erhalt von Arbeitsplätzen und Wohlstand auszubremsen. Klimakrise und Artensterben seien bereits offenkundig. Auch bei Entscheidungen auf kommunaler Ebene sei der Klimaschutz konsequenter als bisher zu berücksichtigen. Es könne nicht sein, in Zeiten des Waldsterbens »Wälder für den Kiesabbau zu roden« oder für großflächige Gewerbegebiete.

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Angesichts der zerstörerischen Waldbrände in Kalifornien und des massiven Artensterbens setzte sich Luca Barakat von den Traunsteiner Jusos für die sofortige Umsetzung verstärkter Klimaschutzmaßnahmen ein. »Es geht um nicht weniger als die Rettung des Planeten.«

Gisela Sengl, Landtagsabgeordnete der Grünen, erklärte: »Wenn die Politik beim Klimawandel genauso entschlossen handeln würde, wie bei Corona, wären wir schon weiter«. Der verschwenderische Lebensstil der reichsten Nationen, der die Lebensgrundlagen zerstöre, sei überholt. Die Pandemie habe den Blick für das Wesentliche geschärft. »Vielleicht wissen wir jetzt endlich, dass langsam besser ist als schnell, nah besser als fern und weniger besser als immer mehr«, betonte Sengl. Solidarität sei mehr denn je gefragt.

Nigel Rink von den Traunsteiner FFF-Aktivisten unterstrich dazu ergänzend im Gespräch mit unserer Zeitung: »Die Regierung kann entschlossen handeln, wenn sie möchte. In der Klimakrise läuft uns die Zeit davon, deshalb ist es wichtig, jetzt zu handeln. Deshalb sagen wir: Kein Grad weiter!« Daran anknüpfend, plädierte Stefan Wallner aus Matzing auf dem Podium an die Zuhörer, dass jeder Einzelne mit kleinen Änderungen im persönlichen Lebensstil und beim Konsum etwas zur Veränderung und Verbesserung der Welt tun könne.

Dr. Simon Filser von den Scientists4Future verwies darauf, dass sich die Regionalgruppe aus Traunstein das Ziel gesetzt habe, wissenschaftliche Erkenntnisse zum Umwelt- und Klimaschutz zu vermitteln und damit eine breite gesellschaftliche Diskussion anzustoßen. Aktuell arbeite ein neunköpfiges Team aus Technikern, Natur-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlern an einem Diskussionsforum mit Fachbeiträgen. Es soll im November/Dezember als Videokonferenz starten und »gute Lösungen für unsere Städte und Dörfer« voranbringen. Unterstützer können sich melden per E-mail an s4ftraunstein(at)gmail.com.

Moritz Maier aus Marquartstein stellte ein nachhaltiges Modeprojekt junger Leute vor, die mit einem Teil ihrer Gewinne Bildungsprojekte in Südamerika, Asien und Afrika fördern. In einem großen Umschlag überreichte Mitinitiatorin Hannah Fellner zum Abschuss die Forderungen der Fridays-for-Future-Bewegung an Traunsteins zweite Bürgermeisterin Burgi Mörtl-Körner von den Grünen. Diese verwies auf die geplante Photovoltaik-Anlage auf dem Rathausdach in Traunstein und die Bemühungen zur Verbesserung des Radverkehrs als Schritte für mehr Klimaschutz in der Großen Kreisstadt.

Mit den beiden a cappella gesungenen Liedern »I see fire« von Ed Sheeran und »A Million Dreams« von Pink sorgten Hannah Kretzmer und Emilia Winkler aus Traunstein zwischendurch für Begeisterung bei den Zuhörern. eff

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